Lipidreiche Plaques: PrÀventive PCI senkt Ereignisrate von 18 auf 7 Prozent
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 10:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deIn der kardiologischen Versorgung vulnerabler GefĂ€ĂverĂ€nderungen liefert eine Untersuchung neue Erkenntnisse zur gezielten Behandlung. Eine am 6. Oktober 2026 in der Fachzeitschrift Circulation veröffentlichte Post-hoc-Analyse der PREVENT-Studie zeigt, dass eine prĂ€ventive perkutane Koronarintervention (PCI) das Risiko schwerer kardiovaskulĂ€rer Ereignisse bei lipidreichen Plaques signifikant reduzieren kann.
Wie die kardiologische Fachplattform acc.org am 13. Oktober 2026 berichtete, hĂ€ngt der Nutzen des Eingriffs maĂgeblich von der genauen Beschaffenheit der Ablagerungen ab.
Deutliche Risikoreduktion bei lipidreichen GefĂ€ĂverĂ€nderungen
Lipidreiche Plaques (LRP), die mittels Nahinfrarotspektroskopie (NIRS) durch einen maximalen Lipid-Core-Burden-Index ĂŒber ein 4-mm-Segment von mehr als 315 definiert wurden, stellen fĂŒr Betroffene ein erhöhtes Gefahrenpotenzial dar.
Der kombinierte primĂ€re Endpunkt â bestehend aus kardialem Tod, ZielgefĂ€Ă-Myokardinfarkt, ischĂ€miegetriebener ZielgefĂ€Ă-Revaskularisation sowie Hospitalisierungen aufgrund instabiler oder progressiver Angina pectoris â trat bei Patienten mit lipidreichen Plaques mit 13 Prozent deutlich hĂ€ufiger auf als bei Patienten ohne solche Ablagerungen, bei denen die Rate bei 5 Prozent lag (Hazard Ratio 2,08; p=0,039).
Wurde bei diesen RisikolĂ€sionen eine prĂ€ventive PCI durchgefĂŒhrt, sank die Ereignisrate beim primĂ€ren Endpunkt auf 7 Prozent. Im Vergleich dazu lag der Wert unter einer alleinigen optimalen medikamentösen Therapie bei 18 Prozent. Dies entsprach einer adjustierten Hazard Ratio von 0,23 (p<0,001).
Kein therapeutischer Nutzen bei LĂ€sionen ohne Lipidkern
Ein kontrĂ€res Bild ergab sich bei GefĂ€Ăstellen, die nicht als lipidreich eingestuft wurden. Bei diesen Nicht-LRP-Befunden brachte der invasive Eingriff keinen klinischen Vorteil gegenĂŒber der medikamentösen Standardbehandlung.
Die Post-hoc-Analyse der PREVENT-Studie zeigt: Bei lipidreichen Plaques sank die Ereignisrate unter prĂ€ventiver PCI auf 7 Prozent gegenĂŒber 18 Prozent unter alleiniger medikamentöser Therapie â bei Nicht-LRP blieb der Eingriff ohne Vorteil. Wie Sie in der Praxis die richtigen LĂ€sionen identifizieren und behandeln, fasst dieser kostenlose Leitfaden in drei Schritten zusammen. Praxisleitfaden zur Plaqueselektion jetzt anfordern
Die Rate des primĂ€ren Endpunkts betrug hier 6 Prozent nach einer prĂ€ventiven PCI gegenĂŒber 4 Prozent unter alleiniger medikamentöser Therapie (adjustierte Hazard Ratio 1,00; p=0,97). FĂŒr die statistische Interaktion zwischen der gewĂ€hlten Behandlungsform und dem Vorliegen lipidreicher Plaques ergab sich ein p-Wert von unter 0,001, was die Bedeutung der Plaqueselektion unterstreicht.
Studiendesign und langfristige Beobachtung im Rahmen von PREVENT
Die zugrundeliegende Post-hoc-Analyse stĂŒtzt sich auf einen Datensatz von 598 Patienten mit einem mittleren Alter von 64 Jahren, von denen fast ein Drittel Frauen waren.
Nicht jede vulnerabel erscheinende LÀsion profitiert von einem Eingriff: In der PREVENT-Analyse brachte die prÀventive PCI bei LÀsionen ohne Lipidkern keinen klinischen Vorteil (6 versus 4 Prozent). Wer Fehlinterventionen vermeiden will, braucht eine belastbare NIRS-IVUS-Routine. Der Leitfaden zeigt, wie Sie Plaque-Burden bewerten und die Indikation sauber stellen. Indikations-Checkliste jetzt sichern
Insgesamt wurden 632 LĂ€sionen untersucht, die per intravaskulĂ€rem Ultraschall (IVUS) eine Plaque-Burden von ĂŒber 70 Prozent und eine minimale LumenflĂ€che von unter 4 mmÂČ aufwiesen. Lipidreiche Plaques wurden bei 223 Patienten (37 Prozent) an 234 LĂ€sionen festgestellt. Die Nachbeobachtungszeit betrug im Median 5,6 Jahre.
Eingebettet waren diese Untersuchungen in die ĂŒbergeordnete PREVENT-Studie. Diese schloss im Zeitraum zwischen September 2015 und September 2021 insgesamt 1.606 Patientinnen und Patienten an 15 Zentren in SĂŒdkorea, Japan, Taiwan und Neuseeland ein, um prĂ€ventive BehandlungsansĂ€tze bei koronaren LĂ€sionen systematisch zu analysieren.
