Lieferroboter-Boom: USA und Europa erteilen erste Betriebsgenehmigungen
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 07:48 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Innerhalb weniger Tage haben sowohl US-Bundesstaaten als auch europäische Kommunen neue regulatorische Weichen gestellt.
DoorDash drängt auf einheitliche Regeln in New Mexico
Am Dienstag dieser Woche trafen Vertreter von DoorDash mit einem Gesetzesausschuss in New Mexico zusammen. Ihr Ziel: ein landesweit geltendes Regelwerk für sogenannte „Personal Delivery Devices" – kleine Lieferroboter, die Gehwege und Straßen nutzen.
Der hauseigene Roboter „Dot" wiegt rund 160 Kilogramm und transportiert bis zu 13,5 Kilogramm Fracht. Er ist derzeit in Phoenix und San Francisco unterwegs. Zwar könnte das Gerät theoretisch Tempo 30 erreichen, doch DoorDash schlägt in seinem Gesetzesentwurf eine Begrenzung auf 16 km/h in Fußgängernähe vor. Auch ein Maximalgewicht von 225 Kilo für solche Geräte und eine Versicherungspflicht sind Teil des Vorschlags.
Die Diskussionen zogen sich bis heute hin. Senatorin Linda Trujillo machte einen entscheidenden Streitpunkt deutlich: DoorDash will den Kommunen verbieten, eigene Steuern oder Gebühren auf den Roboterbetrieb zu erheben. „Das wäre ein massiver Eingriff in die kommunale Selbstverwaltung", so Trujillo. Das Unternehmen betont, die Roboter seien als Ergänzung für Kurzstrecken unter acht Kilometern gedacht – nicht als Ersatz für menschliche Fahrer. Ein konkreter Starttermin für New Mexico steht noch nicht fest.
Washington D.C. erteilt neue Genehmigungen
Am 15. Juli startete Coco Robotics im Stadtteil Logan Circle mit einer Flotte von rund 25 autonomen Lieferrobotern. Die KI-gesteuerten Fahrzeuge bewegen sich im Schritttempo und transportieren Lebensmittel oder bis zu acht Pizzen innerhalb eines Radius von drei Kilometern. Coco hat bereits über 500.000 Auslieferungen in den USA und Europa absolviert und will die Flotte bis Ende 2026 auf Tausende Fahrzeuge hochfahren.
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Einen Tag später erteilte die Verkehrsbehörde DDOT sowohl Coco als auch Serve Robotics offizielle Betriebsgenehmigungen. Erlaubt sind Lieferungen in ausgewiesenen Zonen von maximal 2,6 Quadratkilometern – mit höchstens 25 Geräten pro Anbieter in der dreimonatigen Anfangsphase. Beide Firmen arbeiten für Uber Eats, Coco zusätzlich mit DoorDash.
Vor der Genehmigung mussten die Betreiber Feldtests bestehen, die das Verhalten der Roboter gegenüber Fußgängern und Menschen mit Behinderungen prüften. Coco gibt an, dass die Technologie die Kosten für die letzte Meile um rund 20 Prozent senkt – und dass jeder zehnte Roboter einen Arbeitsplatz schafft.
Großbritannien: Pilotprojekt in Hertfordshire genehmigt
Auch in Europa tut sich etwas. Der Grafschaftsrat von Hertfordshire hat einen Versuch mit Starship Technologies in Stevenage bewilligt. Die Roboter sind 70 Zentimeter lang, transportieren zwei Einkaufstüten und fahren maximal 6 km/h.
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Sie navigieren per Kameras, Sensoren und GPS innerhalb geografisch eingegrenzter Bereiche und überqueren Straßen eigenständig. Die Behörden behalten sich vor, den Test jederzeit aus Sicherheitsgründen zu stoppen. Der Start ist für Spätsommer 2026 geplant.
Die Entwicklung zeigt: Die autonome Lieferlogistik steht vor einem Durchbruch – doch die Regulierung hinkt vielerorts noch hinterher.
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