Kurkumin-Studie, Präparat

Kurkumin-Studie: Hoch bioverfügbares Präparat senkt große Adenome um 44 Prozent

Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 10:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach der Adenomentfernung traten größere Befunde mit hoch bioverfügbarem Kurkumin seltener auf; eine Darmkrebsprävention ist nicht belegt.
Frische Kurkumawurzeln und Kurkumapulver auf einer hölzernen Unterlage in hellem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Im Fachblatt American Journal of Gastroenterology veröffentlichte ein Studienteam der Universität Tokushima um Takayama Tetsuji am 28. August 2026 Ergebnisse einer randomisierten Doppelblindstudie zur Vorbeugung von Darmadenomen.

An 26 japanischen Zentren wurden rund 600 Teilnehmende über einen Zeitraum von zwei Jahren nach der endoskopischen Entfernung von Adenomen beobachtet. Die Auswertung zeigte, dass die Gabe eines hochabsorbierbaren Kurkumin-Präparats das Wiederauftreten größerer Adenome deutlich reduzieren konnte.

Signifikante Reduktion bei größeren Adenomen

In der Untersuchung sank die Rate großer Adenome ab einer Größe von 6 Millimetern unter dem Kurkumin-Präparat auf 7,5 Prozent, verglichen mit 13,3 Prozent in der Placebogruppe. Dies entspricht einer relativen Risikoreduktion von rund 44 Prozent (relatives Risiko 0,56; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,33–0,95).

Sowohl die Anzahl als auch die Größe der festgestellten Adenome fielen unter der Kurkumin-Gabe signifikant geringer aus. Bei der Gesamtrate aller Adenome zeigte sich hingegen kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen.

Besonders ausgeprägt war der Effekt bei einer Risikogruppe: Bei Patienten, denen zuvor mindestens sechs Adenome entfernt worden waren, lag das Risiko für vier oder mehr neue Adenome bei einem Risikoverhältnis von 0,40 gegenüber Placebo.

Das Studiendesign sah eine endoskopische Nachuntersuchung nach zwei Jahren vor. Die Forschenden schlussfolgern, dass der Wirkstoff möglicherweise das Wachstum sowie die Progression bestehender Adenome hemmt, deren Neuentstehung jedoch nicht vollständig unterbindet. Eine tatsächliche Prävention von Darmkrebs ist bislang nicht belegt.

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Daher ist eine Langzeitbeobachtung geplant. Takayama Tetsuji beabsichtigt zudem zu analysieren, bei welchen Patientengruppen der therapeutische Nutzen am stärksten ausfällt. Während der zweijährigen Phase traten keine schwerwiegenden Nebenwirkungen auf, und das Nebenwirkungsprofil unterschied sich nicht signifikant von der Placebogruppe.

Bioverfügbarkeit und Abgrenzung zum Küchenkonsum

Curcumin macht lediglich etwa 2 bis 5 Prozent des Gewichts von getrocknetem Kurkuma aus. Im menschlichen Körper wird der Naturstoff nur in geringem Umfang aufgenommen, rasch metabolisiert und wieder ausgeschieden. Aus diesem Grund setzen klinische Studien vor allem auf konzentrierte, hoch bioverfügbare Spezialpräparate mit Dosierungen von 250 Milligramm oder mehr.

Ein Teelöffel Kurkumagewürz (rund 3 Gramm) enthält dagegen lediglich circa 30 bis 90 Milligramm Curcumin. Die Ergebnisse aus klinischen Studien lassen sich daher nicht unmittelbar auf den alltäglichen Verzehr als Lebensmittel übertragen.

In der Forschung wird seit Langem an Wegen gearbeitet, die Aufnahme zu verbessern. Eine Humanstudie von Shoba et al. aus dem Jahr 1998 zeigte, dass Piperin aus schwarzem Pfeffer in einem Verhältnis von etwa 20 zu 1 die Bioverfügbarkeit von Curcumin um rund 2000 Prozent steigern konnte.

Dennoch blieben die absoluten Konzentrationen im Blutplasma gering. Zudem kann Piperin den Abbau und die Wirkung anderer Arzneistoffe beeinflussen. Zur Verbesserung der Aufnahme im Alltag wird häufig die Kombination mit Fetten wie Olivenöl oder Kokosmilch gewählt.

Risiken, Wechselwirkungen und medizinischer Einsatz

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gibt eine annehmbare tägliche Aufnahmemenge von 3 Milligramm Curcumin pro Kilogramm Körpergewicht an. Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere, Stillende und Menschen mit Gallensteinen nicht empfohlen werden.

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Weitere Vorsicht gilt bei bestehendem Gallenwegsverschluss sowie bei der gleichzeitigen Einnahme von Blutverdünnern und Diabetesmedikamenten. Mögliche Begleiterscheinungen sind Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit und allergische Reaktionen; in seltenen Fällen wurden schwere Leberschäden im Zusammenhang mit hoch dosierten Kurkuma- oder Curcumin-Präparaten beobachtet.

Im komplementärmedizinischen Bereich wird der Pflanzenstoff bereits in verschiedenen Feldern angewendet. Andreas Michalsen vom Immanuel Krankenhaus setzt Kurkuma bei Arthrose sowie bei rheumatoider Arthritis ein, wo Heilpflanzen Schmerzmittel einsparen können, wenngleich ihre Schmerzlinderung schwächer ausfällt.

Bei Kurkuma rät Michalsen dazu, nach drei Monaten die Leberwerte labormedizinisch zu kontrollieren. Fachleute wie Anthony Booker von der University of Westminster betonen ebenfalls, dass trotz Hinweisen auf Effekte bei Entzündungen oder im Blutzuckerstoffwechsel weiterhin keine einheitliche therapeutische Standarddosis existiert und Küchengewürze eine ärztliche Therapie nicht ersetzen können.

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