Lifestyle, Pillen

Lifestyle schlÀgt Pillen: 81% Erfolg gegen Reflux ohne Medikamente

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 14:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Experten kritisieren mangelnde Belege fĂŒr Kollagen-PrĂ€parate und empfehlen stattdessen LebensstilĂ€nderungen zur Förderung der Hautgesundheit.

Kollagen-Boom: Wissenschaftler zweifeln an der Wirkung von PrÀparaten
Nahaufnahme von frischen FrĂŒchten und GemĂŒse, die eine gesunde ErnĂ€hrung symbolisieren, mit einem Glas Wasser daneben. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Hersteller versprechen straffere Haut, krÀftigeres Haar und geschmeidigere Gelenke. Doch die Wissenschaft wird immer kritischer.

Zweifel an der Wirkung

Eine ErnĂ€hrungsexpertin des SWR stellte Mitte Juli klar: Viele PrĂ€parate haben keine belegbare Wirkung auf Haut oder Gelenke. UnabhĂ€ngige Untersuchungen stĂŒtzen diese Skepsis.

Studien aus den Jahren 2017 bis 2023 deuten zwar darauf hin, dass eine Einnahme ĂŒber mindestens zwei Monate die HautelastizitĂ€t verbessern kann. Auch NagelschĂ€den und Falten ließen sich demnach reduzieren. Doch die Evidenz bleibt in Fachkreisen umstritten.

Besonders bei Cremes ist die Wirkung begrenzt. Kollagen-MolekĂŒle sind zu groß, um tief in die Hautschichten einzudringen – die Wirkung bleibt oberflĂ€chlich. Effektiver sind Injektionen oder Verfahren wie das RF-Lifting. Zur Anregung der körpereigenen Kollagenproduktion empfehlen Fachleute Wirkstoffe wie Retinol, Vitamin C oder Peptide.

NatĂŒrliche Alternativen

Statt zu NahrungsergĂ€nzungsmitteln zu greifen, raten Experten zu einer Anpassung des Lebensstils. Die körpereigene Kollagenproduktion sinkt ab etwa 35 Jahren natĂŒrlicherweise. Sie lĂ€sst sich durch gezielte NĂ€hrstoffzufuhr unterstĂŒtzen – vor allem Vitamin C und ausreichend Eiweiß sind entscheidend.

NatĂŒrliche Kollagenquellen: KnochenbrĂŒhe, Fleisch, Fisch, Eier und Quark.

Ein Forscher der UniversitĂ€t Cambridge kritisierte im Juli, dass die gĂ€ngigen Empfehlungen von 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht fĂŒr Erwachsene oft zu niedrig seien. Eine höhere Zufuhr könne Regeneration und Kraft verbessern – und damit indirekt auch dem Bindegewebe zugutekommen.

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Neue AnsÀtze in der Gelenktherapie

FĂŒr Arthrose-Patienten rĂŒcken neben Kollagen neue therapeutische AnsĂ€tze in den Fokus. Substanzen wie Sprifermin können den Knorpel verdicken, zeigen aber nur geringe Effekte auf Schmerzen. Modernere Medikamente wie Lorecivivint befinden sich bereits im Zulassungsprozess bei der FDA.

Auch die regenerative Medizin mit Stammzellen oder Gentherapien wird intensiv erforscht – ist jedoch noch nicht als Standardtherapie etabliert.

Spannende Erkenntnisse gibt es zudem im Bereich Kreatin: Eine Studie der UCLA aus dem Jahr 2026 untersuchte den Einsatz zur UnterstĂŒtzung von Immunzellen bei der TumorbekĂ€mpfung. In MĂ€useversuchen verbesserte Kreatin die Energieversorgung dendritischer Zellen und verlangsamte das Wachstum von Melanomen. Klinische Studien am Menschen stehen noch aus.

Ganzheitliche PrÀvention

Fachleute betonen: Der Verzicht auf schĂ€digende EinflĂŒsse wie Alkohol, Nikotin und ĂŒbermĂ€ĂŸige UV-Strahlung hat einen deutlich grĂ¶ĂŸeren Effekt auf Haut und Bindegewebe als jedes PrĂ€parat.

Auch die Darmgesundheit spielt eine zunehmende Rolle. Laut einer Studie im Fachmagazin Nature ist ein reguliertes Darmmilieu entscheidend fĂŒr das Immunsystem und die Langlebigkeit. Stoffe wie PMA-Zeolith sollen Schadstoffe binden und die Darmbarriere unterstĂŒtzen.

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Dass ErnÀhrungsprogramme oft wirksamer sein können als Medikamente, zeigte eine im Juli im JAMA veröffentlichte Studie zum Thema Reflux. Ein strukturiertes Lifestyle-Programm erreichte eine Erfolgsquote von 81 Prozent bei der Linderung von Sodbrennen. Herkömmliche Protonenpumpenhemmer (PPI) schlugen nur bei 56,3 Prozent der Probanden an.

Eine im Juni veröffentlichte Langzeitstudie mit 66.000 Teilnehmern stellte zudem ein um 44 Prozent erhöhtes Demenzrisiko bei dauerhafter PPI-Einnahme fest.

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