MacBook Neo: Apples Einstiegs-Laptop verkauft 1,1 Mio. Einheiten
Veröffentlicht am: 03.06.2026 um 04:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der weltweite PC-Markt erlebt einen deutlichen Einbruch – doch ausgerechnet Apples neues Einstiegs-Modell MacBook Neo sorgt für eine Überraschung. Während die Branche mit einer prognostizierten Absatzdelle von 11,3 Prozent im Gesamtjahr 2026 kämpft, verzeichnet der kalifornische Konzern eine unerwartet hohe Nachfrage nach seinem günstigsten Laptop.
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Speicherkrise treibt Preise in die Höhe
Die gesamte Branche leidet unter einer schweren Speicherknappheit, die sich voraussichtlich bis Ende 2027 nicht auflösen wird. Die Folgen sind dramatisch: Die durchschnittlichen Verkaufspreise für PCs werden 2026 voraussichtlich um 17 Prozent steigen. In Europa ist der trend bereits jetzt sichtbar – in den ersten sechs Wochen des zweiten Quartals legten die Notebook-Preise im Jahresvergleich um 11,4 Prozent zu, Desktop-Computer verteuerten sich um 10,5 Prozent.
Besonders die Speicherkosten sind explodiert: Sie haben sich innerhalb der letzten zwölf Monate vervierfacht. Analysten rechnen daher im vierten Quartal 2026 mit einem Absatzrückgang von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Branchenkenner warnen sogar, dass Laptops unter 500 Euro in diesem Jahr vom Markt verschwinden könnten – die Hersteller konzentrieren sich zunehmend auf margenstarke Premium-Modelle.
Apples Coup mit dem Einstiegs-Modell
Gegen diesen Trend stemmt sich Apples MacBook Neo mit bemerkenswertem Erfolg. Laut aktuellen Daten von IDC konnte der Konzern im abgelaufenen Quartal (Ende März 2026) 1,1 Millionen Einheiten des 599 Euro teuren Geräts ausliefern – und das, obwohl es erst seit rund drei Wochen auf dem Markt war.
Zum Vergleich: Apples teurere Modelle schnitten deutlich schlechter ab. Das M5 MacBook Air kam im selben Zeitraum auf 900.000 verkaufte Einheiten, das M5 MacBook Pro sogar nur auf 550.000. Der Neo überflügelt also seine eigenen Geschwister.
Die USA machten dabei 44 Prozent der Erstauslieferungen aus. In Indien wurden rund 18.000 Geräte ausgeliefert. Apple-CEO Tim Cook zeigte sich begeistert: Die Kundenresonanz sei außergewöhnlich hoch gewesen. Das Gerät habe im März-Quartal einen Rekord bei der Gewinnung neuer Mac-Kunden aufgestellt.
Analysten von Counterpoint Research erwarten, dass der Neo Apples Marktanteil im Segment zwischen 400 und 700 Euro von mageren zwei auf rund 15 Prozent steigern könnte.
Windows-Hersteller schlagen zurück
Der Erfolg von Apples Einstiegsstrategie bleibt nicht unbeantwortet. Auf der Computex 2026 präsentierten mehrere Windows-Hersteller neue Geräte für genau diese Preisklasse. Dell zeigte ein neues XPS 13 ab 699 Euro, das als direkter Konkurrent zum MacBook Neo positioniert ist.
Das neue XPS 13 bietet Features, die beim Basis-MacBook Neo fehlen: Touchscreen, beleuchtete Tastatur und WLAN 7. Um noch attraktiver zu sein, gibt Dell das Gerät für Studenten bis zum 20. November 2026 sogar für 599 Euro. Microsoft wiederum schnürt ein 500-Euro-Paket speziell für Studierende. Und Intel hat eine Initiative namens „Project Firefly“ gestartet, um die Entwicklung konkurrierender günstiger Laptops zu koordinieren.
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Bildungseinrichtungen setzen auf Apple
Der MacBook Neo findet auch im öffentlichen Sektor erste Abnehmer. Die Schulbehörde von Kansas City kündigte an, mehr als 30.000 bestehende Windows- und Chromebook-Geräte durch Apple-Hardware zu ersetzen – der Bezirk will sich zum „All-Apple-District“ entwickeln. In der ersten Phase werden über 4.500 MacBook Neo-Einheiten angeschafft, die an Schüler ab der achten Klasse ausgegeben werden.
Auch in Europa läuft es für das Gerät vielversprechend. Marktdaten zufolge machte der MacBook Neo in den vergangenen Wochen ein Drittel aller Apple-Notebook-Verkäufe in der Region aus – und liegt damit gleichauf mit dem etablierten MacBook Air.
Um die anhaltende Nachfrage zu bedienen, könnte Apples Fertigungspartner TSMC die Produktion des A18-Pro-Chips hochfahren. Branchenkreisen zufolge könnten die Auslieferungsprognosen von sechs auf zehn Millionen Einheiten angehoben werden.
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