MacBook, Neo

MacBook Neo: Versteckte Mehrkosten von 1,58 Millionen Euro

24.06.2026 - 07:36:27 | boerse-global.de

Eine Analyse zeigt hohe Zusatzausgaben durch das günstige Apple-Einstiegsnotebook in gemischten IT-Umgebungen auf.

MacBook Neo: Studie enthüllt versteckte Mehrkosten für Firmen und Schulen
MacBook - A sleek, modern laptop on a desk, surrounded by abstract digital data streams and subtle financial charts, suggesting hidden costs. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine neue Studie zeigt: Der vermeintliche Schnäppchen-Preis des MacBook Neo täuscht. In Bildungseinrichtungen und Unternehmen drohen versteckte Mehrkosten in Millionenhöhe.

Das MacBook Neo für umgerechnet rund 550 Euro klingt verlockend – doch der Schein trügt. Eine Untersuchung des Analysehauses Principled Technologies vom 22. Juni 2024 kommt zu dem Ergebnis, dass die Integration des Einstiegsgeräts in bestehende IT-Infrastrukturen erhebliche finanzielle und operative Hürden mit sich bringt. Besonders betroffen: Schulen und Unternehmen mit gemischten Systemlandschaften.

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Teure Insel-Lösung im Klassenzimmer

Die Studie untersuchte die Auswirkungen, wenn ein Schulbezirk mit 46.000 Geräten unter Windows und ChromeOS zusätzlich auf das MacBook Neo setzt. Das Ergebnis ist alarmierend: Über drei Jahre steigen die Gesamtbetriebskosten (TCO) um umgerechnet rund 1,58 Millionen Euro.

Der administrative Aufwand für die IT-Abteilungen wächst massiv. Die Analysten errechneten zusätzlich 1.546 Arbeitsstunden für die Verwaltung der gemischten Plattform – das entspricht Mehrkosten von rund 71.000 Euro. Besonders problematisch: Sicherheitsrichtlinien ließen sich auf dem Neo 54 Prozent langsamer ausrollen als auf den Bestandssystemen. Auch die Aktualisierung von Anwendungen dauerte doppelt so lange.

Die Reparaturlogistik erweist sich als weiterer Schwachpunkt. Apple setzt auf Werksreparaturen, die bis zu 14 Tage in Anspruch nehmen können. Die Folge: Schulen müssen 15 Prozent Ersatzgeräte vorhalten – beim Wettbewerb reichen üblicherweise fünf Prozent.

Technische Kompromisse mit Folgen

Das MacBook Neo kommt mit dem A18 Pro-Chip, 8 Gigabyte RAM und 256 Gigabyte Speicher. Bei kreativen Aufgaben zeigt das Gerät durchaus Stärken: In Logic Pro verarbeitet es 59 Spuren – das iPad mit A16-Chip schafft nur 25. Doch die Liste der Weglassungen ist lang.

Das Neo verzichtet auf eine beleuchtete Tastatur, bietet nur ein 60-Hertz-Display und einen 36,5-Wh-Akku, der rund 16 Stunden durchhalten soll. Zum Vergleich: Das MacBook Air der M3-Generation ist aktuell bereits für umgerechnet rund 735 Euro zu haben – nur etwa 190 Euro mehr als das Neo.

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Microsoft wiederum positioniert sein Surface Pro 12 und Surface Laptop 13 ab 780 beziehungsweise 870 Euro. Auch hier gibt es Kritik, denn beide Modelle starten mit ebenfalls nur 8 Gigabyte RAM – ein kritischer Wert im Zeitalter Künstlicher Intelligenz.

Chip-Krise treibt Preise

Der langfristige Erfolg der 550-Euro-Preisstrategie ist ohnehin fraglich. Die globale Knappheit bei Speicherchips treibt die Kosten massiv in die Höhe. Allein die Preise für 12 Gigabyte LPDDR5X-Speicher stiegen von 71 Euro im ersten Quartal 2024 auf 134 Euro im zweiten Quartal – ein Anstieg von 89 Prozent.

Apple-Chef Tim Cook hat bereits eingeräumt, dass Preiserhöhungen unvermeidlich seien. Analysten rechnen damit, dass das kommende iPhone 18 Pro statt 1.010 dann rund 1.195 Euro kosten könnte. Auch andere Hersteller wie Valve haben wegen der RAM-Krise bereits die Preise für neue Systeme angehoben.

Führungswechsel im Herbst

Inmitten dieser Herausforderungen steht ein Führungswechsel an: Am 1. September 2024 übernimmt John Ternus den Chefposten bei Apple, während Tim Cook als Executive Chairman im Unternehmen bleibt. Ternus hat bereits signalisiert, am aktuellen Hardware-Kurs festzuhalten – und bezeichnete das MacBook Neo ausdrücklich als gelungenes Design. Ob die Rechnung für Schulen und Unternehmen aufgeht, bleibt abzuwarten.

de | wissenschaft | 69615852 |