Leukämie: Genmodifizierte T-Zellen mit doppeltem Erkennungsmechanismus
Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 15:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der Krebsforschung rücken parallel zur Weiterentwicklung komplexer Zelltherapien auch Naturstoffextrakte in den Fokus der Hämatologie. Aktuelle Untersuchungen von Wissenschaftlern zeigen sowohl bei der Entwicklung neuartiger Immunzellen als auch bei der Erforschung von Pfefferextrakten neue therapeutische Möglichkeiten zur Bekämpfung von Krebs und insbesondere akuten Leukämien auf.
Genmodifizierte Immunzellen mit zweifachem Erkennungsmechanismus
Ein Forschungsansatz konzentriert sich auf die Entwicklung sogenannter AlloESO-T-Zellen. Diese werden aus genveränderten blutbildenden Stamm- und Vorläuferzellen erzeugt. Die modifizierten Zellen besitzen die Eigenschaft, Tumore über zwei unterschiedliche Wege zu identifizieren: über einen NY-ESO-1-spezifischen T-Zell-Rezeptor sowie über natürliche Killerrezeptoren.
In präklinischen Modellen wiesen die AlloESO-T-Zellen eine verstärkte Abtötung von Krebszellen auf. Gleichzeitig stellten die Forscher fest, dass die Risiken für schwerwiegende immunologische Komplikationen wie eine Graft-versus-Host-Erkrankung (GvHD) oder einen Zytokinsturm gering blieben. Die entsprechende Forschungsarbeit wurde in der Fachzeitschrift Cell Reports Medicine publiziert.
Neben den biologischen Effekten beschreiben die Wissenschaftler auch logistische und ökonomische Aspekte des Verfahrens. Den Ergebnissen zufolge reicht eine kleine Menge Nabelschnurblut-Stammzellen aus, um in einem Zeitraum von rund 6 Wochen Billionen von Zellen zu generieren, was Tausenden Dosen entspricht. Die geschätzten Kosten beziffern die Forscher auf ca. 5.000 US-Dollar pro Dosis.
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Pflanzlicher Pfefferextrakt hemmt Leukämiezellen
Einen komplementären Ansatz bildet die Untersuchung von Naturstoffen. In einer am 18. August 2026 in der Fachzeitschrift Phytotherapy Research veröffentlichten Studie widmeten sich Forscher den Eigenschaften von Pfefferextrakt (Piper nigrum).
In Zellversuchen hemmte der Extrakt sowohl die Proliferation als auch das Überleben von Zellen der akuten myeloischen Leukämie. Als potenzieller molekularer Mechanismus wird von den Autoren eine Beeinflussung des PI3K/AKT/mTOR-Signalwegs diskutiert.
Schwere immunologische Komplikationen wie GvHD oder Zytokinsturm gelten als zentrale Hürde neuer Zelltherapien. Der Leitfaden zeigt, welche präklinischen Signale auf ein geringes Risiko hindeuten, wie sich die Herstellung aus einer kleinen Menge Nabelschnurblut-Stammzellen innerhalb von rund 6 Wochen skalieren lässt und wo die Grenzen der aktuellen Evidenz liegen. Risiko- und Skalierungs-Check anfordern
Die im Labor beobachteten Wirkungen zeigten sich auch im Tierversuch. Bei Mäusen mit akuter Leukämie führte die Gabe des Extrakts aus Piper nigrum zu einer Verringerung der zirkulierenden Blasten, einer Verbesserung der hämatologischen Parameter und einer verlängerten Überlebensdauer der Tiere.
Um die Wirksamkeit und Sicherheit des Stoffs weiter zu bewerten, sind den beteiligten Forschern zufolge jedoch weitere präklinische und klinische Tests nötig.
