Lyme-Borreliose, Bienenstiche

Lyme-Borreliose: 30 Bienenstiche pro Woche als Hoffnungsträger

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 23:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Patientin setzt auf wöchentliche Bienenstiche gegen chronische Borreliose. Experten warnen vor fehlenden Belegen und ernsten Risiken.

Bienengift gegen Borreliose: Hoffnung oder Risiko?
Eine Honigbiene auf einem Blütenblatt als Symbol für die Apitherapie bei chronischen Schmerzen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Behandlung der Lyme-Borreliose bleibt schwierig – besonders bei chronischen Verläufen. Während Antibiotika in der akuten Phase meist helfen, berichten viele Betroffene von anhaltenden Beschwerden. Immer mehr suchen nach Alternativen. Eine davon: die Apitherapie mit Bienengift.

30 Stiche pro Woche: Der Fall Savannah Spoor

Die Amerikanerin Savannah Spoor aus Seattle leidet seit 2021 unter Schwindel, Gelenkschmerzen, Erschöpfung sowie Seh- und Hörstörungen. Konventionelle Behandlungen – Antibiotika, Sauerstofftherapien, Vitamininfusionen – brachten keine Besserung.

Seit Anfang 2026 setzt sie auf Bienengift. Das Prozedere: 30 Stiche pro Woche, verteilt auf drei Sitzungen. Die Patientin berichtet von einer deutlichen Verbesserung ihrer Mobilität. Wandern und Laufen seien wieder möglich.

Das Risiko ist nicht zu unterschätzen. Spoor führt bei jeder Sitzung ein Notfallset mit Adrenalin-Autoinjektor mit – wegen der Gefahr einer anaphylaktischen Reaktion.

Was die Wissenschaft dazu sagt

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Die medizinische Fachwelt bleibt skeptisch. Kontrollierte klinische Studien fehlen. Ein klarer therapeutischer Nutzen gegenüber den Risiken ist nicht belegt.

Immerhin: Eine Laborstudie von 2017 deutete an, dass Melittin – der Hauptbestandteil von Bienengift – eine antimikrobielle Wirkung gegen Borrelia burgdorferi haben könnte. Doch Laborergebnisse lassen sich nicht einfach auf den menschlichen Körper übertragen. Die Therapie gilt weiterhin als experimentell.

Zeckenkrankheiten auf dem Vormarsch

Die Diskussion um alternative Behandlungen fällt in eine Zeit steigender Fallzahlen. In Deutschland erreichte die FSME 2025 einen Rekordwert. Prof. Matthias Klein beobachtet, dass besonders jüngere Menschen nach Zeckenstichen vermehrt Notaufnahmen aufsuchen – obwohl eine prophylaktische Antibiotikagabe meist nicht empfohlen wird.

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Auch andere durch Vektoren übertragene Krankheiten breiten sich aus. Für das West-Nil-Fieber wurden 2026 bereits Fälle in Deutschland gemeldet, dazu Häufungen in Südeuropa. Die Tularämie (Hasenpest) bleibt präsent: 224 Fälle im Jahr 2025, bis zum Frühjahr 2026 bereits 33 Infektionen.

Die Botschaft der Fachleute ist klar: Frühzeitige Diagnose und leitliniengerechte Behandlung bleiben zentral. Bienengift-Therapien mögen in sozialen Netzwerken millionenfach geteilt werden – sie ersetzen keine evidenzbasierte Medizin.

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