LogoKit & Kratos: Neue Phishing-Kits umgehen statische Filter
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 17:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsexperten schlagen Alarm: Cyberkriminelle automatisieren ihre Angriffe und passen sie gezielt an ihre Opfer an.
LogoKit: Dynamische Phishing-Seiten in Echtzeit
Ein neues Phishing-Kit namens LogoKit sorgt für Aufsehen. Es erstellt gefälschte Anmeldeseiten, die sich in Echtzeit an das jeweilige Opfer anpassen. Das System nutzt die E-Mail-Adresse des Ziels, um automatisch passende Firmenlogos und Hintergrundbilder von legitimen Diensten abzurufen. Statische Filter haben gegen diese Methode kaum eine Chance, da keine festen Vorlagen verwendet werden. Erbeutete Zugangsdaten landen anschließend über Telegram-Bots bei den Hintermännern.
Kratos: MFA ist kein Hindernis mehr
Parallel dazu macht das Phishing-as-a-Service-Modell „Kratos“ die Runde. Es zielt speziell auf Microsoft-365-Umgebungen ab. Die Technik: sogenannte Adversary-in-the-Middle-Angriffe (AiTM) greifen Sitzungscookies ab und umgehen so die Multifaktor-Authentifizierung (MFA). Forscher konnten das Kit anhand spezifischer Bilddateien identifizieren – und damit zahlreiche Angriffe in den USA und Südeuropa zuordnen.
Outlook-Lücke: Vorschau reicht für Infektion
Die Gruppierung TA488 (auch „Laundry Bear“ genannt) nutzt derzeit eine Sicherheitslücke in Outlook Web Access (CVE-2026-42897) aus. Bei diesem „Half-Click-Exploit“ reicht bereits die Vorschau einer manipulierten E-Mail, um Schadcode auszuführen. Die Kampagne läuft bereits seit Juli. Laut Analysten von Proofpoint sind vor allem Regierungsbehörden sowie Unternehmen aus Telekommunikation, Finanzen und Luftfahrt in Europa und Nordamerika betroffen. Ein JavaScript-Trojaner sorgt für die dauerhafte Infektion und exfiltriert Daten über verschlüsselte Tunnel.
Flying Eagle: Baukasten für Android-Trojaner
Im mobilen Bereich wurde das Baukasten-System „Flying Eagle“ identifiziert. Es ermöglicht die Erstellung von Fernzugriffstrojanern (RAT) für Android-Geräte. Ziel: Anmeldedaten für Finanz-Apps und Zahlungsdienstleister. Über 170 aktive Server wurden bereits im Zusammenhang mit dieser Schadsoftware entdeckt. Die Verteilung läuft häufig über gefälschte Apps, die sich als Sicherheitsanwendungen tarnen.
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Ghost Pairing: WhatsApp-Konto gekapert
Auch einfachere Betrugsmaschen nehmen zu. Beim „Ghost Pairing“ auf WhatsApp werden Nutzer auf manipulierten Webseiten zum Scannen eines QR-Codes verleitet. Dadurch erhalten Angreifer Zugriff auf das Konto, indem sie die Multi-Geräte-Funktion des Messengers missbrauchen. In Norddeutschland führte diese Masche laut Medienberichten zu einem Verlust von mehreren Tausend Euro.
Zudem warnen Experten vor Manipulationen an Hotel-Routern. Dabei wird das Gerätecode-Anmeldeverfahren von Microsoft ausgenutzt, um die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu umgehen.
Apple schließt 91 Sicherheitslücken
Als Reaktion auf die Bedrohungslage hat Apple Ende Juli iOS 26.6 veröffentlicht. Das Update schließt laut Herstellerangaben 91 Sicherheitslücken. Zudem enthält es Optimierungen beim Filtern unerwünschter Anrufe und erweiterte Schutzmechanismen für Apps wie Kartenmaterial durch eine verbesserte Sandbox-Technologie.
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Experten raten dringend: Sicherheitsupdates sofort installieren und die Multifaktor-Authentifizierung durch zusätzliche Hardware-Token oder App-basierte Bestätigungen absichern.
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