Lidrandpflege, Demodex

Lidrandpflege bei Demodex: Teebaumöl-PrÀparate vier bis sechs Wochen anwenden

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 11:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

RegelmĂ€ĂŸige Untersuchungen helfen, altersbedingte Augenerkrankungen frĂŒh zu erkennen; Training und ErnĂ€hrung können strukturelle SchĂ€den nicht rĂŒckgĂ€ngig machen.

Augengesundheit im Alter: Vorsorge, Schutz und Grenzen der Selbsthilfe
Eine Brille liegt neben einer kleinen Pflanze auf einem Holztisch bei natĂŒrlichem Sonnenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle RatgeberbeitrĂ€ge zur Augengesundheit widmen sich verstĂ€rkt der Frage, wie die Sehkraft bis ins hohe Alter erhalten werden kann. Im Mittelpunkt stehen dabei vorbeugende Maßnahmen, das rechtzeitige Erkennen von Warnzeichen sowie praktische Hinweise fĂŒr den Alltag.

Fachleute betonen, dass viele altersbedingte VerÀnderungen zwar gewöhnlich sind, ein schwindendes Sehvermögen jedoch keineswegs als unabwendbares Schicksal hingenommen werden muss.

Vorsorge und Schutzmaßnahmen im Alltag

Welche Prozesse im alternden Auge normal sind und wann sofortiges Handeln nötig wird, erlĂ€uterte Priv.-Doz. Dr. Domagoj Ivastinovic von der UniversitĂ€ts-Augenklinik der Med Uni Graz in einem Beitrag. RegelmĂ€ĂŸige Kontrollen seien wesentlich, um hĂ€ufige Alterserkrankungen rechtzeitig festzustellen und bleibende SchĂ€den zu vermeiden.

Auch Prof. Dr. Frank Holz, Direktor der UniversitĂ€ts-Augenklinik Bonn, hebt die Bedeutung strukturierter Vorsorge hervor. Ab dem 50. Lebensjahr seien regelmĂ€ĂŸige augenĂ€rztliche Untersuchungen angeraten, insbesondere zur FrĂŒherkennung von GrĂŒnem Star, altersabhĂ€ngiger Makuladegeneration sowie diabetesbedingten VerĂ€nderungen der Netzhaut.

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FĂŒr den Alltag empfiehlt Holz konkrete Schutzvorkehrungen: Bei starker Sonneneinstrahlung an Bergen oder am Meer sei eine Sonnenbrille mit UV-Schutz unverzichtbar, bei handwerklichen Arbeiten wie Bohren oder HĂ€mmern eine Schutzbrille. Zudem sei auf eine konsequente Hygiene bei Kontaktlinsen zu achten.

Gleichzeitig rĂ€umt Holz mit verbreiteten Vorannahmen auf. FĂŒr Brillen mit Blaulichtfiltern gebe es keinen wissenschaftlich nachgewiesenen Nutzen. Auch die Einnahme von Vitamin-A-PrĂ€paraten sei bei einer herkömmlichen ErnĂ€hrung nicht notwendig. Zudem spielen bei einigen Erkrankungen, etwa der Retinitis pigmentosa, genetische Faktoren eine Rolle.

Hormonelle EinflĂŒsse und Lidrandprobleme

Mit zunehmendem Alter treten vermehrt spezifische Beschwerden auf. Untersuchungen zu trockenen Augen in den Wechseljahren zeigen, dass zwei Drittel der Frauen wĂ€hrend und nach dieser phase betroffen sind. UrsĂ€chlich hierfĂŒr ist das Absinken des Hormonspiegels, was zum Austrocknen der SchleimhĂ€ute fĂŒhrt.

Weil Östrogene auch an der Regulierung des Augeninnendrucks beteiligt sind, gelten die Jahre rund um den Wechsel als geschlechtsspezifischer Risikofaktor fĂŒr ein Glaukom. Zur Linderung können konservierungsmittelfreie Tropfen beitragen. Bei Sekretstau in den MeibomdrĂŒsen und Hagelkörnern helfen warme Kompressen fĂŒr fĂŒnf bis zehn Minuten in Kombination mit Lidkantenpflege.

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Ein weiteres PhĂ€nomen betrifft mikroskopische Parasiten: Laut Dr. Christina Jacobi vom Augen & Haut Zentrum NĂŒrnberg und Expertin der DOG weisen 55 Prozent der Patienten in Augenarztpraxen einen krankhaften Befall mit Demodex-Milben auf, wobei das Risiko mit den Jahren steigt.

Ein typisches Anzeichen sind sogenannte Kollaretten, also Schuppenkragen um die Wimpern. Als wirksamste Therapie gilt eine konsequente tĂ€gliche Lidrandpflege mit PrĂ€paraten auf Teebaumöl-Basis ĂŒber vier bis sechs Wochen.

Grenzen von Augentraining und ErnÀhrung

AufklÀrung tut auch hinsichtlich der Grenzen von Selbsthilfe not. Der Berufsverband der AugenÀrzte Deutschlands verweist darauf, dass das ausgewachsene Auge im Schnitt etwa 24 Millimeter lang ist; eine VerlÀngerung des Augapfels bei Kurzsichtigkeit bleibt irreversibel.

Eine Meta-Analyse im Fachjournal „Eye“ ergab, dass Augentraining nur begrenzte bis gar keine Effekte erzielt. Eine Untersuchung im Fachblatt „Nutrients“ aus dem Jahr 2025 hielt zudem fest, dass Karotten oder NahrungsergĂ€nzungsmittel strukturelle VerĂ€nderungen nicht rĂŒckgĂ€ngig machen können.

Gelegenheit zu vertiefenden Informationen bietet unter anderem der Tag des Sehens am Mittwoch, 14. Oktober 2026, von 12 bis 16 Uhr im Saarpfalz-Center Homburg. Die Klinik fĂŒr Augenheilkunde des UniversitĂ€tsklinikums des Saarlandes stellt dort im Rahmen der bundesweiten Kampagne Angebote zu Diagnostik, PrĂ€vention und Simulationsbrillen bereit.

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