Libyen-Zahlungssystem: 2 Millionen Transaktionen überfordern Infrastruktur
31.05.2026 - 22:02:45 | boerse-global.de
Mehrere Finanzinstitute und Zahlungsdienstleister meldeten Ende Mai massive technische Probleme. Die Bandbreite reicht von geplanten Wartungsarbeiten bis hin zu kompletten Systemkollapsen.
Banken-Apps außer Gefecht
Die Border Bank meldete am 31. Mai den Ausfall ihrer "Pay Anyone"-Funktion – sowohl in der mobilen App als auch im Online-Banking. Techniker arbeiten an der Behebung des Problems, das am späten Nachmittag auftrat.
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In Venezuela meldete die Banco Digital de los Trabajadores (BDT) am selben Tag die vollständige Wiederherstellung ihrer Systeme. Der Ausfall hatte bereits am 25. Mai begonnen – ausgelöst durch einen technischen Fehler während eines Stabilitäts-Updates. Kunden konnten tagelang keine Kontostände abfragen, keine mobilen Zahlungen tätigen und keine Überweisungen durchführen.
Auch die Mountain America Credit Union kämpfte mit Einschränkungen. Seit dem 30. Mai läuft dort eine geplante Systemaktualisierung. Zwar funktionieren Debitkarten- und Geldautomatentransaktionen wieder, doch die Anbindung an Dienste wie Venmo, Zelle und PayPal bleibt bis zum Abschluss der Arbeiten am 2. Juni deaktiviert.
Infrastruktur am Limit: Libyens Zahlungssystem kollabiert
Ein massiver Transaktionsansturm brachte am 30. Mai das elektronische Zahlungssystem Libyens zum Einsturz. Rund 2 Millionen Point-of-Sale-Transaktionen an 67.000 Terminals an einem einzigen Tag überforderten die Infrastruktur. Die Zentralbank Libyens entschuldigte sich für die Störung, die erfolgte, nachdem zuvor 20 Milliarden Dinar auf Bürgerkonten eingezahlt worden waren. Zwar laufen einige Dienste wieder, doch Branchenbeobachter berichten von anhaltenden Verbindungsproblemen bei mehreren Banken – die Infrastruktur sei schlichtweg nicht ausreichend dimensioniert.
Krypto-Sektor: Verzögerungen und eingefrorene Gelder
Im Bereich der digitalen Währungen sorgte das Base Mainnet für Aufsehen. Ab dem 30. Mai kam es zu einer 30-stündigen Verzögerung bei Auszahlungen. Ursache war ein Fehler in der vertrauenswürdigen Ausführungsumgebung (TEE) nach einem kürzlichen Upgrade. Andere Kernfunktionen des Netzwerks, das rund 5.000 Transaktionen pro Sekunde bei einem Gesamtwert von 4,4 Milliarden US-Dollar abwickelt, blieben während des Vorfalls betriebsbereit.
Ein weiterer Schock: Am 30. Mai fror Circle den cUSDC-Vertrag des Zama-Protokolls auf der Ethereum-Blockchain ein. Grund war eine gerichtliche Verfügung im Rahmen einer Sammelklage. Rund 12,6 Millionen US-Dollar an Nutzergeldern wurden blockiert. Zama pausierte daraufhin seine verschiedenen Asset-Wrapper. Eine Gerichtsanhörung ist für den 1. Juni angesetzt.
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Sicherheitswarnungen: SIM-Swap-Betrug auf dem Vormarsch
Die technischen Probleme fallen mit wachsenden Sicherheitsbedenken zusammen. Am 31. Mai warnte die Indian Bank vor der Zunahme von SIM-Swap-Betrug. Dabei kapern Kriminelle die Mobilfunk-Identität ihrer Opfer, um Einmal-Passwörter abzufangen und betrügerische Transaktionen zu autorisieren. Erst am 21. Mai hatte ein Fahrgast auf dem Weg nach Delhi fast 300.000 Rupien von seinem Bank-of-India-Konto verloren.
Russland: Bürger horten Bargeld
In Russland beobachtet die Zentralbank einen drastischen Anstieg der Bargeldnachfrage. Zwischen dem 1. und 11. Mai hoben Bürger 210,5 Milliarden Rubel von ihren Konten ab. Marktbeobachter führen diesen Trend auf häufige Internetabschaltungen und neue gesetzliche Maßnahmen zur Verschärfung der Kontrolle digitaler Geldtransfers zurück.
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