Love-Scam-Welle: Landgericht verurteilt fĂŒnf BetrĂŒger zu bis zu 6 Jahren
25.06.2026 - 00:34:52 | boerse-global.de
Sicherheitsbehörden weltweit schlagen Alarm: Dating-Apps und Partnervermittlungen entwickeln sich zunehmend zu Tatorten organisierter KriminalitÀt. Aktuelle Urteile und Polizeiberichte aus Deutschland, Australien und Indien zeigen eine besorgniserregende Professionalisierung der TÀter.
FĂŒnf Jahre Haft fĂŒr Love-Scammer aus Delmenhorst
Das Landgericht Oldenburg verurteilte am Mittwoch fĂŒnf MĂ€nner zu teils langjĂ€hrigen Haftstrafen. Die höchsten Urteile: sechs beziehungsweise fĂŒnfeinhalb Jahre GefĂ€ngnis. Der Hauptangeklagte erhielt drei Jahre und sechs Monate â ihm wies das Gericht eine Mitgliedschaft in der internationalen Gruppierung Black Axe nach.
Die Bande hatte gezielt Ă€ltere Menschen umgarnt. Ăber das Internet tĂ€uschten die TĂ€ter Liebesbeziehungen vor, um an Geld zu kommen. Die Anklagepunkte: Bandenbetrug und versuchte GeldwĂ€sche. Zwei weitere Beteiligte kamen mit BewĂ€hrungs- oder Geldstrafen davon.
Australien verschÀrft Gesetze gegen Dating-App-Erpressung
Besonders perfide: TĂ€ter nutzen die Angst vor einem ungewollten Outing. In Victoria registrierten die Behörden seit Juni 2024 insgesamt 95 Ăbergriffe auf queere MĂ€nner ĂŒber Dating-Apps. 42 Festnahmen gab es bereits. Hauptbetroffene sind internationale Studierende.
Die Politik reagierte. Seit September 2025 gelten in Victoria verschĂ€rfte Strafen. Wer aus Hassmotiven zu Straftaten anstiftet oder damit droht, dem drohen bis zu fĂŒnf Jahre Haft. Das Gesetz soll die gezielte Verwundbarkeit von Minderheiten in digitalen Umgebungen adressieren.
Immer mehr Gewalt: Von abgelegenen Treffpunkten bis zum âdigitalen Arrestâ
Love-Scam wird immer professioneller â fĂŒnf BetrĂŒger wurden zu langen Haftstrafen verurteilt. Mit unserem kostenlosen Sicherheits-Check erkennen Sie Fake-Profile und wissen, wie Sie sich vor Erpressung schĂŒtzen. Sicherheits-Check per E-Mail anfordern
Die Entwicklung verschĂ€rft sich. Im indischen Jalaun lockten TĂ€ter MĂ€nner ĂŒber Dating-Apps an entlegene Orte. Dort hielten sie die Opfer fest, entkleideten und filmten sie. AnschlieĂend forderten sie Geld â unter Androhung der Veröffentlichung des Materials.
Noch raffinierter der Fall aus Gwalior: Eine 69-jĂ€hrige pensionierte Beamtin geriet in die Falle des sogenannten digitalen Arrests. 33 Tage lang hielten falsche Ermittlungsbeamte die Frau unter psychischem Druck. Sie behaupteten, sie sei in GeldwĂ€sche verwickelt. Ergebnis: Die TĂ€ter erbeuteten ĂŒber 15,7 Millionen Rupien.
GroĂrazzia gegen die digitale Infrastruktur
Die Ermittler schlagen aber auch zurĂŒck. BKA, Europol und Microsoft gelang ein Schlag gegen die technische Basis der CyberkriminalitĂ€t. In einer koordinierten Aktion neutralisierten sie mehrere Varianten von Schadsoftware, darunter SocGholish und StealC.
Ăber 300 Server und 140 Domains wurden abgeschaltet. Sie dienten Ransomware-Angriffen und Datendiebstahl. Die Behörden sicherten Zugangsdaten von rund 385.000 Opfern. Solche gestohlenen IdentitĂ€ten sind die Grundlage fĂŒr tĂ€uschend echte Fake-Profile auf Dating-Plattformen.
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Neue FĂ€lle auch in Deutschland
Die Lage bleibt angespannt. Erst am Dienstag erstattete eine Frau aus der Region Donauwörth Anzeige. Ein Love-Scammer hatte sie zur Herausgabe von Guthabenkarten im Wert von 2.000 Euro bewegt. Zudem lieĂ sich das Opfer zur Ăbermittlung von Intimfotos ĂŒberreden â die der TĂ€ter sofort als Druckmittel fĂŒr weitere Forderungen nutzte. Die Polizei ermittelt wegen Erpressung auf sexueller Grundlage.
