Lungenfibrose, Inhalatives

Lungenfibrose: Inhalatives Treprostinil bremst FVC-Verlust um 111,8 ml

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 17:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Zwei Phase-3-Studien zeigen einen geringeren FVC-RĂŒckgang unter Treprostinil; fĂŒnf von sechs sekundĂ€ren Endpunkten fielen ebenfalls zugunsten der Therapie aus.

Inhaliertes Treprostinil bremst Lungenfunktionsverlust bei IPF
Abstrakte, feine organische Strukturen, die an Lungengewebe erinnern, in einem hellen, klinisch wirkenden Raum. Illustration mit AI erstellt.

Die Behandlung der idiopathischen Lungenfibrose (IPF) bleibt eine der zentralen Herausforderungen in der Pneumologie, da die fortschreitende Vernarbung des Lungengewebes zu einem kontinuierlichen Verlust der Lungenfunktion fĂŒhrt.

Neue Erkenntnisse aus einem umfangreichen klinischen Entwicklungsprogramm liefern nun detaillierte Einblicke in das Potenzial einer inhalativen Therapie. Im Fokus stehen die Phase-3-Studien TETON-1 und TETON-2, die die Wirksamkeit und Sicherheit von inhaliertem Treprostinil bei Betroffenen mit dieser schweren chronischen Erkrankung untersuchten.

Signifikante Verlangsamung des Lungenfunktionsverlusts

Die Auswertung der beiden randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Studien TETON-1 (NCT04708782) und TETON-2 (NCT05255991), zu denen am 23. September 2026 Ergebnisse vorlagen, umfasste insgesamt 1191 Patienten.

Davon erhielten 597 Teilnehmende inhaliertes Treprostinil, wÀhrend 594 Personen in der Placebogruppe behandelt wurden. Als primÀrer Endpunkt wurde die absolute VerÀnderung der forcierten VitalkapazitÀt (FVC) vom Ausgangswert bis zur 52. Behandlungswoche definiert.

Die Ergebnisse belegen einen statistisch signifikanten Vorteil zugunsten des Wirkstoffs. Nach 52 Wochen lag der mediane FVC-Abfall in der Treprostinil-Gruppe bei -45,4 ml (95% CI -73,8 bis -23,1), wohingegen in der Placebogruppe ein medianer RĂŒckgang um -161,7 ml (95% CI -194,5 bis -134,1) verzeichnet wurde. Dies entspricht einer Differenz von 111,8 ml (95% CI 79,7 bis 144,0; p<0,0001). Damit konnte der fortschreitende Verlust an LungenkapazitĂ€t ĂŒber den einjĂ€hrigen Studienzeitraum spĂŒrbar verlangsamt werden.

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Überlegenheit bei klinischen Endpunkten und Sicherheitsprofil

Neben dem primĂ€ren Endpunkt zeigte sich Treprostinil auch bei fĂŒnf von sechs sekundĂ€ren Studienendpunkten ĂŒberlegen. Positive Effekte zeigten sich bei der Zeit bis zu einer klinischen Verschlechterung, der Zeit bis zu einer akuten IPF-Exazerbation sowie bei der anhand des K-BILD gemessenen LebensqualitĂ€t. Ebenso erwies sich die Behandlung bei den Funktionsparametern ppDLCO und ppFVC als vorteilhaft gegenĂŒber Placebo.

Hinsichtlich der MortalitÀt nach 52 Wochen lag die Rate unter Treprostinil bei 6,9%, verglichen mit 9,4% in der Kontrollgruppe unter Placebo; dieser Unterschied erreichte jedoch keine statistische Signifikanz. Bei der VertrÀglichkeit erwies sich Husten als die am hÀufigsten beobachtete Nebenwirkung. Finanziert wurde das Studienprogramm von dem Unternehmen United Therapeutics.

Entwicklungen in der therapeutischen Landschaft

Die Daten reihen sich in breitere ForschungsaktivitÀten zur gezielten Verlangsamung fibrotischer Lungenprozesse ein. Parallel dazu zeigte der Wirkstoff Nerandomilast, der als erster PDE4B-Inhibitor eingestuft wird, in zwei Zulassungsstudien eine deutliche Reduktion des FVC-Verlusts bei fortschreitender Lungenfibrose im Rahmen einer idiopathischen Lungenfibrose und war dabei gut vertrÀglich.

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Zusammen verdeutlichen die Studienergebnisse die zunehmende Differenzierung der therapeutischen AnsÀtze, mit denen der funktionelle Verfall bei chronischen Lungenerkrankungen eingedÀmmt werden soll.

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de | wissenschaft | 70193807 |