macOS-Sicherheit: 12% Malware-Infektionen, Apple warnt vor Spyware
Veröffentlicht am: 16.08.2026 um 12:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Apple hat Mitte August 2026 eine dringende Warnung vor hochentwickelter „Mercenary Spyware“ herausgegeben. Die Angriffe, die häufig eine staatliche Beteiligung aufweisen, zielen laut dem Unternehmen auf Nutzer in über 150 Ländern ab.
Besonders gefährdet seien Personen des öffentlichen Lebens, darunter Journalisten, Aktivisten und Politiker. Als prominentes Beispiel für derartige Spionagesoftware gilt Pegasus der NSO Group. Die Warnung fällt zusammen mit neuen Daten, die auf eine veränderte Bedrohungslage für das Betriebssystem macOS hindeuten.
Studie sieht macOS-Nutzer häufiger im Visier als Windows-Anwender
Aktuelle Untersuchungen des Sicherheitsunternehmens Kaspersky zeichnen ein kritisches Bild der Sicherheitssituation für Apple-Nutzer im Vergleich zu Windows-Anwendern. Den Studienergebnissen zufolge meldeten 12 % der macOS-Nutzer Malware-Infektionen, während dieser Wert bei Windows-Nutzern bei 9 % lag.
Trotz dieser höheren Belastung setzen Apple-Anwender seltener auf dedizierte Sicherheitslösungen: Nur 35 % der macOS-Nutzer verwenden Sicherheitssoftware, im Gegensatz zu 42 % bei Windows.
Die Daten von Kaspersky zeigen zudem, dass macOS-Nutzer in mehreren Kategorien überproportional häufig von Cyberkriminalität betroffen sind. Dies betrifft Phishing-Versuche (12 % bei macOS gegenüber 9 % bei Windows), Betrugsfälle (16 % gegenüber 13 %) sowie Datenschutzverletzungen (11 % gegenüber 8 %).
Angesichts steigender Phishing-Quoten bei Apple-Nutzern wird der Schutz vor manipulativen Angriffen immer wichtiger. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt in vier Schritten, wie Sie sich effektiv gegen Betrugsmethoden und Cyberkriminalität absichern. Anti-Phishing-Paket jetzt kostenlos herunterladen
Besonders deutlich ist der Unterschied beim Datendiebstahl, von dem 12 % der macOS-Nutzer berichteten, während es bei Windows-Anwendern lediglich 7 % waren.
Aktive Ausnutzung kritischer Schwachstellen und neue Schadsoftware
Parallel zu der allgemeinen Warnung vor Spyware wurde am 14. August 2026 bekannt, dass eine spezifische Sicherheitslücke in macOS aktiv für Angriffe ausgenutzt wird. Die Schwachstelle mit der Kennung CVE-2026-65400 (CVSS-Score 7.1) betrifft die Screen-Sharing-Funktion des Betriebssystems.
Angreifer nutzen den Port 5900, um Root-Zugriff auf die Zielsysteme zu erhalten. In den dokumentierten Fällen wurde diese Kontrolle dazu verwendet, Monero-Miner auf den kompromittierten Rechnern zu installieren.
Das niederländische Nationale Zentrum für Cybersicherheit (NCSC) bestätigte die aktive Ausnutzung dieser Lücke und aktualisierte seine Warnmeldung am 13. August. Experten raten dazu, die Screen-Sharing-Funktion vorsorglich zu deaktivieren und Systeme auf Anzeichen einer Kompromittierung zu prüfen.
Wer seinen Mac vor unbefugten Zugriffen schützen will, sollte die wichtigsten Sicherheitseinstellungen seines Systems genau kennen. Ein kostenloses Starterpaket hilft dabei, den Apple-Computer von Beginn an optimal einzurichten und Sicherheitslücken zu schließen. Kostenloses Mac-Starterpaket sichern
Gleichzeitig identifizierte das Sicherheitsunternehmen Jamf eine neue Art von Infostealer namens „AmnesiaStealer“. Diese Schadsoftware verbreitet sich über ClickFix-Angriffe und zielt auf den Diebstahl von Zugangsdaten, Browserdaten und Live-Sitzungen ab.
Gezielte Kampagnen der Lazarus-Gruppe und Patch-Empfehlungen
Ein weiterer Fokus der aktuellen Sicherheitsberichte liegt auf der Lazarus-Gruppe. Die Akteure haben ihre Kampagne „AppleJeus“, die auf Kryptowährungen abzielt, offenbar ausgeweitet. Dabei kommen gefälschte Websites und Telegram als Verbreitungskanal für verbesserte macOS-Malware zum Einsatz. Betroffene Nutzer wurden unter anderem in Großbritannien, Polen, Russland und China registriert.
Die Lazarus-Gruppe war zudem für die Ausnutzung einer Windows-Zero-Day-Lücke (CVE-2026-68820) in der Komponente afd.sys verantwortlich, die über einen Zeitraum von fünf Wochen für Angriffe auf die Verteidigungs- sowie die Luft- und Raumfahrtindustrie in Europa und Indien genutzt wurde. Ein entsprechender Patch wurde hierfür am 11. August 2026 veröffentlicht.
Apple hat auf die Bedrohungslage reagiert und Sicherheitsupdates für verschiedene Betriebssystemversionen bereitgestellt. Aktualisierungen stehen für macOS Tahoe (Version 26.6.1), macOS Sequoia (Version 15.7.9) und macOS Sonoma (Version 14.8.9) zur Verfügung. IT-Verantwortliche und Privatanwender werden dringend dazu aufgerufen, diese Updates sofort zu installieren, um die identifizierten Schwachstellen zu schließen.
