Kunsttherapie: Museen nutzen Malerei gegen Schmerz und Parkinson
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 14:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kulturelle Teilhabe für alle: Immer mehr Museen bauen Barrieren ab und entwickeln Angebote für Menschen mit Behinderungen, Senioren und Migranten. Dabei zeigt sich: Kunst kann auch die Gesundheit fördern.
Vier Konzepte für mehr Inklusion
Studierende der Sozialen Arbeit an der Hochschule RheinMain präsentierten am 7. August 2026 gleich vier Ansätze zur Förderung kultureller Teilhabe in Wiesbaden. Das Projekt „Inklusion im Museum“ unter der Leitung von Prof. Dr. Marion Kamphans entwickelte Konzepte für unterschiedliche Zielgruppen.
„Fühl dein Museum“ richtet sich an blinde Menschen, der „Kaffeekranz im Museum“ an die ältere Generation. Weitere Projekte befassen sich mit der postmigrantischen Gesellschaft („Ich packe meinen Koffer“) und mit barrierefreier Vermittlung („sam – Museum auf Augenhöhe“). Ziel: Barrieren abbauen und den Zugang zu städtischen Kultureinrichtungen erleichtern.
Audiodeskription und adaptives Game Design
Auch in der Praxis tut sich einiges. Das Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim bietet am 8. August 2026 eine inklusive Führung mit Blindenreportage an. Zum 50. Jubiläum entstand eine digitale, audiodeskriptive Führung – in Kooperation mit dem Blinden- und Sehbehindertenbund Hessen.
Wer sich für Konzepte wie den „Kaffeekranz im Museum“ interessiert, legt meist großen Wert darauf, auch im Alter geistig beweglich zu bleiben. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen 11 einfache Alltagsübungen, mit denen Sie Ihre Konzentration stärken und Demenz gezielt vorbeugen können. Diese 11 Alltagsübungen halten Ihr Gehirn bis ins hohe Alter fit
Digitales Design geht ebenfalls neue Wege. Ein Workshop am V&A Dundee am 7. August 2026 widmete sich unter dem Titel „Game On: Adaptive Play“ dem inklusiven Game Design. Teilnehmer untersuchten Videospiele auf Barrierefreiheit und adaptive Spielmöglichkeiten.
Kunst als Therapie
Kunst kann mehr als unterhalten: Sie wirkt nachweislich auf Körper und Psyche. Die am 7. August 2026 erschienene Publikation „Art Cure“ von Daisy Fancourt zeigt positive Effekte künstlerischer Betätigung – von Schmerzreduktion bis zur Verbesserung des Gleichgewichts bei Parkinson-Patienten.
So wie künstlerische Betätigung die Gesundheit fördert, helfen auch gezielte Bewegungsabläufe dabei, körperliche Beschwerden effektiv zu lindern. Ein renommierter Orthopäde erklärt in diesem Gratis-Report 17 einfache Übungen, die in nur 3 Minuten täglich den Muskelaufbau unterstützen und Schmerzen vorbeugen. 17 Übungen, 3 Minuten täglich – jetzt kostenlos herunterladen
Das UniversitätsKrebszentrum Göttingen setzt das bereits um. Das Projekt „farbRaum“ unter der Leitung von Elena Seubert und Leena Kötter bietet Patienten regelmäßig kreative Experimentiermöglichkeiten. Das spendenfinanzierte Angebot läuft jeweils am ersten und dritten Donnerstag und Freitag im Monat.
Die Ausstellung „Ungefiltert – Innere Welten im Dialog mit der Seele“ im Konvikt Prüm macht psychische Erkrankungen sichtbar. Vom 10. August bis 14. September 2026 zeigt sie Gemälde, Grafiken und Fotografien von Betroffenen und Angehörigen. Vorträge und eine Schreibwerkstatt vertiefen den Dialog zwischen Kunst und psychischer Gesundheit.
