Lieferroboter, China

Lieferroboter: China verkauft 22.000 autonome Fahrzeuge pro Jahr

06.07.2026 - 00:51:19 | boerse-global.de

Weltweit steigen Sicherheitsvorfälle mit autonomen Lieferfahrzeugen. Städte reagieren mit Verboten und strengeren Auflagen.

Lieferroboter-Boom: China verkauft 22.000 Einheiten jährlich
Lieferroboter - Autonomer Lieferroboter mit modernem Design auf belebter Gehweg. 06.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Während Logistikkonzerne die Automatisierung vorantreiben, mehren sich Sicherheitsbedenken und Proteste.

Rekordwachstum der Roboterflotten

China treibt den Ausbau seiner Lieferroboter-Flotte massiv voran. Rund 22.000 autonome Einheiten wurden 2025 verkauft – der nationale Bestand wuchs damit auf etwa 30.000 Fahrzeuge. Die Expansion ist Teil einer staatlich geförderten KI-Strategie, die bis 2026 allein in Peking 10.000 kommerzielle Roboter vorsieht.

Der Handelsriese JD.com bereitet sich bereits auf den Wandel vor: 700.000 Zusteller sollen für die Zusammenarbeit mit Robotern umgeschult werden. Dafür kooperiert das Unternehmen mit 120 Bildungseinrichtungen. Der Schritt kommt nicht von ungefähr – China kämpft mit einer schrumpfenden Erwerbsbevölkerung und positioniert sich zugleich als Exporteur humanoider Roboter. Ende Juni 2026 präsentierte UBTech in Shenzhen seinen humanoiden Roboter U1. Berichten zufolge gingen bereits 13.000 Vorbestellungen ein, die Auslieferung soll im Herbst beginnen.

Sicherheitsvorfälle erschüttern die Branche

Die physische Präsenz der Roboter auf Gehwegen führt zu immer mehr Zwischenfällen. In Großbritannien betreibt Starship Technologies rund 500 Fahrzeuge an elf Standorten für Einzelhändler wie Co-op und Tesco. Die Bilanz ist alarmierend: Ein Zusammenstoß mit einem zweijährigen Kind in Milton Keynes, ein angefahrener Fußgänger in Rushden sowie ein Vorfall mit einem Hund. Organisationen für behinderte und ältere Menschen warnen vor erheblichen Gefahren auf Bürgersteigen.

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Die Zahl der Sicherheitsvorfälle mit Lieferrobotern steigt weltweit – von Kollisionen mit Kindern bis zu Konflikten mit Anwohnern. Wer seine Flotte ausbaut, braucht klare Standards, bevor Regulierungen die Spielregeln ändern. Jetzt kostenlosen Sicherheits-Leitfaden anfordern

Ähnliche Spannungen gibt es in den USA. In Chicago geriet ein Pilotprojekt (Laufzeit bis Mai 2027) in die Kritik, nachdem Roboter von Serve Robotics und Coco Robotics mit Bushaltestellen kollidierten. Zwar übernahmen die Firmen die Reparaturkosten, doch eine Petition zur Einstellung des Projekts gewinnt an Zulauf. In Glendale (Kalifornien) wird über ein Moratorium für Gehwegroboter debattiert – obwohl Serve Robotics in der Gegend im vergangenen Jahr über 17.000 Lieferungen absolvierte.

Internationale Regulierungsunterschiede

Manche Städte gehen härter vor. Toronto hat Lieferroboter auf Gehwegen seit 2021 komplett verboten, San Francisco erließ weitreichende Zugangsbeschränkungen. In Bristol führte eine Beinahe-Kollision mit einem Hund dazu, dass Lokalpolitiker nationale Lizenzierungs- und Sicherheitsstandards fordern.

Neue Geschäftsmodelle trotz Widerstand

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Während China jährlich 22.000 Lieferroboter verkauft, mehren sich Proteste und Moratorien in Städten wie Toronto und San Francisco. Logistik-Entscheider, die auf Automatisierung setzen, müssen jetzt die regulatorischen Fallstricke kennen – von Lizenzierung bis Haftung. Regulierungs-Fahrplan für Roboterflotten sichern

Die Branche zeigt sich unbeeindruckt und diversifiziert ihr Angebot. Das südkoreanische Unternehmen Neubility bringt noch 2026 einen Pick-up-förmigen Serviceroboter namens Billi auf den Markt. Pudu Robotics plant in Shenzhen ein Roboter-Hotel, in dem Maschinen den Check-in, die Reinigung und die Essenszubereitung übernehmen. Die Testphase soll Ende 2026 beginnen, die vollständige Eröffnung 2027 folgen.

Auch große Lieferplattformen expandieren: Just Eat startete Anfang 2026 eine Roboter-Lieferpartnerschaft in Sunderland, Uber weitete ähnliche Dienste auf Leeds und Sheffield aus. Die Gewerkschaft IWGB in Großbritannien warnt jedoch: Die Effizienzsteigerung könnte zulasten traditioneller Zustellerjobs gehen.

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