LG-Monitore, Installer

LG-Monitore: Installer installiert McAfee-Werbung bei 31 von 32 Starts

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 01:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

LG-Monitore installieren ungefragt den 'Monitor App Installer' mit McAfee-Werbung. Experten warnen vor Datenschutzrisiken und Spyware-Einstufung.

LG Monitore installieren heimlich Werbesoftware auf Windows-PCs
Nahaufnahme eines Computermonitors mit aufdringlicher Antiviren-Werbung, im Hintergrund dezente Datenströme. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

LG Electronics gerät massiv unter Druck: Berichte belegen, dass die Monitore des Herstellers automatisch unerwünschte Software auf Windows-PCs installieren. Der „LG Monitor App Installer“ landet offenbar ohne Zustimmung der Nutzer über Windows Update auf dem System – und dient als Einfallstor für Werbung des Antiviren-Herstellers McAfee.

Heimliche Installation und aggressive Werbung

Der stille Installationsprozess betrifft eine breite Palette von LG-Modellen. Vom Premium-Gaming-Monitor UltraGear 34GX900A-B (rund 1.100 Euro) bis zum drei Jahre alten UltraFine 32UN880-B – offenbar ist kein Gerät sicher. Erste Berichte über dieses Verhalten kursierten bereits 2024, doch aktuelle Tests zeigen: Das Problem ist keineswegs behoben.

Die Testergebnisse sind alarmierend: In einer Versuchsreihe von Gamers Nexus erschien die McAfee-Werbung bei 31 von 32 Systemstarts, nachdem der Installer einmal auf dem Rechner war. Die Werbung lockt Nutzer mit einer 30-Tage-Testversion oder einem vollständigen Abo des Virenschutzes. Doch damit nicht genug – einige Anwender berichten auch von Werbung für den Streaming-Dienst LG Channels über dieselbe Schnittstelle.

Sicherheitsrisiko mit Systemzugriff

Die technischen Anforderungen des Installers geben Anlass zu ernster Sorge. Die Anwendung läuft mit erweiterten Systemrechten, verlangt Zugriff auf sämtliche Ressourcen des Rechners und eine permanente Internetverbindung. Besonders kritisch: Sie operiert außerhalb der standardmäßigen Windows-Sandbox-Umgebung.

Die Datenschutzrichtlinien des Programms sind nicht weniger bedenklich. LG räumt sich das Recht ein, eine Vielzahl von Nutzerdaten zu sammeln – darunter Standortdaten, Gerätekennungen, Internetaktivitäten und Browserverlauf. Sogar Namen, Telefonnummern, Geburtsdaten und Transaktionsdaten stehen auf der Liste potenziell erhobener Informationen.

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Der chinesische Antiviren-Anbieter Jiangmin hat den Installer bereits als Spyware eingestuft – genauer als „TrojanSpy.MSIL.dcch“. Für die Kernzielgruppe der Gamer kommt noch ein weiteres Problem hinzu: LG-Software wie OnScreen Control Plus löst offenbar Anti-Cheat-Mechanismen in Videospielen aus, was zu Sperren führen kann.

So schützen sich betroffene Nutzer

Die Entfernung der unerwünschten Software gestaltet sich schwierig. Zwar lässt sich die Anwendung über die Windows-Systemsteuerung deinstallieren – doch bei angeschlossenem Monitor installiert sie sich über Windows Update oft automatisch neu.

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Experten empfehlen daher weitergehende Maßnahmen:
- Windows-Gruppenrichtlinien (nur in Pro-Versionen verfügbar) blockieren den automatischen Download von Anwendungen, die mit Gerätedaten verknüpft sind
- Alternativ lässt sich der automatische Download in den erweiterten Systemeinstellungen von Windows deaktivieren

Branchenweites Problem

LG steht mit dieser Praxis nicht allein da. Ähnliches Verhalten wurde bereits bei Dells Alienware-Reihe beobachtet. Der Vorfall reiht sich zudem in eine Serie von Datenschutzkontroversen um den südkoreanischen Konzern ein. Erst kürzlich sorgten die AGB von LG-Fernsehern für Aufsehen: Demnach müssen Besitzer ihre Gäste darüber informieren, dass ihre Stimmen durch integrierte KI-Funktionen aufgezeichnet werden könnten – es sei denn, das Mikrofon wird manuell deaktiviert.

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