Lachtherapie, COPD

Lachtherapie bei COPD: Studie mit 63 Erkrankten zeigt weniger Atemnot

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 11:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bei 63 COPD-Erkrankten verringerte Lachtherapie die Atemnot ähnlich wie Atemübungen; der Effekt hielt einen Monat an.

Lachtherapie bei COPD: Studie zeigt anhaltende Linderung der Atemnot
Ein heller, minimalistisch eingerichteter Therapieraum mit einem bequemen Sessel und einer Pflanze, durchflutet von Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Lachtherapie gewinnt in der medizinischen und therapeutischen Fachwelt zunehmend an Aufmerksamkeit. Aktuelle Fachbeiträge diskutieren den gezielten Einsatz heilsamer Heiterkeit zur Linderung körperlicher sowie psychischer Belastungen. Neben der allgemeinen Förderung des Wohlbefindens rückt dabei vor allem die unterstützende Behandlung chronischer Erkrankungen in den Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen.

Klinische Ergebnisse bei chronischen Atemwegserkrankungen

Welche messbaren Effekte strukturierte Lacheinheiten erzielen können, zeigt eine klinische Untersuchung aus Ankara an 63 Erkrankten in einem türkischen Krankenhaus. Die Teilnehmenden litten an der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD und wurden für die Untersuchung in drei Gruppen eingeteilt: eine Interventionsgruppe für Lachtherapie, eine Gruppe mit klassischen Atemübungen sowie eine Kontrollgruppe ohne therapeutische Intervention.

Das angewandte Lachprotokoll erstreckte sich über acht Wochen mit jeweils drei Sitzungen à 30 Minuten pro Woche. Die Einheiten umfassten rhythmisches Klatschen, Löwengebrüll, Motorrad-Imitationen und abschließende Meditation. Begleitet wurden die Teilnehmenden dabei über Videoanrufe sowie Kurznachrichten.

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Die Ergebnisse der Untersuchung belegen, dass die Lachtherapie die Atemnot bei COPD-Patienten in einem ähnlichen Ausmaß lindern konnte wie die etablierte Lippenbremse. Die positiven Effekte hielten über einen Zeitraum von einem Monat an.

Eine Verringerung der täglichen Pflegelast im Vergleich zur Kontrollgruppe konnte die Untersuchung hingegen nicht feststellen. Fachmediziner wie Dr. Miravitlles stuften die Untersuchung als klein, jedoch methodisch gut durchgeführt ein.

Psychophysische Wechselwirkungen und praktische Vermittlung

Theoretische Betrachtungen beschreiben das Lachen als vielschichtige Schnittstelle, die Körper, Geist, Psyche, Nervensystem und Sinnesorgane miteinander verknüpft. Das Spektrum reicht dabei von feinen Nuancen wie dem Schmunzeln über Kichern und Losprusten bis hin zum Lachen unter Tränen oder dem umgangssprachlichen Sich-kaputtlachen.

Bereits ein flüchtiger Gedanke oder eine Erinnerung genügen oft, um eine körperliche Reaktion hervorzurufen. Zudem kann bereits ein einfaches Lächeln die eigene Stimmung leicht beeinflussen und einen positiven sozialen Kreislauf in Gang setzen.

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Auch in der Wissensvermittlung wird das Potenzial humorvoller Ansätze genutzt. Das Konzept des sogenannten Meditainments, das unter anderem von Notarzt und Comedian Lüder Warnken verfolgt wird, verknüpft Erste-Hilfe-Schulungen mit Comedy-Elementen.

Bei Veranstaltungen üben Teilnehmende lebensrettende Maßnahmen wie die Herzdruckmassage an Übungspuppen, während der humoristische Rahmen zugleich gesundheitsfördernde Prozesse anstößt. Als wesentlicher physiologischer Faktor gilt dabei die durch das Lachen ausgelöste Ausschüttung von Endorphinen.

Die vorliegenden Befunde und Praxiserfahrungen deuten darauf hin, dass Lachtherapie und humorzentrierte Ansätze eine wirksame, niedrigschwellige Ergänzung zu traditionellen medizinischen Behandlungen darstellen können. Dennoch betonen Experten den Bedarf an weiteren groß angelegten Studien, um die langfristigen Effekte auf den Krankheitsverlauf und die Lebensqualität chronisch Kranker genauer zu bestimmen.

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de | wissenschaft | 70299709 |