macOS-Sicherheit: Nutzer stÀrker von Malware betroffen als Windows
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 18:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine neue globale Studie des Sicherheitsunternehmens Kaspersky zeigt: macOS-Anwender sind heute stĂ€rker von Cyberbedrohungen betroffen als Windows-Nutzer â obwohl sie weniger technische SchutzmaĂnahmen ergreifen. Die am 23. Juli 2026 veröffentlichte Untersuchung offenbart eine anhaltende âSicherheitslĂŒcke", wĂ€hrend Angreifer Apples Desktop-Betriebssystem zunehmend mit ausgeklĂŒgelten Social-Engineering- und Malware-Kampagnen ins Visier nehmen.
Höhere Infektionsrate bei schwÀcherer Absicherung
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Zwölf Prozent der macOS-Nutzer meldeten Malware-Infektionen, bei Windows-Anwendern waren es nur neun Prozent. Auch bei anderen CyberkriminalitÀtsformen zeigt sich ein Àhnliches Bild: Phishing-Versuche und Datendiebstahl trafen zwölf Prozent der Apple-Kunden, wÀhrend Windows-Nutzer mit neun beziehungsweise sieben Prozent glimpflicher davonkamen.
Doch trotz dieser Risiken vertrauen Apple-Kunden seltener auf Schutzsoftware. Nur 35 Prozent der macOS-Anwender installieren spezielle Sicherheitsprogramme, bei Windows sind es immerhin 42 Prozent. Auch bei Online-Betrug (16 zu 13 Prozent) und Datenschutzverletzungen (11 zu 8 Prozent) liegen Mac-Nutzer vorn.
âCrashStealer" umgeht Apples Gatekeeper
Die Bedrohungslage wird durch neue Schadsoftware zusĂ€tzlich verschĂ€rft. Erst am 22. Juli 2026 entdeckten Sicherheitsforscher den âCrashStealer" â einen Malware-Stamm, der es schaffte, mit einer Apple-Entwickler-ID signiert und notarisiert zu werden. Durch diese Notarisierung umging die Schadsoftware Apples Gatekeeper-Sicherheitsfunktion.
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Entdeckt von Jamf Threat Labs, tarnt sich die Anwendung zunĂ€chst als Tool namens âWerkbit". Im Hintergrund liefert sie eine gefĂ€lschte Absturzberichterstattung, die Passwörter, Browserdaten und Informationen zu KryptowĂ€hrungs-Wallets stehlen soll.
Parallel dazu lĂ€uft eine Kampagne mit der âGolangGhost"-Malware, die sich gezielt gegen Fachleute aus der Krypto- und Web3-Branche richtet. Die am 22. Juli 2026 gemeldete Aktion wird der nordkoreanischen Gruppe Famous Chollima zugeschrieben. Die TĂ€ter nutzen gefĂ€lschte VorstellungsgesprĂ€che, um ihre Opfer zur AusfĂŒhrung schĂ€dlicher Terminal-Befehle zu verleiten. Die Malware extrahiert Chrome-Anmeldedaten aus dem macOS-SchlĂŒsselbund und kapert MetaMask-Berechtigungen.
Falsche CAPTCHAs als Einfallstor
Eine weitere Bedrohung dieser Woche ist der âClickLock Stealer", der auf die sogenannte ClickFix-Technik setzt. Die Malware verwendet gefĂ€lschte CAPTCHAs, um Nutzer zur AusfĂŒhrung von Befehlen zu bewegen, die letztlich den Bildschirm sperren â bis die Passwörter preisgegeben werden. Sicherheitsforscher haben diese Schadsoftware seit Mai 2026 in 33 LĂ€ndern nachgewiesen.
Neue Methoden zur Verschleierung
Auch bei der Infrastruktur sind Angreifer erfinderisch. Am 22. Juli 2026 wurde die âEtherHiding"-Malware fĂŒr macOS dokumentiert, die Polygon-Smart-Contracts nutzt, um ihre Kommando- und Kontrollserver (C2) zu verschleiern. Der betreffende Smart-Contract wurde bereits am 1. Mai 2026 bereitgestellt.
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Neben den Desktop-Bedrohungen zeigt die Kaspersky-Studie einen klaren Trend zu mobilen Angriffen. Da 58 Prozent der Nutzer ihr Smartphone als primÀres InternetgerÀt verwenden, steigt auch die mobile Malware rasant. Allein im ersten Quartal 2026 wurden 2,67 Millionen mobile Malware-Angriffe blockiert.
Unternehmen ebenfalls betroffen
Die SicherheitslĂŒcke beschrĂ€nkt sich nicht auf Privatanwender. Eine am 21. Juli 2026 veröffentlichte Studie von Synack ergab, dass 95 Prozent der Unternehmen kritische Schwachstellen auĂerhalb ihrer regulĂ€ren Sicherheitstests entdecken. Bei 38 Prozent der Organisationen blieb mehr als ein Viertel der kritischen AngriffsflĂ€che ĂŒber 90 Tage ungetestet.
Zwar nimmt die KI-gestĂŒtzte Schwachstellenerkennung zu, doch die Behebung hinkt hinterher. Branchenanalysten von Swarmnetics stellten am 21. Juli fest, dass die Governance-Schulden wachsen â die Zahl der Erkenntnisse steigt schneller, als Organisationen Entscheidungen treffen oder Verantwortlichkeiten zuweisen können.
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