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Long Covid: Akupunktur lindert Symptome um 62 Prozent

25.05.2026 - 07:16:26 | boerse-global.de

Aktuelle Forschung aus Deutschland und Österreich zeigt: Akupunktur lindert Long-Covid-Symptome wie Erschöpfung und Brain Fog deutlich.

Long Covid: Akupunktur lindert Symptome um 62 Prozent - Foto: über boerse-global.de
Long Covid: Akupunktur lindert Symptome um 62 Prozent - Foto: über boerse-global.de

Jetzt liefern Studien aus Deutschland und Österreich vielversprechende Belege: Akupunktur kann die Symptome deutlich lindern.

Deutsche Ärzte bestätigen deutliche Besserung

Eine retrospektive Kohortenstudie aus Mai 2025 untersuchte die Behandlung von 79 Long-Covid-Patienten durch Ärzte in Deutschland und Österreich. 85 Prozent der Betroffenen erhielten Akupunktur als Teil ihrer Therapie. Das Ergebnis: Nach durchschnittlich sieben Sitzungen berichteten die Patienten über eine globale Symptomverbesserung von rund 62 Prozent. Besonders Erschöpfung, körperliche Leistungseinschränkungen und Atemnot bei Belastung ließen nach.

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Die Forscher betonen jedoch, dass diese vielversprechenden Ergebnisse durch groß angelegte, kontrollierte Studien bestätigt werden müssen.

Wissenschaftliche Belege für Fatigue und psychische Symptome

Eine umfassende systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse, veröffentlicht im Juli 2024 in Frontiers in Neurology, wertete 110 randomisierte kontrollierte Studien aus. Die Ergebnisse sind eindeutig: Akupunktur führte zu statistisch signifikanten Verbesserungen bei Erschöpfungswerten im Vergleich zu Medikamenten oder Placebo-Behandlungen.

Auch bei psychischen Symptomen zeigte sich die Nadeltherapie überlegen. Bei Depressionen, gemessen an der Hamilton-Skala, schnitten Akupunkturpatienten besser ab als jene mit konventioneller Behandlung. Die kognitive Leistungsfähigkeit verbesserte sich im Mini-Mental-Status-Test um durchschnittlich 1,15 bis 1,20 Punkte.

Wie Akupunktur gegen „Brain Fog" wirkt

Der sogenannte „Brain Fog" – ein Sammelbegriff für Gedächtnislücken, Konzentrationsschwäche und geistige Trägheit – steht im Fokus aktueller Forschung. Eine Studie vom Dezember 2025 in Complementary Medicine Research untersuchte die zugrundeliegenden Mechanismen. Mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) konnten Forscher zeigen, dass regelmäßige Akupunktur-Sitzungen gestörte Netzwerke im Gehirn wiederherstellen können – insbesondere das Default Mode Network und das dorsale Aufmerksamkeitsnetzwerk.

Ein neues klinisches Studienprotokoll, eingereicht im Januar 2026, plant eine achtwöchige Akupunktur-Intervention mit modernsten Bildgebungsverfahren. Dies ist dringend nötig: Rund 22 Prozent aller Long-Covid-Patienten leiden an kognitiven Störungen, oft über Jahre hinweg – ohne standardisierte medikamentöse Therapie.

Spezielle Verfahren zeigen schnelle Erfolge

Neben der klassischen Akupunktur gewinnen spezialisierte Methoden an Bedeutung. Eine prospektive Beobachtungsstudie vom April 2025 untersuchte die Wangenakupunktur bei 40 Long-Covid-Patienten. Die Mikro-Nadeltherapie zielt auf spezifische Triggerpunkte. Das Ergebnis verblüffte: Bei Symptomen wie Erschöpfung, Herzrasen und Schlafstörungen lag die Wirksamkeit bei 100 Prozent – und das mit durchschnittlich nur zwei Behandlungen.

Deutschland baut Versorgung aus

Die gesetzliche Krankenversicherung hat reagiert: Seit Januar 2025 gibt es neue Abrechnungsziffern (EBM) speziell für die Behandlung von Long-Covid-Patienten. Zuschläge für schwere Fälle mit Bewegungseinschränkungen sind inbegriffen.

Im März 2025 fand in Berlin ein hochrangiger „Long-Covid-Runder Tisch" unter Leitung von Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach statt. Die Botschaft: Patientenorientierte Forschung und schnelle Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis haben oberste Priorität. Zielgerichtete Rehabilitation – oft mit komplementären Methoden wie Akupunktur – zeige positive Ergebnisse, besonders wenn Konzepte wie „Pacing" zur Vermeidung von Belastungserschöpfung integriert werden.

Der Wandel in der Medizin

Die Forschungslage zeigt einen klaren Trend: Akupunktur wandelt sich von einer marginalen „Alternativmethode" zu einem evidenzgestützten, komplementären Bestandteil der multimodalen Rehabilitation. Die zunehmende Zahl klinischer Studienprotokolle zwischen 2024 und 2026 spiegelt die wachsende Nachfrage nach nicht-medikamentösen Interventionen wider.

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Der Hauptwirkmechanismus: die Modulation des autonomen Nervensystems. Long Covid wird zunehmend als Erkrankung mit Immunfehlregulation und chronischer Entzündung verstanden. Akupunktur kann helfen, das sympathische und parasympathische Nervensystem wieder ins Gleichgewicht zu bringen – und damit den „Kampf-oder-Flucht"-Zustand zu reduzieren, der bei Patienten mit Herzrasen und Angstzuständen oft beobachtet wird.

Ausblick: Was die Zukunft bringt

Die Zukunft der Akupunktur in der Long-Covid-Therapie hängt von den Ergebnissen mehrerer laufender Großstudien ab. Eine Phase-II-Studie mit 160 Patienten, die 2022 begann, erreichte Ende 2024 ihre primäre Abschlussphase. Die vollständigen Daten werden bis Mitte 2026 erwartet – sie könnten die Grundlage für aktualisierte internationale Behandlungsleitlinien liefern.

Das Bundesgesundheitsministerium fördert Pilotprojekte bis 2028 mit 45 Millionen Euro. Gelingt der Nachweis der „zentralen Wirkmechanismen" durch Neuroimaging-Studien, könnte Akupunktur vom symptomatischen Unterstützungswerkzeug zum standardisierten Element der neurologischen Rehabilitation bei postviralen Syndromen werden. Bis dahin bleibt sie eine wertvolle Option für individuelle Behandlungspläne – besonders für Patienten, deren Symptome sich konventionellen Therapien widersetzen.

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