Regelmäßige, Lektüre

Lesen: Regelmäßige Lektüre senkt Risiko für kognitiven Abbau

10.06.2026 - 04:23:33 | boerse-global.de

Forschung belegt tiefere Verständnisleistung bei analogen Texten. Kombination aus Buch- und digitaler Lektüre fördert kognitive Gesundheit.

Lesen im Wandel: Studie zeigt Vorteile gedruckter Bücher
Regelmäßige - Eine Person liest ein physisches Buch, im Hintergrund verschwommen ein E-Reader und Kopfhörer, die verschiedene Medienformen darstellen. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Von wegen. Während E-Reader und Hörbücher boomen, zeigt die Forschung: Die Art, wie wir konsumieren, beeinflusst unser Gehirn massiv.

Digital versus analog: Wer versteht mehr?

Die Stavanger-Erklärung sorgt für Klarheit. Internationale Forscher um Professor Gerhard Lauer belegen: Am Bildschirm lesen wir Sachtexte oft oberflächlicher als im gedruckten Buch.

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Vertieftes Lesen ist eine Fähigkeit, die man lernen muss. Und hier liegt das Problem: Digitale Medien entfalten ihre Vorteile nur bei denen, die bereits analoge Lesekompetenz besitzen. Kinder aus bildungsnahen Haushalten haben deshalb die Nase vorn.

Fiktion formt die Persönlichkeit

Literatur verändert uns – und zwar nachweislich. Die Psychologen Keith Oatley und Maja Djikic von der University of Toronto untersuchten fiktionale Texte. Ergebnis: Probanden zeigten individuellere Persönlichkeitsveränderungen als bei reiner Sachlektüre.

Raymond Mar von der York University ergänzt: Wer sich mit Charakteren identifiziert, trainiert Empathie und Perspektivwechsel. Das gilt auch für Hörbücher. Ein Beispiel: Helen Hoangs Werk über eine Protagonistin mit Asperger-Syndrom macht soziale Interaktionen hörbar erfahrbar.

Prävention: Lesen hält jung

Eine Studie aus dem Jahr 2025 liefert beeindruckende Zahlen: Regelmäßiges Lesen zum Vergnügen senkt das Risiko für kognitiven Abbau und die Sterblichkeitsrate. Trotzdem: In den USA ist das Lesen zur Unterhaltung in den letzten zwanzig Jahren zurückgegangen.

Früh übt sich

Die Vorlesestudie 2021 zeigt Licht und Schatten. In 91 Prozent der Kitas gibt es tägliche Vorleseimpulse. Doch über ein Drittel der Kinder bekommt zu Hause nichts vorgelesen. Die Gründe: Zeitmangel und die Konkurrenz durch andere Medien.

Neue Formate, neue Chancen

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Die Technik macht Fortschritte. Anfang Juni 2026 stellte BOOX den Go 6 Gen II vor – ein E-Reader der neuen Generation. Parallel gewinnen Hörformate an Bedeutung. Im Juni 2026 läuft etwa László Krasznahorkais Werk als mehrteilige Hörspielserie im Rundfunk.

Spannend ist der Blick in die Ukraine: Eine Umfrage (Dezember 2025 bis Januar 2026) zeigt, dass 80 Prozent der Bürger mindestens ein Buch pro Jahr lesen. Gedruckte Bücher dominieren mit 75 Prozent, Hörbücher nutzen 24 Prozent.

Die Forschung ist sich einig: Die Kombination aus analoger Lesekompetenz und digitaler Vielfalt bietet die beste Grundlage für lebenslange kognitive Gesundheit.

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