Lupus-Patienten: 50% erleiden schwere Infektion in 15 Jahren
14.06.2026 - 08:12:57 | boerse-global.de
Die Ergebnisse helfen Ärzten bei der Risikobewertung.
Influenza, Bronchitis und Herpes im Fokus
Forscher um Krebs M. werteten 74 randomisierte kontrollierte Studien mit über 29.000 Patienten aus. Die Analyse, veröffentlicht im Juni 2026 im Fachjournal JEADV, liefert nun konkrete Zahlen.
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Das Ergebnis: Das Risiko für Influenza, Bronchitis und Herpes-Infektionen steigt signifikant – besonders bei Patienten mit atopischer Dermatitis. Für schwere Infektionen, opportunistische Erreger oder Pilzerkrankungen fand die Studie dagegen keine erhöhte Gefahr durch die Wirkstoffklasse.
Infektionslast bei Rheuma-Patienten
Beim 21. Rheumatologie-Update-Seminar am 12. Juni 2026 warnten Experten vor den Langzeitfolgen. Besonders betroffen: Patienten mit systemischem Lupus erythematodes (SLE). Fast 50 Prozent von ihnen erleiden innerhalb von 15 Jahren eine schwere Infektion.
Kritisch ist der Teufelskreis aus Infektion und Krankheitsschub. Nach einer schweren Infektion steigt das Risiko für einen neuen Lupus-Schub um das 7,4-Fache. Auch die Wahl der Therapie spielt eine Rolle: Die 3-Jahres-Rate für Gürtelrose lag unter Anifrolumab bei 38,3 Prozent, unter Belimumab dagegen nur bei 21,3 Prozent.
Präventive Maßnahmen gewinnen daher an Bedeutung. Bei Vaskulitiden senkte eine Prophylaxe mit TMP-SMX in den ersten 180 Tagen das Risiko schwerer Infektionen deutlich (Hazard Ratio 0,48). Auch Valaciclovir zeigte sich als wirksamer Schutz vor Zoster-Infektionen unter Anifrolumab.
Neue Wirkstoffe mit mehr Präzision
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Die Pharmaindustrie arbeitet parallel an selektiveren Substanzen. Auf dem EHA-Kongress Mitte Juni 2026 in Stockholm präsentierte Cogent Biosciences präklinische Daten zu CGT1145.
Der Wirkstoff hemmt gezielt die JAK2-V617F-Mutation – mit über 100-facher Selektivität gegenüber dem Wildtyp und anderen JAK-Kinasen. Ziel ist es, die Wirksamkeit bei Blutkrankheiten zu erhalten und Nebenwirkungen zu reduzieren. Die Einreichung eines IND-Antrags ist noch für 2026 geplant.
Die aktuelle Forschungslage zeigt: JAK-STAT-Inhibitoren erfordern eine engmaschige Begleitung. Doch verbesserte Prophylaxestrategien und hochselektive Wirkstoffe versprechen eine sicherere Anwendung in der Zukunft.
