Lungenhochdruck: Herz-Strain-Messung steigert Erkennung auf bis zu 96 Prozent
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 10:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deBestehende echokardiographische Algorithmen weisen diagnostische LĂŒcken auf, durch die FĂ€lle von pulmonaler Hypertonie unentdeckt bleiben können. Eine Auswertung klinischer Daten legt nahe, dass die Einbindung von Herz-Strain-Messungen in bestehende Leitlinien die Diagnostik des Lungenhochdrucks spĂŒrbar verbessern kann.
Wie aus einem Bericht von bioengineer.org vom 29. Oktober 2026 hervorgeht, liefert die Messung der myokardialen Verformung entscheidende Zusatzinformationen, um betroffene Personen frĂŒhzeitiger und zuverlĂ€ssiger zu identifizieren.
Studiendaten aus dem Royal United Hospital Bath
Grundlage der Erkenntnisse ist eine Untersuchung von 549 Patientinnen und Patienten, die zwischen 2014 und 2023 am Royal United Hospital Bath erfasst wurden. Bei 79 Prozent der untersuchten Personen lag eine mittels Rechtsherzkatheter bestÀtigte pulmonale Hypertonie vor. Der mittlere pulmonal-arterielle Druck der Betroffenen belief sich auf 41 mmHg.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass gĂ€ngige UntersuchungsablĂ€ufe auf Basis herkömmlicher Echokardiographie-Kriterien an Grenzen stoĂen. Insbesondere bei Grenzbefunden oder unvollstĂ€ndiger Bildgebung können bestehende Algorithmen das Vorliegen eines erhöhten Drucks im Lungenkreislauf unterschĂ€tzen.
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Deutlicher Anstieg der SensitivitÀt in europÀischen und US-Leitlinien
Die zusĂ€tzliche Erfassung des sogenannten âRight Ventricular Free Wall Strainâ â der Verformungsmessung an der freien Wand der rechten Herzkammer â verĂ€ndert die Treffsicherheit etablierter Kriterienkataloge deutlich.
Bei der Integration in den europĂ€ischen Algorithmus steigt die SensitivitĂ€t fĂŒr das Erkennen einer pulmonalen Hypertonie von 83 Prozent auf 92 Prozent. Im Gegenzug verzeichnet das Verfahren einen leichten RĂŒckgang der SpezifitĂ€t von 65 Prozent auf 62 Prozent.
Wird der Parameter auf die US-amerikanischen Richtlinien angewendet, fÀllt der SensitivitÀtsgewinn Àhnlich markant aus: Hier erhöht sich der Wert von 89 Prozent auf 96 Prozent. Allerdings sinkt die SpezifitÀt in diesem Regelwerk deutlicher von 49 Prozent auf 36 Prozent.
Fachleute werten den Gewinn an Entdeckungsgenauigkeit dennoch als wesentlichen Schritt, da das Ăbersehen der schwerwiegenden GefĂ€Ăerkrankung gravierende therapeutische Folgen haben kann.
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Erkennung von Betroffenen in der Niedrigwahrscheinlichkeitsgruppe
Ein zentraler diagnostischer Nutzen zeigt sich bei Personen, die nach herkömmlichen Kriterien als unauffĂ€llig oder risikoarm eingestuft werden. Durch die Anwendung eines optimalen Schwellenwerts (Cut-off) von -23 Prozent bei der Strain-Messung gelingt es, auch innerhalb der sogenannten âLow Probabilityâ-Gruppe Patientinnen und Patienten mit pulmonaler Hypertonie verlĂ€sslich zu detektieren. FĂŒr diese Untergruppe erreicht das Verfahren eine SensitivitĂ€t von 81 Prozent bei einer SpezifitĂ€t von 63 Prozent.
Die Daten sprechen dafĂŒr, dass die strukturierte Einbindung myokardialer Verformungsparameter in kardiologische Screening-Prozesse eine bisherige diagnostische Grauzone verkleinern kann.
