Lachen und Stress: Cortisol kann um 38 Prozent sinken, Studienlage bleibt begrenzt
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 16:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Um das allgemeine Wohlbefinden zu stärken und Stress abzubauen, etablieren verschiedene regionale Einrichtungen spezialisierte Angebote wie Lachyoga in Kindertagesstätten oder Kurse für Gesichtsgymnastik.
Die Bandbreite reicht dabei von kommunalen Projekten für Kinder bis hin zu Kursen der Erwachsenenbildung. Während die Nachfrage nach solchen niedrigschwelligen Methoden wächst, liefert die Wissenschaft ein differenziertes Bild zu den tatsächlichen physiologischen und kosmetischen Effekten.
Kommunale Praxis: Lachyoga in Kindertagesstätten
In der sächsischen Gemeinde Doberschütz läuft seit 2024 das Projekt „Smiling Kids“, von dem inzwischen alle fünf Kindertagesstätten der Kommune profitieren. Geleitet wird die Initiative von Susann Damisch, einer Sachbearbeiterin für Personal und Kitas in der Gemeindeverwaltung. Sie absolvierte ihre Ausbildung im Bereich Lachyoga in den Jahren 2022 bis 2024 auf der Grundlage des Fachbuchs von Madan Kataria.
Einmal monatlich führt Damisch in den Einrichtungen 45-minütige Sitzungen durch, bei denen bewusst ausgelöstes Lachen mit Atem-, Bewegungs- und Gruppenübungen kombiniert wird.
Für die praktische Umsetzung stehen Materialien bereit, die teils über Spenden finanziert wurden: Neben Yogamatten, Fachliteratur und einer CD kommen insgesamt sechs Klangschalen zum Einsatz – davon zwei eigene Instrumente sowie vier aus Spendengeldern angeschaffte Exemplare. Für Interessierte steht das Projekt unter der Telefonnummer 0177 6102963 im Austausch.
Entspannungskurse in der Erwachsenenbildung
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Neben Initiativen in Kitas setzen auch Einrichtungen der Weiterbildung auf Übungen für Gesicht und Wohlbefinden. Die Volkshochschule Ludwigshafen bietet am Freitag, 16. Oktober 2026, von 17:00 bis 18:30 Uhr einen Kurs für Gesichtsgymnastik an.
Das Programm vermittelt einfache Methoden der Gesichtsmassage sowie alltagstaugliche Massagegriffe, die auf eine Entspannung der Gesichtsmuskulatur und die Ergänzung der täglichen Hautpflege abzielen. Die Teilnahmegebühr liegt bei 20 Euro, Anmeldungen sind online über die Website der VHS sowie telefonisch unter 0621 504-2238 möglich.
Forschungslage zu Lachen, Muskeltraining und Hautelastizität
Die Redewendung, wonach Humor sei, wenn man trotzdem lache, formulierte der Schriftsteller Otto Julius Bierbaum bereits 1909 im Vorwort seines Reiseberichts „Yankeedoodlefahrt“.
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Auf biochemischer Ebene zeigen Berichte, dass Lachen messbare physiologische Reaktionen auslöst: Demnach können Stresshormone wie Cortisol um 38 Prozent, Dopamin um 39 Prozent und Adrenalin um 70 Prozent sinken, während der Spiegel an Beta-Endorphinen um bis zu 87 Prozent steigen kann. Grundsätzlich gilt die wissenschaftliche Studienlage zu Lachyoga jedoch als begrenzt, und Fachleute betonen, dass die individuelle Wirkung variiert.
Auch der Nutzen von Gesichtsgymnastik wird in der Forschung zurückhaltend bewertet. Eine Faltenentfernung durch gezieltes Gesichtsyoga ist wissenschaftlich nicht belegt.
Zwar untersuchte eine 2025 im Journal of Cosmetic Dermatology veröffentlichte Studie 34 Frauen im Alter von 20 bis 50 Jahren, die über acht Wochen fünfmal wöchentlich zehnminütige Anwendungen absolvierten: Dabei verzeichnete die Gruppe mit Gua-Sha-Massagesteinen veränderte Messwerte der Gesichtsmuskeln, während eine Gruppe mit Massagerollern Veränderungen der Hautelastizität zeigte. Die Effekte blieben jedoch klein und kurzfristig; eine dauerhafte Straffung ließ sich nicht nachweisen.
Zu ähnlichen Einschränkungen kommt eine Pilotstudie der Northwestern University mit Frauen im Alter von 40 bis 65 Jahren. Nach einem 20-wöchigen Trainingsprogramm – acht Wochen mit rund 30 Minuten täglichem Gesichtstraining, gefolgt von zwölf Wochen mit Übungen an jedem zweiten Tag – beendeten 16 von 27 Teilnehmerinnen die Untersuchung.
Bei ihnen wurde eine Verbesserung der Wangenfülle und ein auf Fotografien optisch verringertes Alter beobachtet. Fachleute weisen hierbei jedoch auf methodische Schwächen wie die hohe Abbruchquote und das Fehlen einer Kontrollgruppe hin.
