Logistikfläche: Neubau-Umsatz sinkt um 21 Prozent im Q1 2026
Veröffentlicht: 03.06.2026 um 06:19 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Doch nicht alle Unternehmen investieren gleichermaßen.
Der Markt für Intralogistik zeigt eine gespaltene Dynamik. Während der strukturelle Druck durch Fachkräftemangel und knappe Flächen hoch bleibt, agieren viele Firmen bei kleineren Projekten vorsichtig. Große strategische Vorhaben werden dagegen weiter vorangetrieben. Das erklärte Branchenexperte Markus Külken von SSI Schäfer Anfang Juni.
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Künstliche Intelligenz gewinnt dabei an Bedeutung – aber nur, wenn sie auf stabilen Prozessen und einer soliden Datenbasis aufsetzt.
Erfolgsbeispiel: Automatisierung bei Toom
Ein konkretes Beispiel liefert das Fulfillment Center der Rewe-Tochter Toom in Rodgau. Seit dem Start im März 2026 ist das Unternehmen mit dem automatisierten Kleinteilelager zufrieden. Sieben Roboter kommissionieren dort E-Commerce-Artikel aus rund 23.000 Behältern.
Ziel solcher Systeme: kürzere Durchlaufzeiten und bessere ergonomische Bedingungen für die Mitarbeiter.
Digitale Zwillinge und e-Kanban
Die Digitalisierung der Fabrikebene schreitet voran. Rockwell Automation zeigte im Mai Konzepte für den Digital Thread. Mit digitalen Zwillingen lassen sich Verpackungslinien und Produktionsprozesse vor der physischen Installation simulieren. Das beschleunigt die Inbetriebnahme erheblich.
Auch bei mobiler Robotik wird Simulation wichtiger. Dualis stellte Anfang Juni Lösungen vor, mit denen sich Bewegungen von fahrerlosen Transportsystemen (AGVs) und autonomen Robotern (AMRs) in 3D-Modellen planen lassen. So erkennen Unternehmen Engpässe und den tatsächlichen Fahrzeugbedarf vor der Umsetzung.
In der operativen Steuerung setzen Anbieter auf digitale Weiterentwicklungen bewährter Prinzipien. Das klassische Kanban-System wird durch e-Kanban ergänzt. IoT-Sensorik und elektronische Etiketten steuern Materialbedarfe in Echtzeit und papierlos.
Knappe Flächen treiben Innovationen
In Ballungsräumen wird Logistikfläche immer knapper. Die Folge: mehrgeschossige Logistikimmobilien gewinnen an Relevanz. Laut CBRE-Analysen sank der Flächenumsatz im Neubau von Industrie- und Logistikimmobilien im ersten Quartal 2026 um 21 Prozent auf 526.000 Quadratmeter. Multi-Level-Konzepte gelten als Antwort auf hohe Grundstückspreise und ESG-Anforderungen.
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Großprojekte im ländlichen Raum setzen dagegen auf maximale Kapazität. In Waldershof entsteht ein vollautomatisiertes Hochregallager des Fahrradherstellers Cube. Mit 37 Metern Höhe bietet es Platz für 50.000 Europaletten. Fertigstellung: Ende 2027.
Die Fricke-Gruppe investierte massiv in ihre Infrastruktur. Im Saarland eröffnete sie ein Logistikzentrum für 160 Millionen Euro – inklusive automatisiertem Kleinteilelager mit 335.000 Plätzen.
Hardware-Innovationen für spezielle Anwendungen
Auch bei der Fördertechnik gibt es Fortschritte:
- SMT-Fertigung: Fuji Corporation kündigte für die Messe JISSO PROTEC (10.–12. Juni in Tokio) eine Station an, die die Bestückung von Feedern mit Gurtrollen erstmals voll automatisiert.
- Kühlhauslogistik: OPEX Corporation erhielt im Mai eine Auszeichnung für eine Lösung, die Produkte mit unterschiedlichen Temperaturanforderungen – von Raumtemperatur bis Tiefkühl – in einer Anlage lagert.
- Modulare Fördertechnik: Die mk Technology Group führte im Juni ein modulares Rollenbahnfördersystem für Lasten bis 55 kg ein. Es setzt auf staudruckloses Fördern und dezentrale Steuerung.
- Zustelldienste: Pick-by-Light-Systeme an Förderbändern steigern die Effizienz bei der Vorsortierung und machen Arbeitszeiten transparenter.
Die Entwicklungen zeigen: Effizienzsteigerungen in der Intralogistik entstehen zunehmend durch eine Kombination aus modularer Hardware, digitaler Vernetzung und optimierter Flächennutzung.
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