Movember, MĂ€nnergesundheit

MĂ€nnergesundheit: Martin Luding spricht ĂŒber seine Therapie

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 12:22 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Viele MĂ€nner sprechen spĂ€t ĂŒber seelische Belastungen und suchen erst Hilfe, wenn Probleme Beziehungen, Arbeit oder Erholung beeintrĂ€chtigen. Die Movember-Aktion will im November fĂŒr MĂ€nnergesundheit und psychische Warnsignale sensibilisieren.

Therapie und Warnsignale bei MĂ€nnern

  • Martin Luding suchte nach Trennung, beruflicher Belastung und Problemen in einer neuen Beziehung professionelle UnterstĂŒtzung.
  • Eine hkk-Umfrage ergab, dass 57 Prozent der MĂ€nner mit Partnerin oder Familie ĂŒber Sorgen sprechen.
  • Die Psychologin Katharina Piekorz empfiehlt Hilfe, wenn Belastungssymptome anhalten oder Erholung nicht mehr gelingt.
  • Viele MĂ€nner holen sich bei psychischer Belastung erst spĂ€t Hilfe. (Symbolbild) - Bild: Sina Schuldt/dpa
  • Martin Luding hat gute Erfahrungen mit der Therapie gemacht. (Archivbild) - Bild: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB
  • Exzessiver Alkohol-Konsum kann ein Warnsignal sein. (Symbolbild) - Bild: Robert Michael/dpa
  • MĂ€nner ziehen sich bei Belastung oft zurĂŒck und machen Dinge mit sich selbst aus. (Symbolbild) - Bild: Daniel Karmann/dpa
  • Finanz- und Wirtschaftskrisen etwa fĂŒhren vor allem bei MĂ€nnern zu seelischen Belastungen, Burn-out oder Depressionen. (Symbolbild) - Bild: Victoria Bonn-Meuser/dpa
  • Die Psychologin Katharina Piekorz - Bild: ---/Rebecca Fotografie/dpa
Viele MĂ€nner holen sich bei psychischer Belastung erst spĂ€t Hilfe. (Symbolbild) - Bild: Sina Schuldt/dpa Martin Luding hat gute Erfahrungen mit der Therapie gemacht. (Archivbild) - Bild: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB Exzessiver Alkohol-Konsum kann ein Warnsignal sein. (Symbolbild) - Bild: Robert Michael/dpa MĂ€nner ziehen sich bei Belastung oft zurĂŒck und machen Dinge mit sich selbst aus. (Symbolbild)  - Bild: Daniel Karmann/dpa Finanz- und Wirtschaftskrisen etwa fĂŒhren vor allem bei MĂ€nnern zu seelischen Belastungen, Burn-out oder Depressionen. (Symbolbild) - Bild: Victoria Bonn-Meuser/dpa Die Psychologin Katharina Piekorz - Bild: ---/Rebecca Fotografie/dpa

MÀnner suchen bei psychischer Belastung spÀt Hilfe

Schauspieler Martin Luding hat nach Trennung, beruflichen Belastungen und Problemen in einer neuen Beziehung eine Therapie begonnen. Die Psychologin Katharina Piekorz beobachtet, dass viele MĂ€nner trotz erheblicher Beschwerden zunĂ€chst fragen, ob ihre Situation „schlimm genug“ sei.

Belastungen bleiben oft lange unsichtbar

Luding habe nach der Trennung und Scheidung besonders viel fĂŒr seine Kinder leisten wollen und parallel mit dem SolostĂŒck „Caveman“ in Deutschland gastiert. Nach einem Umzug von Stuttgart nach Bayern, den EinschrĂ€nkungen wĂ€hrend der Corona-Pandemie und geschlossenen Theatern habe er erkannt, dass er allein nicht weiterkomme.

In einer neuen Beziehung sei ihm wiederholt vorgehalten worden, er sehe vieles nur als Vorwurf. Freunde mit positiven Therapieerfahrungen hĂ€tten ihn schließlich darin bestĂ€rkt, professionelle Hilfe zu suchen.

Rollenbilder beeinflussen den Umgang mit Sorgen

Piekorz berichtet aus ErstgesprĂ€chen von hochgradig belasteten MĂ€nnern, die ihre Beschwerden dennoch relativierten. Sie fĂŒhrt das auch auf Rollenbilder zurĂŒck, in denen MĂ€nner lernen, Sorgen, Ängste und Überforderung fĂŒr sich zu behalten.

Eine Forsa-Umfrage fĂŒr die hkk ergab, dass 57 Prozent der MĂ€nner mit Partnerin oder Familie ĂŒber Sorgen sprechen. Im Freundeskreis tun dies 45 Prozent; mehr als jeder Dritte versucht der Umfrage zufolge, Probleme allein zu bewĂ€ltigen.

Warnzeichen nicht dauerhaft verdrÀngen

Schlechter Schlaf ĂŒber lĂ€ngere Zeit, exzessiver Sport, hoher Alkoholkonsum, RĂŒckzug oder ein stĂ€ndiges StĂŒrzen in die Arbeit können laut Piekorz Warnsignale sein. Wenn Belastungssymptome anhalten, andere Menschen darauf hinweisen oder Erholungszeiten nicht mehr erholsam sind, empfiehlt sie professionelle UnterstĂŒtzung.

Der DAK-Psychreport 2025 weist bei Frauen 431 Fehltage je 100 Versicherte wegen psychischer Erkrankungen aus, bei MĂ€nnern 266. MĂ€nner machen zudem fast 70 Prozent der Suizide aus.

Movember rĂŒckt MĂ€nnergesundheit in den Fokus

Die Aktion Movember nutzt den Schnurrbart als Symbol und will im November auf MĂ€nnergesundheit und Tabuthemen aufmerksam machen. Psychische Gesundheit ist dabei ein Teilbereich neben anderen gesundheitlichen Fragen.

Luding bezeichnet seine anderthalbjĂ€hrige Therapie als wichtige Erfahrung. Er wolle kĂŒnftig wieder das GesprĂ€ch suchen, sobald er merke, dass die Belastung zu groß werde.

Movember verbindet seit Jahren ein leicht erkennbares Symbol mit einem Thema, das im Alltag vieler MĂ€nner weniger sichtbar bleibt: psychische Belastungen. Die Aktion richtet den Blick nicht nur auf Depressionen oder SuizidprĂ€vention, sondern allgemein auf die Frage, wie MĂ€nner mit Stress, Überforderung und gesundheitlichen Warnzeichen umgehen.

Die in der Meldung genannten Unterschiede bei GesprĂ€chen ĂŒber Sorgen und bei psychisch bedingten Fehltagen weisen auf ein strukturelles Problem hin. Wenn MĂ€nner Belastungen hĂ€ufiger allein bewĂ€ltigen wollen, kann professionelle Hilfe spĂ€ter einsetzen. Das betrifft nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch Partnerschaften, Familien und ArbeitsplĂ€tze.

FrĂŒhe Hilfe statt spĂ€tes Krisenmanagement

FĂŒr Betroffene liegt die konkrete Bedeutung vor allem im Zeitpunkt der UnterstĂŒtzung. Anhaltende Schlafprobleme, RĂŒckzug, hoher Alkoholkonsum oder fehlende Erholung sind Signale, die ernst genommen werden sollten. Ein ErstgesprĂ€ch bei einer psychotherapeutischen Praxis, einer Beratungsstelle oder einem niedrigschwelligen Hilfsangebot kann eine erste Orientierung geben.

Movember kann solche GesprĂ€che anstoßen, ersetzt aber keine Behandlung. Entscheidend ist, psychische Gesundheit nicht erst dann als dringlich zu betrachten, wenn Arbeit, Beziehungen oder körperliche Gesundheit bereits stark beeintrĂ€chtigt sind.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Stern: „AufklĂ€rung: 'Ist das schlimm genug?' MĂ€nner suchen spĂ€t Hilfe“ (26.10.2026)

Der Beitrag greift die spÀte Inanspruchnahme psychischer Hilfe durch MÀnner und die Erfahrungen von Martin Luding auf. Er setzt damit denselben Schwerpunkt auf Rollenbilder, Belastung und Therapie wie die vorliegende Meldung.

n-tv: „Wo MĂ€nner bei psychischer Belastung Hilfe finden können“ (26.10.2026)

Der Artikel richtet den Blick stĂ€rker auf konkrete Beratungsstellen und niedrigschwellige Angebote. Gemeinsam ist beiden BeitrĂ€gen der Hinweis, dass MĂ€nner UnterstĂŒtzung frĂŒher annehmen sollten; unterschiedlich ist der Schwerpunkt zwischen persönlicher Erfahrung und praktischen Anlaufstellen.

Übergreifend steht die Bedeutung frĂŒher GesprĂ€che im Vordergrund. Offen bleibt, wie dauerhaft niedrigschwellige Angebote genutzt werden und ob sich traditionelle Rollenbilder im Gesundheitsverhalten verĂ€ndern.

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