Lebensversicherungen: 1.000 Auszahlungen zeigen reale Verluste bis 31,96 Prozent
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 11:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine aktuelle Analyse von Snow Analytics gibt Aufschluss über die tatsächliche Performance von privaten Lebens- und Rentenversicherungen. In der Untersuchung wurden 1.000 real ausgezahlte Verträge von 52 verschiedenen Gesellschaften ausgewertet.
Die Stichprobe umfasste 711 klassische Policen sowie 278 fondsgebundene Verträge. Riester-Verträge wurden aufgrund einer geringen Fallzahl von lediglich elf Einheiten aus der detaillierten Betrachtung ausgeschlossen, wie aus einem Bericht vom 28. September 2026 hervorgeht.
Diskrepanz zwischen nominaler und realer Rendite
Die Ergebnisse der Auswertung verdeutlichen erhebliche Unterschiede zwischen den nominalen Auszahlungen und der tatsächlichen Wertentwicklung nach Inflation. Über die gesamte Laufzeit erzielten klassische Verträge im Mittel eine nominale Rendite von 12,28 %, während der Median bei 10,53 % lag. Fondsgebundene Policen schnitten nominal schwächer ab und erreichten im Mittel 5,13 % sowie einen Median von 2,23 %.
Betrachtet man jedoch den internen Zinsfuß (IRR), ergibt sich für beide Produktkategorien ein negatives Bild. Bei klassischen Verträgen lag dieser Wert bei ?0,07 %, bei fondsgebundenen Modellen bei ?0,11 %. Ein wesentlicher Faktor ist der Kaufkraftverlust, der bei klassischen Policen mit ?8,37 % und bei fondsgebundenen Verträgen mit ?11,93 % beziffert wird.
Die reale Rendite über die gesamte Laufzeit wird in der Analyse für klassische Produkte mit ?31,96 % und für fondsgebundene Varianten mit ?24,67 % angegeben. Fachleute weisen in diesem Zusammenhang auf eine mögliche Verzerrung durch unterschiedliche Laufzeiten hin: Während 103 der klassischen Verträge über mehr als 30 Jahre liefen, traf dies nur auf 12 der fondsgebundenen Policen zu.
Strukturwandel in der Altersvorsorge
Ein Kommentar der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 27. September 2026 sieht klassische Lebensversicherungen zunehmend im Nachteil. Als Gründe werden abgebaute Steuervorteile, die langjährige Niedrigzinsphase sowie die hohen Kosten für Beitragsgarantien angeführt.
Die Auswertung von 1.000 real ausgezahlten Verträgen zeigt: Nach Inflation und Kosten bleiben bei klassischen Policen im Schnitt reale Verluste von bis zu 31,96 Prozent. Wer wissen will, ob die eigene Police betroffen ist, findet in diesem kostenlosen Report eine Prüf-Checkliste für die Realrendite. Kostenlosen Vorsorge-Report anfordern
Im Zuge der für den kommenden Jahreswechsel angekündigten Reform zum Altersvorsorgedepot zeichne sich ein Trend ab, bei dem Anbieter verstärkt auf ETFs und Fonds mit Auszahlplänen setzen. Lebenslange Leibrenten und weitreichende Garantien spielten in diesen neuen Modellen kaum noch eine Rolle.
Ein Fonds-Auszahlplan, der etwa bis zum 90. oder 95. Lebensjahr kalkuliert ist, könne das Risiko der Langlebigkeit kostengünstiger abdecken als herkömmliche Versicherungsrenten. Für die Absicherung von Angehörigen wird zudem auf Risiko-Lebensversicherungen verwiesen, die als preiswertere Alternative gelten.
Renditechancen am Aktienmarkt und frühzeitige Vorsorge
Zum Vergleich der Renditepotenziale führt das Deutsche Aktieninstitut Daten zu aktienbasierten Sparformen an. Laut Berichten vom 28. September 2026 erzielte ein Sparplan auf den DAX in den vergangenen 20 Jahren eine jährliche Rendite von fast 9 %. Bei einer monatlichen Einzahlung von 50 Euro über diesen Zeitraum wäre aus einer Gesamteinzahlung von 12.000 Euro ein Kapitalstock von gut 32.000 Euro gewachsen.
Hohe Kosten für Beitragsgarantien und abgebaute Steuervorteile setzen klassische Lebensversicherungen unter Druck — während ein DAX-Sparplan über 20 Jahre im Schnitt fast 9 Prozent jährlich erzielte. Der Report vergleicht ETF-Sparplan und Versicherung bei identischer Sparrate und zeigt, wie ein Auszahlplan bis 95 das Langlebigkeitsrisiko abdeckt. Vergleich jetzt herunterladen
Parallel zur Debatte um Renditen gewinnt die frühzeitige Vorsorge für Kinder an Bedeutung. Eine Umfrage der Wiener Städtischen unter 1.000 Eltern in Österreich vom 27. September 2026 zeigt, dass 71 % der Befragten bereits frühzeitig für den Nachwuchs finanziell vorsorgen. Mehr als die Hälfte hält den Zeitraum um die Schwangerschaft oder Geburt für den richtigen Startpunkt.
Als Hauptziele nennen 63 % einen guten Start ins Erwachsenenleben, während 46 % den Schutz vor Altersarmut als Motiv angeben. Für diese Zielgruppe werden Produkte wie das „Zukunftsnest“ angeboten, das ab einer monatlichen Rate von 30 Euro sowohl klassische als auch fondsgebundene Optionen, einschließlich ETFs, umfasst.
