Leberfibrose: TSP2-Biomarker zeigt Potenzial für Erkennung fortgeschrittener Schäden
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 18:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deNicht-invasive Testverfahren gewinnen bei der Erkennung chronischer Lebererkrankungen zunehmend an Bedeutung. Im Rahmen der internationalen LITMUS-Studie hat sich der Biomarker Thrombospondin-2, kurz TSP2, als vielversprechender Einzelmarker für progressive sowie fortgeschrittene Leberfibrose und metabolische Dysfunktion-assoziierte Steatohepatitis mit erhöhtem Risiko erwiesen.
Das Molekül wurde am Institut für Translationale Immunologie der Universitätsmedizin Mainz maßgeblich mitentwickelt und validiert. Die großangelegte Untersuchung liefert umfassende Daten dazu, welche Bluttests und bildgebenden Verfahren die bisherige Diagnostik verlässlich ergänzen können.
Breit angelegte Validierung im europäischen Großprojekt
Die LITMUS-Studie untersuchte mehr als 30 Biomarker und Testkombinationen an insgesamt 1.590 Patientinnen und Patienten mit metabolischer Dysfunktion-assoziierter steatotischer Lebererkrankung. Die Rekrutierung der Teilnehmenden erfolgte zwischen 2018 und 2023 in 37 spezialisierten Leberzentren verteilt über 13 Länder in Europa sowie den USA.
In Deutschland fungierte das Universitätsklinikum Würzburg als nationales Leitzentrum und rekrutierte eine der größten Kohorten der gesamten Erhebung. Gefördert wurde das europäische Projekt mit 34 Millionen Euro über die Initiative Innovative Arzneimittel 2.
Die wissenschaftlichen Auswertungen der Initiative erschienen in den Fachzeitschriften The Lancet und Nature Medicine. Dabei umfasste die publizierte Hauptstudie mehr als 1.500 Probanden, während die begleitende bildgebende Untersuchung mehr als 350 Patientinnen und Patienten einschloss.
Leistungsfähigkeit der diagnostischen Verfahren
Die Ergebnisse verdeutlichen deutliche Unterschiede in der Genauigkeit der untersuchten Methoden. Für den Nachweis von fortgeschrittener Fibrose und Zirrhose erzielten das SOMAScan-Panel, die Magnetresonanz-Elastographie sowie die Elastographie mittels FibroScan inklusive des Agile-3+-Scores die höchste Präzision. Zudem übertrafen die Bluttests ELF und ADAPT die festgelegten Schwellenwerte für die Erkennung einer Zirrhose.
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Geht es um die spezifische Identifizierung von Steatohepatitis mit erhöhtem Risiko, erfüllte unter den geprüften Ansätzen ausschließlich das SOMAScan-Panel die erforderlichen Kriterien.
Bei der grundlegenden Erstabklärung in der Primärversorgung zeigte sich zudem, dass ein einfacher Gamma-GT-Bluttest den weit verbreiteten FIB-4-Index übertraf. Für weiterführende diagnostische Schritte empfehlen die Studienpfade darauf aufbauend Verfahren wie den ELF-Test oder die FibroScan-Messung.
Grenzen in frühen Stadien und epidemiologische Relevanz
Trotz der Fortschritte bei schwereren Krankheitsbildern offenbaren die Erhebungen auch diagnostische Lücken. Keines der getesteten Verfahren erreichte den geforderten Schwellenwert, um frühe Krankheitsstadien verlässlich ohne bereits vorhandene Fibrose nachzuweisen. Gute und robuste Resultate zeigten die unterschiedlichen Instrumente erst bei bereits fortgeschrittenen Umbauprozessen des Lebergewebes sowie bei Zirrhose.
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Der Bedarf an präzisen Instrumenten bleibt hoch: Nach Angaben des Konsortiums betrifft die metabolische Dysfunktion-assoziierte Fettlebererkrankung weltweit bis zu einen von drei Erwachsenen.
Bei Personen mit Vorerkrankungen wie Adipositas oder Typ-2-Diabetes steigt die Häufigkeit deutlich an und erreicht dort bis zu sieben von zehn Betroffenen. Verfahren wie die TSP2-Bestimmung bieten für diese Risikogruppen Ansätze, um fortschreitende Gewebeschäden künftig zielgerichteter zu überwachen.
