Kupferdiebstähle, Ladestationen

Kupferdiebstähle an Ladestationen: Schaden bis 8.000 Euro pro Fall

Veröffentlicht am: 04.08.2026 um 22:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kupferdiebstähle an TankE-Ladepunkten steigen drastisch. Der Betreiber reagiert mit Schutzvorrichtungen, während das BSI strengere Cybersicherheitsregeln fordert.

TankE rüstet Ladesäulen gegen Kupferdiebstahl: Schutzsysteme im Einsatz
Eine moderne DC-Schnellladestation für Elektroautos in einem städtischen Umfeld bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Kölner Ladeinfrastrukturbetreiber TankE reagiert auf eine Serie von Kupferdiebstählen. Besonders betroffen sind Gleichstrom-Schnellladestationen, deren fest installierte Kabel wegen des hohen Kupferanteils zum Ziel von Kriminellen werden. An mehreren Standorten installiert das Unternehmen nun spezielle Schutzvorrichtungen, weitere befinden sich in der Testphase.

Fallzahlen explodieren

Die Bilanz der vergangenen Monate zeigt, warum Handlungsbedarf besteht: 2024 registrierte TankE gerade einmal fünf Diebstähle, von Januar bis Oktober 2025 waren es rund 60. Das Unternehmen betreibt insgesamt 1.330 Ladepunkte in Köln – 184 davon sind DC-Schnelllader, 1.146 AC-Ladepunkte.

Die wirtschaftlichen Folgen sind enorm. Der reine Kupferwert eines Kabels liegt bei etwa 50 Euro, der entstehende Sachschaden jedoch zwischen 5.000 und 8.000 Euro pro Fall. Neben dem Kabelersatz schlagen vor allem die Reparatur der beschädigten Elektronik und die fachgerechte Montage zu Buche.

Das Problem ist international

Kabeldiebstähle an Ladeinfrastruktur sind kein Kölner Phänomen. In Polen schätzt der Betreiber Powerdot, dass rund zehn Prozent seiner Infrastruktur betroffen sind. Die Reparaturkosten liegen dort zwischen 15.000 und 30.000 Z?oty – während die Täter maximal 400 Z?oty erlösen. In G?ogów verurteilte ein Gericht einen Dieb bereits zu acht Monaten Haft, Sozialstunden und Schadensersatz.

Auch andere Infrastrukturbereiche bleiben betroffen: Unbekannte entwendeten kürzlich Kupferkabel an einer Bahntrasse der Harzer Schmalspurbahnen – Schaden: über 10.000 Euro.

BSI fordert strengere Sicherheitsvorgaben

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Neben dem physischen Schutz rückt die digitale Sicherheit der Ladepunkte in den Fokus. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) forderte Anfang August verbindliche, strengere Vorgaben für die öffentliche Ladeinfrastruktur. Einen akuten Alarmzustand sieht die Behörde zwar nicht – doch die Experten identifizieren wachsende Risiken bei der Steuerung der Anlagen und der Kommunikation mit Netzbetreibern.

Eine mangelhafte Absicherung dieser Schnittstellen könnte langfristig die Stabilität der Stromnetze gefährden. Manipulierte Ladeprozesse wären die Folge. Dass die Gefahr real ist, zeigte zuletzt der Chaos Computer Club: Er deckte Schwachstellen bei Funkmodulen von Wechselrichtern auf, die ein ferngesteuertes Abschalten von Anlagen ermöglichten.

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Angesichts des Booms bei privater Energieinfrastruktur – allein im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland 203.000 neue Balkonkraftwerke registriert – gewinnen standardisierte Verschlüsselung und Architekturen ohne externe Funkkommunikation zunehmend an Bedeutung.

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