M4-Chip, Apple

M4-Chip: Apple setzt bei KI auf Google-Gemini-Integration

30.05.2026 - 05:30:52 | boerse-global.de

Apples M4-Prozessor bringt Leistungssprung für iPad und MacBook. Der Konzern setzt bei KI auf Googles Gemini-Modelle und hybride Cloud-Lösungen.

M4-Chip: Apple setzt bei KI auf Google-Gemini-Integration - Foto: über boerse-global.de
M4-Chip: Apple setzt bei KI auf Google-Gemini-Integration - Foto: über boerse-global.de

M4: Deutlicher Leistungsschub für iPad und MacBook

Die neuesten Modelle von iPad Air und MacBook Air setzen auf den M4-Chip und schließen die Lücke zwischen Standard- und Profi-Geräten. Der Prozessor, gefertigt im 3-Nanometer-Verfahren, kombiniert eine 8-Kern-CPU mit einer 9-Kern-GPU. Besonders auffällig: Die überarbeiteten iPad-Air-Modelle verfügen nun über 12 Gigabyte RAM – ein Plus von 50 Prozent im Vergleich zur Vorgängergeneration.

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Die Leistungssteigerung gegenüber dem M3 liegt zwischen 20 und 30 Prozent. Die iPad-Air-Reihe, erhältlich in 11 und 13 Zoll, enthält zudem einen speziellen N1-Chip für Wi-Fi 7, Bluetooth 6 und Thread-Konnektivität. Das MacBook Air M4 unterstützt jetzt bis zu zwei externe 6K-Displays bei 60 Hertz und bietet eine Akkulaufzeit von bis zu 18 Stunden.

Zum Monatsende senkten große Online-Händler die Preise deutlich: Das 11-Zoll-iPad Air M4 kostet nun rund 480 Euro, das 13-Zoll-Modell rund 90 Euro weniger. High-End-Konfigurationen des MacBook Air M4 erreichen bei Fachhändlern Preise von etwa 1.650 Euro.

Hybride KI: Apple setzt auf Google-Technologie

Apple plant einen strategischen Kurswechsel bei künstlicher Intelligenz. Statt ausschließlich auf eigene Hardware zu setzen, integriert der Konzern Googles Gemini-Modelle für komplexe Aufgaben. Die Strategie: Gemini-Modelle werden für die lokale Verarbeitung auf dem Gerät „destilliert", während Google Cloud und Nvidias Confidential Computing für umfangreichere Cloud-Operationen zum Einsatz kommen.

Hintergrund sind offenbar Schwierigkeiten, bestimmte Modelle mit vielen Parametern auf Apples eigener Private-Cloud-Compute-Infrastruktur zu betreiben. Der hybride Ansatz soll die Privatsphäre der Nutzer durch Nvidias vertrauliche Rechenprotokolle schützen – allerdings könnten Cloud-basierte Aufgaben eine höhere Latenz aufweisen als die direkte Verarbeitung auf dem Gerät. Die neuen KI-Funktionen werden für iOS 27 und Siri erwartet und sollen später im Jahr 2026 starten.

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Software-Ökosystem passt sich an

Die Umstellung auf M4 und ARM-Architektur treibt die Softwareentwicklung voran. Mehrere Updates verbessern die native Leistung auf Apple Silicon:

  • Betriebssysteme: Apple veröffentlichte am 29. Mai die erste öffentliche Beta von macOS 26.6. Sie behebt einen Fehler, der fälschlicherweise „Intel-only"-Warnungen bei nativen Apple-Silicon-Apps auslöste.
  • Drittanbieter: Bubble Desktop 4.64 unterstützt im Beta-Stadium nativ die Chips M1 bis M4 und macht die Rosetta-2-Übersetzungsschicht überflüssig.
  • Spiele und Apps: „Age of Empires II: Definitive Edition" ist ab sofort für macOS verfügbar. Die Early-Access-Version von „Paralives" setzt mindestens einen M2-Chip voraus – ein Zeichen für die steigenden Hardware-Anforderungen.

Ein spannendes Nischenprojekt: Eigen Labs' Darkbloom, das am 27. Mai in die Alpha-Phase startete, will die ungenutzte Rechenleistung von Apple-Silicon-Macs für ein verteiltes Netzwerk zur privaten KI-Berechnung nutzen.

Finanzielle Perspektiven: KI als Wachstumstreiber

Analysten blicken optimistisch auf Apple. Die Bank of America hob am 28. Mai das Kursziel für Apple-Aktien auf 380 Dollar an. Grund ist die Fähigkeit des Konzerns, „Agentic AI" zu nutzen, ohne die massiven Investitionen anderer Tech-Giganten tätigen zu müssen. Apples Kapitalausgaben liegen bei etwa 12 Milliarden Euro – ein Bruchteil der 170 bis 185 Milliarden Euro, die Amazon und Alphabet investieren.

Die Quartalszahlen des dritten Quartals 2026 zeigen einen Umsatz von rund 102 Milliarden Euro, ein Plus von 16,6 Prozent. Die Servicesparte erzielte mit 28,5 Milliarden Euro einen Rekordwert, gestützt auf einen installierten Gerätebestand von über 2,5 Milliarden Einheiten. Branchenexperten schätzen, dass die neuen KI-Funktionen bis 2030 zwischen 14 und 28 Milliarden Euro zusätzlichen Umsatz generieren könnten.

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