Lupus-Infektionen: Schwere FÀlle erhöhen Schub-Risiko um das 7,4-Fache
Veröffentlicht: 16.06.2026 um 14:11 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das belegt eine aktuelle Metaanalyse mit 74 Studien und ĂŒber 29.000 Patienten. Die im Juni 2026 veröffentlichte Auswertung zeigt: Infektionen sind nicht bloĂ eine Komplikation, sondern wesentlicher Auslöser neuer KrankheitsschĂŒbe.
Fast die HĂ€lfte aller SLE-Patienten erleidet innerhalb von 15 Jahren mindestens eine schwere Infektion. Bei einem Update-Seminar fĂŒr Rheumatologie Mitte Juni wurde betont: InfektionsprĂ€vention muss integraler Bestandteil jeder Therapiestrategie sein.
Prophylaxe senkt Risiko deutlich
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Zur PrĂ€vention steht TMP-SMX (Trimethoprim-Sulfamethoxazol) zur VerfĂŒgung. Die Daten zeigen eine Hazard Ratio von 0,48 â das Risiko fĂŒr schwere Infektionen halbiert sich also fast.
Gleichzeitig offenbaren die Studien unterschiedliche Risikoprofile moderner Wirkstoffe. Bei Herpes-Zoster-Infektionen liegt die Rate unter Anifrolumab bei 38,3 Prozent, unter Belimumab dagegen bei 21,3 Prozent. FĂŒr personalisierte BehandlungsplĂ€ne wird diese Differenzierung zunehmend relevant.
Neue Wirkstoffe in der Pipeline
Der FcRn-Blocker Nipocalimab wurde in der Phase-2-Studie JASMINE-SLE mit 228 Teilnehmern untersucht. Nach 24 Wochen erreichte der primĂ€re Endpunkt (SRI-4) mit 53,5 Prozent gegenĂŒber 46,7 Prozent noch keine statistische Signifikanz (p=0,081). Doch die Langzeitbetrachtung ĂŒberzeugt: Nach einem Jahr lag die Ansprechrate bei 53,6 Prozent gegenĂŒber 39,7 Prozent unter Placebo (p=0,02). Besonders stark profitierten Patienten mit hohen Autoantikörperspiegeln. Ein Phase-3-Programm lĂ€uft bereits.
Der selektive JAK2-Inhibitor CGT1145 zeigt in prĂ€klinischen Daten eine mehr als 100-fache SelektivitĂ€t. Ein Antrag auf Zulassung fĂŒr klinische PrĂŒfungen wird noch 2026 erwartet.
Mediziner des Uniklinikums Erlangen berichten zudem von Erfolgen mit CAR-T-Zelltherapie. Bei Patienten mit besonders schweren VerlĂ€ufen fĂŒhrte sie zu Remissionen.
Grundlagenforschung: NETs als Auslöser identifiziert
Forscher der UniversitĂ€tsmedizin Mainz haben in Nature Communications einen Mechanismus entschlĂŒsselt: Neutrophil Extracellular Traps (NETs) aktivieren ĂŒber Histone direkt T-Zellen und fördern deren Differenzierung zu entzĂŒndungsfördernden TH17-Zellen. Histon-Inhibitoren könnten diesen Mechanismus kĂŒnftig adressieren.
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Ein weiteres Projekt an der FAU Erlangen-NĂŒrnberg untersucht die Rolle von Glykanen an Antikörpern. Das mit 250.000 Euro geförderte Vorhaben soll Diagnose- und Behandlungsstrategien bei Autoimmunerkrankungen prĂ€zisieren.
Sparpaket ab 2027: Auswirkungen auf Rheumatologie?
Ab 2027 plant die gesetzliche Krankenversicherung ein Sparpaket mit Entlastungen von mindestens 16,3 Milliarden Euro. Wie stark die Rheumatologie betroffen sein wird, ist noch offen. Experten betonen: Eine verbesserte FrĂŒherkennung von Begleiterkrankungen wie Lupusnephritis sei entscheidend â sowohl fĂŒr die Patientengesundheit als auch fĂŒr die langfristige Kosteneffizienz.
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