Logistik-Etiketten, RFID-Labels

Logistik-Etiketten: RFID-Labels mit 10 Jahren Haltbarkeit ersetzen Handarbeit

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 02:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein Feldtest belegt: Dauerhafte RFID-Etiketten ersetzen manuelle Erfassung von Mehrwegbehältern und senken Fehlerquoten.

Logistik im Wandel: RFID, QR-Codes und Cloud-Systeme im Praxistest
Nahaufnahme eines modernen RFID-Etiketts mit QR-Code auf einem Mehrwegbehälter in einer automatisierten Lagerumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

RFID, QR-Codes und cloudbasierte Systeme – die Logistikbranche erlebt einen technologischen Wandel. Ein aktueller Praxistest zeigt, wie dauerhafte RFID-Etiketten die manuelle Erfassung von Mehrwegbehältern überflüssig machen.

RFID statt Handarbeit in der Obstwirtschaft

Agromanager und Munckhof Fruit Tech Innovators haben einen Feldtest durchgeführt. Das Ergebnis: RFID-Etiketten mit einer Haltbarkeit von bis zu zehn Jahren und integrierten QR-Codes ersetzen die manuelle Etikettierung. Lesegeräte an Erntemaschinen erfassen die Kisten automatisch. Die Fehlerquote sinkt, der Verwaltungsaufwand reduziert sich.

Die Kombination aus Barcodes und RFID-Technik erweist sich dabei als besonders vorteilhaft. Barcodes bleiben eine kostengünstige Lösung für Einzelartikel. RFID ermöglicht dagegen die Erfassung großer Mengen ohne direkten Sichtkontakt – und das in Echtzeit.

Digitale Lebensläufe für Glasflaschen

Ein Pilotprojekt von CCEP DE, Vetropack und Myneral Labs geht noch einen Schritt weiter. Jede Mehrweg-Glasflasche erhält eine eingravierte Seriennummer als Datamatrix-Code. KI-gestützte Kameras lesen diese Informationen bei jedem Durchlauf aus. So entsteht ein digitaler Lebenslauf der Verpackung. Das ermöglicht eine exakte Steuerung der Bestände und optimiert die Umlaufzyklen. Das Projekt wurde im Juli 2026 mit dem Deutschen Verpackungspreis ausgezeichnet.

Cloud-Lösungen vernetzen Systeme

TraceGains präsentierte Ende Juli eine Lösung für das Management von Verpackungsspezifikationen. Sie ist in bestehende Grafiksysteme wie Esko WebCenter Go integriert. Ziel ist ein einheitliches Ökosystem, in dem Informationen zu Zutaten, Verpackungsdaten und Grafiken synchronisiert werden. Automatisierte Kontrollmechanismen verhindern Unstimmigkeiten zwischen verschiedenen Systemen.

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Auch beim Farbmanagement setzen sich Cloud-Lösungen durch. Siegwerk und X-Rite Pantone entwickelten Colorwerk FastMatch Cloud. Die Anwendung erstellt Farbrezepturen in weniger als 20 Sekunden. Das steigert die Prozessgeschwindigkeit und unterstützt durch die Wiederverwendung von Druckfarben die Ressourceneffizienz.

Thermodirekt vs. Thermotransfer – die Qual der Wahl

Bei der Hardware für die Etikettierung stehen Unternehmen vor einer grundsätzlichen Entscheidung. Der Thermodirekt-Druck gilt als kostengünstig, da kein Farbband benötigt wird. Er eignet sich für kurzlebige Anwendungen wie Versandetiketten. Der Nachteil: Die Ausdrucke reagieren empfindlich auf Wärme und Licht.

Der Thermotransfer-Druck bietet dagegen hohe Langlebigkeit und Beständigkeit gegen UV-Strahlung, Chemikalien und mechanischen Abrieb. Er wird bevorzugt in der industriellen Fertigung und Lagerhaltung eingesetzt.

Fedrigoni Self-Adhesives präsentierte zudem neue Materialoptionen mit einer speziellen Behandlung zur Erhöhung der Feuchtigkeitsbeständigkeit (Ultra Wet Strength). Diese Materialien verbessern die Haftung auf Glas unter anspruchsvollen Bedingungen – speziell für Premium-Getränkeetiketten.

Regulatorische Fragen und Produktionsvorbereitung

Die Verbände FINAT und AFERA veröffentlichten im Juli ein Positionspapier zur europäischen Verpackungsverordnung (PPWR). Sie fordern eine EU-weit einheitliche Auslegung: Bestimmte technische Hilfsmittel wie Release Liner sollten nicht als eigenständige Verpackung eingestuft werden, da sie eine rein technische Funktion erfüllen.

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Für die Implementierung KI-gestützter Designs betonen Experten die sorgfältige Vorbereitung der Produktionsdaten. KI-Modelle arbeiten oft in Farbräumen und Auflösungen, die nicht direkt für den Druck geeignet sind. Eine Umwandlung in produktionsreife CMYK-Dateien mit exakten Abmessungen und Beschnittzugaben ist daher erforderlich.

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