Kurkuma-PrÀparate, BVL

Kurkuma-PrÀparate: BVL warnt vor LeberschÀden durch Piperin

Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 11:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kurkuma-PrÀparate zeigen keine belegte Blutdruckwirkung. Behörden warnen vor LeberschÀden durch Piperin-Kombinationen und empfehlen EFSA-Höchstmengen.

Kurkuma bei Bluthochdruck: Experten warnen vor Risiken und fehlender Wirkung
Eine Schale mit leuchtend gelbem Kurkumapulver und ein Glas Wasser stehen auf einem Holztisch. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die Verwendung von pflanzlichen NahrungsergĂ€nzungsmitteln zur UnterstĂŒtzung der Herz-Kreislauf-Gesundheit ist in der breiten Bevölkerung weit verbreitet. Eine Analyse der aktuellen Erkenntnisse zu Kurkuma zeigt jedoch deutliche Diskrepanzen zwischen dem populĂ€rwissenschaftlichen Ruf der Pflanze und ihrer medizinisch belegten Wirkung sowie Sicherheit. Insbesondere bei der Behandlung von Bluthochdruck mahnen Experten und Behörden zur Vorsicht.

Begrenzte Evidenz bei der Senkung des Blutdrucks

Kurkuma, beziehungsweise der darin enthaltene Wirkstoff Curcumin, wird in der Naturheilkunde hĂ€ufig als natĂŒrliches Mittel gegen Hypertonie beworben. Der ErnĂ€hrungsmediziner Andreas Michalsen legt jedoch dar, dass Kurkuma beziehungsweise Curcumin nach vorliegenden Erkenntnissen keinen relevanten Effekt auf den Blutdruck ausĂŒbe.

Trotz der entzĂŒndungshemmenden Eigenschaften, die dem Wirkstoff in anderen medizinischen Kontexten zugeschrieben werden, fehlen klinische Belege dafĂŒr, dass eine Supplementierung zu einer signifikanten und therapeutisch nutzbaren Senkung der Blutdruckwerte fĂŒhrt.

Diese EinschĂ€tzung verdeutlicht, dass Patienten, die ausschließlich auf die Wirkung von Kurkuma-PrĂ€paraten vertrauen, das Risiko einer unzureichenden Behandlung ihrer Hypertonie eingehen könnten. Fachleute weisen darauf hin, dass die isolierte Einnahme von Curcumin etablierte blutdrucksenkende Maßnahmen oder medikamentöse Therapien nicht ersetzen kann.

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Festgelegte Höchstmengen fĂŒr den tĂ€glichen Verzehr

Neben der Frage der Wirksamkeit rĂŒckt die Sicherheit der PrĂ€parate zunehmend in den Fokus der Regulationsbehörden. Um Verbraucher vor möglichen gesundheitlichen BeeintrĂ€chtigungen durch eine unkontrollierte Langzeiteinnahme zu schĂŒtzen, gibt es klare Richtwerte fĂŒr die tĂ€gliche Aufnahme. Die EuropĂ€ische Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat fĂŒr Curcumin eine akzeptable tĂ€gliche Aufnahmemenge (ADI) festgelegt.

Diese Höchstmenge belĂ€uft sich auf 3 mg pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Dieser Wert dient als wissenschaftlich fundierte Orientierung, um sicherzustellen, dass die tĂ€gliche Zufuhr ĂŒber Lebensmittel und NahrungsergĂ€nzungsmittel hinweg in einem Bereich bleibt, der fĂŒr den menschlichen Organismus als unbedenklich gilt. Eine Überschreitung dieses Grenzwerts ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum wird aufgrund fehlender Langzeitdaten zur Sicherheit kritisch bewertet.

Warnungen vor LeberschÀden durch KombinationsprÀparate

Ein erhebliches Sicherheitsrisiko sehen Behörden zudem in der speziellen Formulierung vieler am Markt erhĂ€ltlicher Produkte. Das Bundesamt fĂŒr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) warnt in diesem Zusammenhang vor möglichen LeberschĂ€den bei Kurkuma-PrĂ€paraten, die zusĂ€tzlich Piperin enthalten.

Piperin, ein Extrakt aus schwarzem Pfeffer, wird vielen Produkten beigemischt, um die BioverfĂŒgbarkeit des Curcumins drastisch zu erhöhen. Da Curcumin vom menschlichen Körper natĂŒrlicherweise nur in geringen Mengen aufgenommen wird, soll das Piperin den Abbau des Wirkstoffs in der Leber hemmen und so die Konzentration im Blut steigern.

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Laut den Warnungen des BVL fĂŒhrt genau dieser Mechanismus jedoch zu einer potenziellen Überlastung oder SchĂ€digung des Organs. Die Behörde rĂ€t daher zur Wachsamkeit bei der Auswahl von PrĂ€paraten, insbesondere wenn diese hochdosiert sind und WirkverstĂ€rker enthalten.

Zusammenfassend zeigt sich, dass Kurkuma-PrĂ€parate im Kontext von Bluthochdruck kein belegtes therapeutisches Potenzial aufweisen und bei unsachgemĂ€ĂŸer Anwendung – insbesondere in Kombination mit Piperin – gesundheitliche Risiken bergen können. Die Einhaltung der von der EFSA empfohlenen Höchstmengen bleibt fĂŒr Verbraucher ein wesentlicher Sicherheitsaspekt.

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