LG-Monitor-Ärger: Microsoft stoppt McAfee-Werbung im Windows-Update
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 16:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft hat die Verbreitung unerwünschter Software-Werbung über den Windows-Update-Dienst gestoppt. Der Grund: LG-Monitore lösten auf zahlreichen PCs lästige McAfee-Pop-ups aus. Bereits am 22. Juli 2026 bestätigte Microsoft-Vizepräsident Pavan Davuluri, dass LG zugestimmt hat, die Werbekomponente aus dem „LG Monitor App Installer“ zu entfernen.
Vom Forumseintrag zum Eingeständnis
Das Problem wurde erstmals am 17. Juli 2026 in Community-Foren bekannt. Nutzer berichteten, dass der Anschluss eines LG-Monitors an ein Windows-11-System eine automatische Softwareinstallation auslöste. Der Installer, der über die Windows-Geräte-Metadaten-Pipeline ausgeliefert wurde, enthielt offenbar ein aufdringliches Pop-up für McAfee-Sicherheitsdienste. Besondere Brisanz bekam der Fall, als sich am 19. Juli Epic-Games-CEO Tim Sweeney persönlich an die Windows-Führung bei Microsoft wandte.
LG verteidigte die Praxis zunächst mit dem Hinweis, dass die McAfee-Komponenten eine ausdrückliche Zustimmung der Nutzer erforderten. Doch unabhängige Tests von Technikportalen wie Gamers Nexus zeigten ein anderes Bild: In Testumgebungen erschien das McAfee-Pop-up bei 31 von 32 Systemstarts. Innerhalb von drei Tagen nach der öffentlichen Eskalation einigte sich Microsoft mit LG auf die Entfernung des Werbeelements.
Wie die unerwünschte Software auf den PC kommt
Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf eine wenig bekannte Funktion: Die Windows-Geräte-Metadaten-Pipeline kann automatisch Anwendungen installieren, sobald neue Hardware angeschlossen wird. Branchenbeobachter stellten fest, dass der LG Monitor App Installer im Windows-Zuverlässigkeitsverlauf als erfolgreiches Systemupdate auftauchte – obwohl er Werbung Dritter enthielt.
Nutzer, die ähnliche Installationen künftig verhindern wollen, können die Windows-Gruppenrichtlinien anpassen. Unter den Vorlagen für die Geräteinstallation lässt sich eine Option aktivieren, die das automatische Herunterladen von Anwendungen aus Geräte-Metadaten unterbindet. Zudem empfiehlt sich ein Blick auf die Einstellung „Neueste Updates so schnell wie möglich erhalten“ in den Windows-Update-Optionen. Anfang Juli hatte diese Funktion offenbar dazu geführt, dass nicht benötigte Updates wie KB5121767 auf Systemen installiert wurden – mit möglichen Leistungseinbußen.
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LG unter Druck: Auch Fernseher in der Kritik
Die Prüfung von LGs Softwarepraktiken beschränkt sich nicht auf PC-Monitore. Aktuelle Berichte zeigen, dass rund 42 Prozent der LG-webOS-Fernsehanwendungen sogenannte Residential-Proxy-SDKs enthielten. Diese können Internetverkehr Dritter über die Geräte der Verbraucher leiten. LG hat angekündigt, Anwendungen zu sperren, die nicht den Sicherheitsstandards entsprechen. Forscher bleiben jedoch skeptisch, ob die Einwilligung der Nutzer in diesen Fällen wirklich transparent ist.
Zusätzlich sorgten die Datenschutzbestimmungen von LG-Fernsehern für Diskussionen. Die Nutzungsbedingungen legten nahe, dass Nutzer von Gästen die Zustimmung zur Spracherfassung einholen sollten. LG stellte daraufhin klar, dass die Spracherkennung optional sei und die Geräte keine Hintergrundgespräche aufzeichneten.
Windows 11: Neue Funktionen und Fehlerbehebungen
Parallel zu den Problemen mit Drittanbieter-Software hat Microsoft mehrere interne Systemfehler behoben. Beim Patch-Day im Juli 2026 brachte das Unternehmen das Update KB5101650, um einen schwerwiegenden Speicherfehler zu beheben. Ein Datenbankfehler hatte dazu geführt, dass eine Datei auf mehrere hundert Gigabyte anwuchs und so massiv Speicherplatz blockierte.
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Gleichzeitig führt Microsoft neue Funktionen in den Insider-Vorschauversionen von Windows 11 ein. Dazu gehören:
- Sprachisolierung: Verbesserte Audioqualität für die Sprachsteuerung
- Energiemanagement: Anpassbare Schwellenwerte für den Akku-Sparmodus
- Datei-Explorer: Automatische Umrechnung in lesbare Dateigrößen und neue Tastenkombinationen
- Suchverbesserungen: Höhere Toleranz bei Tippfehlern und bessere Verarbeitung kurzer Dateinamen
Für Nutzer, die noch mehr Kontrolle wünschen, bietet das Open-Source-Tool FluentTweaker in seiner aktuellen Version vom 6. Juni 2026 umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten – von Registry-Änderungen bis zur Entfernung vorinstallierter Anwendungen.
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