LSW, Windows-11-Apps

LSW 0.2.1: Windows-11-Apps laufen als einzelne Fenster auf Linux

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 09:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Update ergänzt Debian- und RPM-Pakete sowie Linux-Speicherzugriff; Tests zeigen Einschränkungen bei 3D, Videoschnitt und Spielen.
Ein minimalistischer, moderner Arbeitsplatz in einem hellen Büro mit einem leeren Monitor vor einem großen Fenster. Illustration mit AI erstellt.

Mit der Veröffentlichung von LSW 0.2.1 steht eine aktualisierte Fassung der Virtualisierungssoftware bereit, mit der sich Windows-11-Anwendungen als einzelne Programmfenster direkt auf einer Linux-Arbeitsumgebung darstellen lassen.

Die Lösung setzt auf eine virtuelle Maschine auf und verzahnt die Anwendungen optisch mit dem Linux-Desktop. Wie das Fachportal neoteo.com in einem Bericht vom 3. November 2026 darlegt, erweitert die neue Version die Installationsoptionen und verbessert die Interaktion zwischen den Betriebssystemen.

Neue Pakete und Host-Speicherzugriff

Mit LSW 0.2.1 werden Installationspakete in den Formaten .deb und .rpm bereitgestellt. Damit lässt sich die Software auf Debian-basierten sowie auf RPM-basierten Linux-Distributionen einrichten.

Eine funktionale Neuerung betrifft den Datenaustausch: Die Software erlaubt nun den Zugriff aus der Windows-Umgebung heraus auf den Speicher des Linux-Hostsystems, was die Zusammenarbeit zwischen Linux-Dateiverwaltung und den virtualisierten Programmen erleichtert.

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Für den Einsatz nennt die Dokumentation des Projekts spezifische technische Voraussetzungen. Auf dem Hostsystem wird ein x86-64-Linux mit aktivem KVM-Zugriff (/dev/kvm) vorausgesetzt. Als Display-Server-Protokoll muss Wayland zum Einsatz kommen.

Zudem sind Vulkan-fähige Grafiktreiber erforderlich; Tests wurden dabei mit Grafikchips von AMD, Intel und NVIDIA durchgeführt. Aufseiten des Gastbetriebssystems wird mindestens Windows 11 24H2 ab Build 26100 verlangt. Die Installation setzt zudem auf ein UEFI auf, das ohne Secure-Boot-Schlüssel betrieben wird.

Praxistests zeigen Stärken und Grenzen

Erste Praxistests mit LSW 0.2.1 zeigen ein gemischtes Bild hinsichtlich der Leistung unterschiedlicher Softwarekategorien. Produktivitäts- und Kreativprogramme wie Microsoft 365, Affinity, Adobe Photoshop und Adobe Lightroom ließen sich starten und nutzen, wenngleich teilweise mit verringerter Ausführungsgeschwindigkeit.

Deutliche Leistungseinbußen zeigten sich bei anspruchsvolleren 3D- und Videoschnittanwendungen. So lief Autodesk Fusion im Test auf einem Intel-Core-Prozessor der 13. Generation spürbar langsamer als auf einem nativen Windows-System, was unter anderem auf die Speicherverteilung zurückgeführt wurde: Der virtuellen Maschine standen rund 12 Gigabyte Arbeitsspeicher zur Verfügung, während das Testsystem nativ über 32 Gigabyte RAM verfügte.

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Die Wiedergabe in der Videoschnittsoftware DaVinci Resolve flackerte derart stark, dass ein produktiver Einsatz nicht möglich war. Zudem scheiterte der Start von zwei getesteten Steam-Spielen; für Computerspiele unter Linux verweist der Testbericht weiterhin auf die Kompatibilitätsschicht Proton.

Lizenzierung und Windows-Aktivierung

LSW 0.2.1 steht unter der Open-Source-Lizenz Apache-2.0 und ist für die private Nutzung kostenlos verfügbar. Die zugrunde liegende Windows-Installation erfordert jedoch weiterhin eine reguläre Lizenz. Anwender müssen das Gastbetriebssystem separat über einen Product Key oder eine digitale Lizenz aktivieren.

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