Männergesundheit: Drei Viertel aller Suizide betreffen Männer
19.06.2026 - 16:51:37 | boerse-global.de
Immer mehr Bildungseinrichtungen, Kammern und Kommunen setzen auf niederschwellige Präventionsangebote für psychische Belastungen. Die Formate reichen von Uni-Aktionswochen über Workshops für Ausbilder bis hin zu Achtsamkeitstrainings im Park.
Studierende im Blick: Aktionswoche in Bremen
Die Universität Bremen widmete sich in dieser Woche der Gesundheit ihrer Studierenden. Vom 15. bis 19. Juni 2026 lief die Programmwoche der Initiative Barrierearmes Studieren. Workshops zu Selbstmanagement und Inklusion standen auf dem Programm – ebenso wie sportliche Angebote.
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Ein Highlight: Dr. Stefanie Helmer beleuchtete am Dienstag die aktuelle Gesundheitssituation der Studierenden. Die Botschaft: Psychische Belastungen im Studium sind kein Randphänomen mehr.
Resilienz fĂĽr den Schulalltag
Auch Schulen entdecken das Thema für sich. In Heidelberg ist für den 23. Juni 2026 ein Vortrag von Prof. Dr. Annette Haußmann und Rieke Deborah Koßmann angekündigt. Ihr Fokus: die Stärkung von Resilienzräumen.
Im Zentrum steht das Konzept der Mental Health Literacy. Ziel ist es, die psychische Widerstandsfähigkeit im schulischen Umfeld nachhaltig zu fördern. Die Wissenschaft liefert längst die Grundlagen – jetzt geht es um die praktische Umsetzung.
Ausbildung: Wenn der Druck zu groĂź wird
Die berufliche Bildung hinkt oft hinterher – nicht mehr lange. Ein Online-Workshop der Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern aus Magdeburg und Halle-Dessau am 26. Juni 2026 richtet sich gezielt an Ausbildungsverantwortliche.
Thema: Gesprächsführung und die Vermittlung von Hilfsangeboten. Die psychische Gesundheit von Auszubildenden soll stabilisiert werden – bevor es zu spät ist.
Helfende Berufe: Wer hilft den Helfern?
Die systemische Verantwortung für die Gesundheit in Sozial- und Gesundheitsberufen stand im Fokus eines Fachkongresses in Erfurt. Vom 17. bis 19. Juni 2026 tagte der Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW).
VDBW-Präsidentin Susanne H. Liebe und Dr. Klaus Reinhardt von der Bundesärztekammer warnten: Die Beschäftigungsfähigkeit in diesen Berufen ist angesichts demografischer Herausforderungen massiv gefährdet. Wer hier nicht investiert, riskiert den Kollaps.
Männergesundheit: Einsamkeit als Risikofaktor
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf geschlechtsspezifischer Vorsorge. Im Rhein-Kreis Neuss läuft noch bis zum 21. Juni 2026 eine internationale Aktionswoche zur psychischen Verfassung von Männern.
Die Zahlen sind alarmierend: Drei Viertel aller Suizide betreffen Männer. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt rund fünf Jahre unter der von Frauen. Das Gesundheitsamt setzt auf Aufklärung über Einsamkeit als Gesundheitsrisiko – unter dem Motto der Gemeinschaft als Ressource.
Achtsamkeit im GrĂĽnen: Waldbaden und Park-Workshops
Für die breite Öffentlichkeit gibt es zunehmend Formate im öffentlichen Raum:
- In Berlin fördert die Senatsverwaltung kostenlose Achtsamkeits-Workshops in verschiedenen Parkanlagen – den ganzen Juni über.
- In Hennigsdorf steht für den 20. Juni 2026 ein geführtes „Waldbaden“ zur Entspannung auf dem Programm.
- Patientenorganisationen wie die Deutsche Restless Legs Vereinigung nutzen digitale Formate: Am 20. Juni 2026 geht es in einem Webinar um die Rolle des Hypothalamus bei RLS – basierend auf Forschungsergebnissen der Uniklinik Köln.
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System unter Druck: Mehr Prävention, steigende Kosten
Die Zunahme dieser Initiativen kommt nicht von ungefähr. Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen stiegen im ersten Quartal 2026 um 8 Prozent – deutlich über den Prognosen.
KBV-Chef Andreas Gassen zeigte sich am 17. Juni 2026 kritisch: Die aktuellen Reformpakete wĂĽrden nicht greifen. Er warnte vor den Folgen finanzieller Ausgabenbremsen fĂĽr die ambulante Versorgung.
Parallel dazu forderte die Gesundheitsministerkonferenz am 18. Juni 2026 eine gesetzliche Meldepflicht fĂĽr die Barrierefreiheit von Arztpraxen. Die Versorgungssituation fĂĽr Menschen mit Behinderungen soll transparenter werden.
