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Lion Diet: Nick Norwitz meldet 20 Prozent weniger LDL nach vier Wochen

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 19:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nick Norwitz’ vierwöchiger Test zeigte niedrigere LDL-Werte, aber auch sinkende Omega-3-Werte; Einzelfallresultate sind nicht verallgemeinerbar.

Lion Diet im Selbstversuch: LDL sinkt, Omega-3-Werte gehen zurück
Ein rohes Stück Fleisch auf einem hölzernen Schneidebrett neben einer Schale mit Salz und einem Glas Wasser. Illustration mit AI erstellt.

Die sogenannte Lion Diet gilt als eine der radikalsten Ernährungsformen überhaupt: Erlaubt sind ausschließlich Muskelfleisch, tierisches Fett, Wasser und Salz. Um die physiologischen Reaktionen des menschlichen Körpers auf diese extreme Monodiät im Detail zu untersuchen, unterzog sich der Stoffwechselwissenschaftler Nick Norwitz einem vierwöchigen Selbstversuch.

Während dieses Monats nahm er weit über 45 kg Fleisch zu sich. Die dabei erhobenen Messwerte liefern ungewöhnliche Einblicke, werfen zugleich aber grundlegende Fragen zur Übertragbarkeit individueller Stoffwechseldaten auf die Allgemeinheit auf.

Auswirkungen auf Cholesterinspiegel und Nährstoffwerte

Trotz der massiven Zufuhr von tierischen Fetten und Cholesterin zeigte sich bei den Blutwerten eine unerwartete Dynamik: Das LDL-Cholesterin von Norwitz sank im Verlauf des Monats um 20 %. Gleichzeitig blieb seine Verdauung während des gesamten Experiments stabil und unauffällig.

Allerdings brachte der strikte Verzicht auf pflanzliche Nahrungsmittel sowie Fisch auch messbare Nachteile mit sich. So sanken die Omega-3-Werte des Forschers während des vierwöchigen Testzeitraums messbar ab. Dieser Rückgang wird vor allem auf das vollständige Fehlen mariner Fettquellen im Speiseplan zurückgeführt, da im Rahmen der Diät kein Fisch konsumiert werden durfte.

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Frühere Experimente und die Grenzen von Einzelfallberichten

Der Versuch reiht sich in eine Serie unkonventioneller Selbsttests ein, die Norwitz bereits in der Vergangenheit durchgeführt hat. In einem früheren Experiment verzehrte er innerhalb von 30 Tagen insgesamt 720 Eier – umgerechnet 24 Eier pro Tag.

Auch bei diesem Vorhaben sank sein LDL-Cholesterinspiegel am Ende um 20 %. In einem weiteren Selbstversuch unter ketogenen Bedingungen aß er über einen Zeitraum von 16 Tagen täglich 12 Oreo-Kekse, woraufhin sein LDL-Wert sogar um 71 % zurückging.

Norwitz betont in diesem Zusammenhang ausdrücklich die methodischen Grenzen derartiger Beobachtungen: Sämtliche Ergebnisse stammen aus individuellen Selbstversuchen und belegen keinesfalls eine allgemeingültige physiologische Wirkung. Die Reaktionen einzelner Personen können stark variieren und lassen sich nicht ohne Weiteres auf breitere Bevölkerungsgruppen übertragen.

Wissenschaftliche Befunde aus kontrollierten Studien

Dass fettreiche Ernährungsformen nicht zwangsläufig zu einem linearen Anstieg des LDL-Cholesterinspiegels führen müssen, deckt sich teilweise mit Daten aus größeren klinischen Untersuchungen.

In einer randomisierten Ernährungsstudie mit ursprünglich 55 randomisierten Teilnehmenden, von denen 42 die Untersuchung regulär abschlossen, wurde eine ketogene Diät mit einer pflanzenbasierten Kost verglichen.

Obwohl die ketogene Ernährung 46-mal mehr Nahrungscholesterin und siebenmal mehr gesättigte Fette als die pflanzliche Variante enthielt, unterschied sich das LDL-Cholesterin zwischen den drei untersuchten Diätgruppen nicht signifikant.

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Ergänzende Hinweise liefert eine Metaanalyse von 41 randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) zu Low-Carb-Ernährungsformen. Demnach zeigte sich bei kohlenhydratarmen Diäten ein statistischer Zusammenhang zwischen einem niedrigeren Ausgangs-BMI und stärkeren Anstiegen des LDL-Werts.

Ein direkter Zusammenhang zwischen den individuellen LDL-Veränderungen und der tatsächlichen Zufuhr gesättigter Fette konnte in der Analyse hingegen nicht festgestellt werden.

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