Laptop 13 Pro: Framework startet Verkauf – doch LPCAMM2 wird teuer
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 19:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der modulare Notebook-Hersteller Framework hat die ersten Exemplare seines Laptop 13 Pro auf den Weg gebracht. Doch die Freude über den Marktstart wird von einer globalen Knappheit bei Speicherbausteinen getrübt, die die Preise für High-End-Modelle explodieren lässt.
„RAMpocalypse" treibt Preise in die Höhe
Was als vielversprechender Start eines der reparierbarsten Laptops auf dem Markt begann, entwickelt sich zum finanziellen Kraftakt für Early Adopter. Der Grund: Die Kosten für LPCAMM2-Speichermodule, die in den Spitzenkonfigurationen des Laptop 13 Pro verbaut werden, sind zuletzt drastisch gestiegen. Branchenbeobachter sprechen bereits von einer „RAMpocalypse" – einer Speicherknappheit, die selbst eingefleischte Technik-Fans ins Grübeln bringt.
Konkret bedeutet das: Wer sich fĂĽr die voll ausgestattete Version mit 32 Gigabyte Arbeitsspeicher und einer 1-Terabyte-SSD entscheidet, muss tief in die Tasche greifen. Der Preis fĂĽr diese Konfiguration ist innerhalb weniger Tage um rund 35 Prozent von ursprĂĽnglich 2.299 auf 3.099 Dollar (umgerechnet knapp 2.850 Euro) gestiegen. Ein heftiger Aufschlag, der die Frage aufwirft, ob sich das Upgrade auf den neuen Speicherstandard ĂĽberhaupt noch lohnt.
Die Basisversion des Laptop 13 Pro als DIY-Edition startet dagegen weiterhin bei vergleichsweise moderaten 1.199 Dollar (rund 1.100 Euro). Wer jedoch die volle Leistung will, zahlt derzeit drauf – und das liegt ausgerechnet an jener Technologie, die Frameworks Philosophie der Langlebigkeit eigentlich perfekt verkörpern soll. Die Entscheidung, auf den austauschbaren LPCAMM2-Standard zu setzen, sollte die Nutzungsdauer des Geräts verlängern. Doch die aktuellen Lieferkettenprobleme machen diesen Vorteil vorerst zur teuren Tugend.
Technische Ausstattung: Kraftpaket mit Hitzeproblem
Trotz der Preisschwierigkeiten: Technisch hat das Framework Laptop 13 Pro einiges zu bieten. Im Herzen des Geräts arbeitet der Intel Core Ultra X7 358H, ein Prozessor aus der Core-Ultra-Serie 3. Das 13,5-Zoll-Display löst mit 2.880 x 1.920 Pixeln auf (2,8K) und bietet eine flüssige 120-Hertz-Bildwiederholrate. Erstmals setzt Framework auf ein hochwertiges CNC-gefrästes Aluminiumgehäuse und ein haptisches Trackpad, das in ersten Tests deutlich besser abschneidet als die Vorgängergeneration.
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Doch die geballte Rechenleistung hat ihren Preis – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Unter Volllast klettern die Kerntemperaturen des Prozessors regelmäßig über 90 Grad Celsius. Auch das Gehäuse heizt sich auf bis zu 57 Grad auf. Zwar wurde das Kühlsystem überarbeitet und arbeitet unter normaler Last leiser als zuvor, doch die Wärmeentwicklung bleibt ein wunder Punkt.
Ein echtes Highlight ist dagegen die Akkulaufzeit. Der 74,5-Wattstunden-Akku hält in der Praxis zwischen 10,5 und 16 Stunden durch. Offizielle Angaben sprechen sogar von bis zu 20 Stunden – je nach Nutzungsszenario. Damit gehört das Framework Laptop 13 Pro zu den ausdauerndsten Geräten seiner Klasse.
Reparierbarkeit und Linux: Die Kernkompetenzen
Wo andere Hersteller auf verklebte Gehäuse und verlötete Komponenten setzen, bleibt Framework seiner Linie treu. Unabhängige Tests bescheinigen dem Laptop 13 Pro eine Reparierbarkeitswertung von bis zu 8,9 von 10 Punkten. Das ist Spitzenklasse. Die modulare Bauweise erlaubt es, Anschlüsse per Erweiterungskarten auszutauschen und Kernkomponenten wie Hauptplatine oder Arbeitsspeicher selbst zu wechseln.
Ein besonderes Augenmerk legt Framework zudem auf professionelle Linux-Anwender. Das Gerät ist Ubuntu-zertifiziert und wird in den „Pro"-Konfigurationen optional mit vorinstalliertem Ubuntu 24.04 LTS ausgeliefert. Für Entwickler und Kreative, die Wert auf Hardware-Kontrolle und Software-Freiheit legen, ist das Laptop 13 Pro damit eine ernstzunehmende Alternative zu etablierten Flagschiff-Modellen.
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Lieferzeiten und VerfĂĽgbarkeit in Europa
Die ersten bestellten Geräte werden seit dem 27. Juli 2026 ausgeliefert. Wer jetzt noch bestellt, muss sich jedoch gedulden. Die angespannte Versorgungslage bei den LPCAMM2-Modulen führt dazu, dass Neubestellungen in einigen Märkten erst im November eintreffen dürften.
In Europa startet die DIY-Edition bei 1.349 Euro. High-End-Konfigurationen kosten bereits über 3.300 Euro. Framework verweist angesichts der volatilen Preise auf die langfristigen Kostenvorteile: Ein Laptop, der sich durch modulare und abwärtskompatible Architektur dem Wegwerftrend widersetzt, spare auf Jahre gesehen bares Geld. Eine Botschaft, die angesichts der aktuellen „RAMpocalypse" allerdings wie Hohn klingen mag.
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