MacBook Pro 1.999 Euro: Apple erhöht Preise wegen KI-Speicherkrise
27.06.2026 - 00:23:28 | boerse-global.de
Die Tech-Riesen Apple und Microsoft haben für Ende Juni 2026 massive Preiserhöhungen für ihre Hardware-Produkte angekündigt oder bereits umgesetzt. Betroffen sind Laptops, Tablets und Spielkonsolen. Grund ist eine beispiellose Verteuerung von Speicherchips, ausgelöst durch den rasanten Ausbau der KI-Infrastruktur.
Apple: MacBooks und iPads werden deutlich teurer
Am 25. und 26. Juni 2026 zog Apple die Preisschraube für mehrere Kernprodukte an. Die Aufschläge für MacBooks liegen zwischen 100 und 300 Euro. Das MacBook Air kostet nun 1.299 Euro statt 1.099 Euro, das MacBook Pro stieg von 1.699 auf 1.999 Euro. Selbst das günstigere MacBook Neo verteuerte sich von 599 auf 699 Euro.
Auch die iPad-Reihe blieb nicht verschont: Das iPad Air kletterte von 599 auf 749 Euro, das iPad Pro von 999 auf 1.199 Euro. Einige Konfigurationen des Mac Studio verteuerten sich sogar um mehr als 1.000 Euro. Die Erhöhungen gelten international: In Irland stieg das 14-Zoll-MacBook Pro auf 2.249 Euro, in Südkorea das MacBook Neo auf umgerechnet rund 850 Euro.
Apple-CEO Tim Cook bezeichnete die aktuelle Speicherknappheit in einem Interview Mitte Juni als „Jahrhundertflut“ und die Preiserhöhungen als unvermeidbar. Die iPhone-Preise blieben bislang stabil, doch Analysten erwarten für das kommende iPhone 18 Pro Aufschläge von 200 Euro oder mehr.
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Microsoft: Xbox-Preise steigen im August
Microsoft zog nach und kündigte Preiserhöhungen für seine Xbox-Konsolen an, die am 1. August 2026 in Kraft treten. Die Xbox Series S soll dann 500 Euro kosten, die Xbox Series X sogar 800 Euro – das sind Aufschläge von 100 bis 150 Euro. Microsoft begründet dies mit Speicherkosten, die sich mehr als verdoppelt haben, und warnt vor einer möglichen erneuten Verdopplung bis Herbst 2027.
Der Schritt folgt auf ähnliche Maßnahmen der Konkurrenz: Sony erhöhte den Preis der PlayStation 5 in Europa um 100 Euro, und Nintendo plant für seine nächste Konsolengeneration ab September einen Aufschlag von über sechs Prozent.
Speicherkrise: KI-Infrastruktur treibt Preise in die Höhe
Die Ursache für die Preisexplosion ist eine dramatische Verknappung von DRAM- und NAND-Speicherchips. Seit Ende 2025 haben sich die Kosten für Speicherchips vervierfacht. Allein im ersten Quartal 2026 stiegen die DRAM-Preise um 98 Prozent, für das zweite Quartal werden weitere 60 Prozent erwartet.
Analysten führen die Knappheit auf die immense Nachfrage durch KI-Rechenzentren zurück. Die vier größten US-Tech-Konzerne planen für 2026 Gesamtausgaben von umgerechnet rund 670 Milliarden Euro für Rechenzentren und KI-Entwicklung. Davon profitieren vor allem Chiphersteller wie Micron, dessen Quartalsumsatz sich auf umgerechnet 38 Milliarden Euro vervierfachte und der langfristige Lieferverträge über 20 Milliarden Euro abschloss.
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Börse reagiert nervös – Nachfragerückgang erwartet
Die Preiserhöhungen hinterließen sofort Spuren an den Finanzmärkten. Apple-Aktien verloren über sechs Prozent an Wert, was einem Börsenwertverlust von rund 250 Milliarden Euro entspricht. Auch andere Hardware-Hersteller wie Dell, HP und Lenovo verbuchten Kursverluste zwischen vier und fünf Prozent.
Marktforscher von IDC erwarten, dass die höheren Preise die Nachfrage bremsen: Für den Smartphone-Markt prognostizieren sie einen Rückgang um 14 Prozent, für den PC-Markt um 11,3 Prozent für den Rest des Jahres 2026. Inmitten dieser Turbulenzen bereitet sich Apple zudem auf einen Führungswechsel vor: John Ternus soll am 1. September die Nachfolge von Tim Cook als CEO antreten.
