LibreOffice: Red Hat warnt vor Heap-Buffer-Overflow in Calc
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 17:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Softwarehersteller Red Hat hat eine dringende Sicherheitswarnung für Nutzer von Red Hat Enterprise Linux (RHEL) herausgegeben. Im Fokus stehen zwei neu identifizierte Schwachstellen in der Open-Source-Bürosuite LibreOffice, die unter bestimmten Bedingungen die Ausführung von Schadcode oder einen Systemstillstand ermöglichen. Die Sicherheitslücken werden unter den Kennungen CVE-2026-8357 und CVE-2026-4430 geführt und betreffen insbesondere Enterprise-Versionen mit verlängertem Support-Zyklus.
Besonderes Augenmerk legen Sicherheitsanalysten auf die Schwachstelle CVE-2026-8357. Hierbei handelt es sich um einen sogenannten Heap-Buffer-Overflow in LibreOffice Calc, der Tabellenkalkulationskomponente der Software. Dieser Fehler trete bei der Verarbeitung von Daten im Speicher auf und könne laut den technischen Berichten dazu ausgenutzt werden, beliebigen Schadcode auf dem betroffenen System auszuführen. Red Hat stuft das Risiko dieser Lücke mit dem Schweregrad „Important“ (wichtig) ein.
Betroffene Systeme und spezifische Updates
Die Warnungen und bereitgestellten Korrekturen richten sich an Unternehmenskunden, die spezifische Wartungsprogramme für ältere Distributionen nutzen. Für das Betriebssystem Red Hat Enterprise Linux 8.4 wurde das Sicherheitsupdate RHSA-2026:46387 bereitgestellt. Dieses richtet sich explizit an Installationen im Rahmen des Advanced Mission Critical Update Support sowie des Extended Update Support. Dieses Paket adressiert gezielt den Heap-Buffer-Overflow in Calc (CVE-2026-8357).
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Parallel dazu hat das Unternehmen die Sicherheitswarnung RHSA-2026:46386 veröffentlicht, die sich auf Red Hat Enterprise Linux 7 bezieht. Hier sind Systeme betroffen, die über den Extended Lifecycle Support (ELS) abgesichert werden. Im Gegensatz zum Paket für RHEL 8.4 behebt dieses Update beide identifizierten Schwachstellen.
Neben dem Risiko der Code-Ausführung wird mit CVE-2026-4430 eine zweite Schwachstelle adressiert, die zu einem Denial-of-Service (DoS) führen kann. Diese Lücke stecke in der Verarbeitung von Dokumenten im OOXML-Format. Angreifer könnten durch speziell präparierte Dateien die Anwendung zum Absturz bringen oder Ressourcen so stark binden, dass eine weitere Nutzung des Programms unmöglich wird.
Empfehlungen für Administratoren
Aufgrund der Einstufung als wichtiges Sicherheitsrisiko empfehlen Experten und der Hersteller eine zeitnahe Installation der bereitgestellten Patches. In Enterprise-Umgebungen, in denen LibreOffice zur Standardausstattung gehört, stellen manipulierte Office-Dokumente einen gängigen Angriffsvektor dar. Da die Schwachstellen bereits beim Öffnen oder Verarbeiten präparierter Dateien ausgenutzt werden können, besteht ohne die entsprechenden Updates ein erhöhtes Risiko für die Integrität der Systeme.
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Die Bereitstellung der Fixes für ältere Versionen wie RHEL 7 unterstreicht die Bedeutung einer konsistenten Sicherheitsstrategie für Langzeit-Support-Systeme. Unternehmen, die diese Versionen im Rahmen des Extended Lifecycle Support einsetzen, sollten die Aktualisierungen über die regulären Red-Hat-Management-Kanäle beziehen und implementieren, um den Schutz vor dem Heap-Buffer-Overflow in Calc und den DoS-Angriffen via OOXML zu gewährleisten.
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