Corona-Folgen, Kampf

Corona-Folgen belasten Kampf gegen Tuberkulose

07.11.2023 - 17:00:54 | dpa.de

Laut Weltgesundheitsorganisation ist die Zahl neuer Tuberkulose 2022 gestiegen. Was sind die GrĂŒnde dafĂŒr? Dabei ist die Infektionskrankheit behandelbar.

Ein Arzt zeigt auf das Röntgenbild einer Lunge. Die Corona-Maßnahmen belasten den Kampf gegen die Tuberkulose. - Foto: Silas Stein/dpa

Als Folge der Corona-Pandemie ist die Zahl der neuen Tuberkulose-Erkrankungen laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) voriges Jahr auf geschÀtzte 10,6 Millionen gestiegen.

Nach zuvor jahrelang abnehmenden Zahlen war es bereits 2021 zu einem Zuwachs auf 10,3 Millionen neue KrankheitsfĂ€lle gekommen. Dies sei darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass die medizinische Tuberkulose-Versorgung im Zuge der Pandemie in vielen LĂ€ndern eingeschrĂ€nkt worden sei, erklĂ€rte die WHO in Genf.

Der WHO zufolge haben die Versorgungs-AusfĂ€lle im Gesundheitsbereich wĂ€hrend der Pandemiejahre zu fast einer halben Million zusĂ€tzlichen Tuberkulose-Toten gefĂŒhrt.

Der jÀhrliche Tuberkulose-Bericht der WHO enthÀlt aber auch positive Nachrichten: Die Zahl der erkannten Erkrankungen und Behandlungen stieg demnach voriges Jahr schon wieder deutlich an. Dies wirkte sich auch auf die TodesfÀlle aus. 2022 starben 1,3 Millionen Menschen an der behandelbaren Infektionskrankheit, etwa 100.000 weniger als im Jahr davor.

WHO: Fortschritte zu langsam

Die Fortschritte seien jedoch zu langsam, um die international vereinbarten Ziele zur BekĂ€mpfung der Krankheit zu erreichen, stellte die WHO fest. DafĂŒr seien nicht nur die anhaltenden Nachwirkungen der Pandemie verantwortlich, sondern auch aktuelle bewaffnete Konflikte. Laut dem Bericht ist die Zahl der TodesfĂ€lle zwischen 2015 und 2022 nur um 19 Prozent gefallen, weit unter den 75 Prozent, die bis 2025 angepeilt werden.

Tuberkulose ist eine der hĂ€ufigsten Infektionskrankheiten. Die Bakterien werden von Kranken durch Tröpfcheninfektion, also zum Beispiel durch Husten, ĂŒbertragen. Die Krankheit, die vor allem die Lunge betrifft, bricht teils erst Jahre nach der Infektion aus. Tuberkulose ist vermeidbar und behandelbar. Ohne Behandlung stirbt etwa die HĂ€lfte der Patienten.

Voriges Jahr entfielen 87 Prozent der Neuerkrankungen auf LĂ€nder in Asien und Afrika. Die WHO geht davon aus, dass in Europa nur 2.2 Prozent der weltweiten FĂ€lle auftraten.

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