LibreOffice, Downloads

LibreOffice 26.8: Über eine Million Downloads in der ersten Woche

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 04:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
LibreOffice gewinnt mit schlankem Ansatz Zuspruch; zugleich melden öffentliche Stellen hohe Nachfrage nach OpenDesk und weitere Open-Source-Projekte.
Ein minimalistischer Arbeitsplatz mit einem modernen Monitor, der eine komplexe Kalkulationstabelle in gedimmter, unleserlicher Ansicht zeigt, in einer hellen, ruhigen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die Nachfrage nach quelloffenen Produktivitätswerkzeugen zeigt eine spürbare Verschiebung der Prioritäten: Während viele Softwarehersteller automatisierte Assistenzsysteme forcieren, entscheiden sich zahlreiche Anwender gezielt für schlanke Architekturen.

Das Release LibreOffice 26.8 verzeichnete in seiner ersten Woche über eine Million Downloads. Fachberichte führen dieses Interesse darauf zurück, dass Anwender den Fokus auf Kern-Performance, verlässliche Dokumentenkompatibilität und den bewussten Verzicht auf integrierte KI-Funktionen gegenüber überladenen Alternativen schätzen.

Unterschiedliche Strategien bei künstlicher Intelligenz

Die Entwicklung verdeutlicht die unterschiedlichen Ansätze der Anbieter im Bereich digitaler Arbeitsplätze. The Document Foundation verzichtet bei LibreOffice standardmäßig auf KI-Funktionen. Im Vergleich dazu setzt OnlyOffice in Version 10.0 auf künstliche Intelligenz als separates Beta-Modul, während WPS Office im Rahmen eines Linux-Updates im Oktober 2026 KI-Funktionen bereitstellte.

Einen Mittelweg verfolgt Collabora Office mit der Version 26.04, die im Juli 2026 für Linux, macOS und Windows sowie im September 2026 in der Fassung 26.04.3 für Android und iOS erschien.

Die Software enthält eine optionale, standardmäßig deaktivierte KI-Unterstützung. Dabei behalten Anwender die Datenkontrolle: Sie wählen selbst KI-Anbieter sowie Zugangsdaten, wobei die KI erst nach expliziter Freigabe auf Dokumentinhalte zugreift. Auch der Einsatz selbst gehosteter Schnittstellen ist möglich.

Anzeige

Wer sich mit dem Thema freier Bürosoftware befasst, sucht oft nach Wegen, hohe Lizenzkosten für Standard-Anwendungen zu vermeiden. Das kostenlose LibreOffice Startpaket zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie eine vollwertige Office-Software ohne einen Cent zu zahlen nutzen können. Gratis statt teuer: Word, Excel & Co. jetzt kostenlos sichern

Über die KI-Option hinaus bietet Collabora Office 26.04 Funktionen wie den Dokumentvergleich und eine Mehrseitenansicht im Modul Writer, berechnete Pivot-Tabellenfelder in Calc sowie eine verbesserte Kompatibilität zu Microsoft-Office-Formaten.

Collabora-Chef Michael Meeks verwies darauf, dass für Browser-, Desktop- und Mobilanwendungen dieselbe Engine zum Einsatz komme. Die Software ist kostenlos verfügbar, gilt als frühes Release mit verbliebenen Fehlern jedoch noch nicht als durch ein Enterprise-Support-Paket abgedeckt.

Auf dem französischen Markt erfolgte zudem die Veröffentlichung im Mac App Store. Dem Schritt ging eine formelle Erklärung bei der Cybersicherheitsbehörde ANSSI für Software mit kryptografischen Funktionen voraus. Die Version unterstützt OpenDocument- sowie Microsoft-Office-Formate und ermöglicht die Offline-Nutzung inklusive automatischer Updates.

Open-Source-Lösungen im öffentlichen Sektor

Parallel zu den Fortschritten bei reiner Desktop-Software steigt das Interesse öffentlicher Institutionen an digitalen Alternativen. Die deutsche Büroplattform OpenDesk unter Trägerschaft des bundeseigenen Zentrums für Digitale Souveränität (ZenDiS) verzeichnete eine so hohe Nachfrage, dass viele Anfragen nicht bedient werden konnten. Nach Angaben aus Berichten wurden bereits Lizenzen für mehr als 200.000 Büroarbeitsplätze verkauft.

Anzeige

Immer mehr Nutzer und sogar öffentliche Verwaltungen steigen auf kostenlose Office-Alternativen um, die wirklich funktionieren. Holen Sie sich jetzt das gratis Startpaket und sparen Sie hunderte Euro im Jahr durch den Einsatz professioneller Open-Source-Software. Kostenlose Office-Alternative: Jetzt gratis Startpaket herunterladen

Bereits im Jahr 2025 entschied sich der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag im Kontext von US-Sanktionen für den Einsatz von OpenDesk. Der künftige Vertrieb der Plattform läuft über die Partner B1 Systems, DACHS IT und STACKIT aus der Schwarz Digits Gruppe, wobei ein Cloud-Betrieb aus europäischen Rechenzentren für Anfang 2027 geplant ist. Neben der kostenlosen Community Edition für den Eigenbetrieb steht eine Enterprise Edition mit Betreuung bereit.

Auch andere Verwaltungen setzen verstärkt auf Open-Source-Bürolösungen:
- Das österreichische Bundesheer migrierte 2025 insgesamt 16.000 Arbeitsplätze auf LibreOffice.
- Schleswig-Holstein beziffert die eigene Ersparnis durch den Verzicht auf proprietäre Lizenzen auf 15 Millionen Euro pro Jahr.
- Die Schweiz startete 2026 ein Pilotprojekt für 3.000 Arbeitsplätze auf openDesk.
- Die dänische Verkehrssicherheitsbehörde nutzt seit Dezember 2025 das System SIA Open, das im Oktober 2026 unter zehn Teilnehmer zählte; Dänemark stellt für seinen Plan zur digitalen Souveränität von 2026 bis 2029 insgesamt 80 Millionen Kronen bereit.

Sicherheitswartung bei bestehenden Systemen

Neben aktuellen Veröffentlichungen bleibt die Pflege älterer Programmbildungen für institutionelle Betreiber relevant. Oracle veröffentlichte das Sicherheitsupdate ELSA-2026-88164 für LibreOffice 7.1.8.1 unter Oracle Linux 8. Die Aktualisierung schließt vier gemeldete Schwachstellen in Bezug auf den PDF-Import, die Schriftartenverarbeitung sowie Remote-Java-Datenbanktreiber, die andernfalls Pufferüberläufe und Schadcode-Ausführungen ermöglichen könnten. In diesem Zug werden die Software-Builds auf OpenJDK 21 umgestellt, da die Unterstützung für OpenJDK 8 auf RHEL 8 im November 2026 ausläuft.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70426654 |