MĂ€nnlichkeit, Bedrohte

MÀnnlichkeit: Bedrohte Rollenbilder erhöhen Cortisol und Risikoverhalten

Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 21:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Meta-Analyse belegt: GefÀhrdete MÀnnlichkeit erhöht Fleisch- und Alkoholkonsum sowie Risikobereitschaft. Experten fordern mehr AufklÀrung.

MĂ€nnlichkeitsbilder: Studie zeigt Effekte auf Konsum und Risikoverhalten
Ein nachdenklicher Mann sitzt allein in einem dezent beleuchteten Raum und blickt nachdenklich auf seine HĂ€nde. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen und Berichte aus der Beratungspraxis beleuchten die Auswirkungen gesellschaftlicher Rollenbilder auf die psychische und physische Gesundheit von MĂ€nnern. Eine im August 2026 thematisierte Meta-Studie der University of British Columbia liefert hierzu eine umfassende Auswertung von 38 Experimenten aus 25 Publikationen, die im Zeitraum zwischen 2010 und 2025 in acht LĂ€ndern durchgefĂŒhrt wurden.

Studienergebnisse zu Konsum und Risikoverhalten

Die im „American Journal of Men's Health“ veröffentlichte Übersichtsarbeit zeigt auf, dass eine als bedroht wahrgenommene MĂ€nnlichkeit messbare VerhaltensĂ€nderungen provoziert.

Den Ergebnissen zufolge fĂŒhrt die Verunsicherung in Bezug auf die eigene Geschlechterrolle zu einem erhöhten Konsum von Fleisch, Alkohol und Energydrinks. Zudem konnten die Forscher physiologische und psychologische Reaktionen wie einen Anstieg des Stresshormons Cortisol sowie GefĂŒhle von Scham und Wut feststellen.

Ein wesentlicher Aspekt der Analyse betrifft das Risikoverhalten. Die Auswertung der Experimente deutet darauf hin, dass MÀnner in Situationen, in denen sie ihre MÀnnlichkeit gefÀhrdet sehen, eine höhere Schmerztoleranz zeigen und eher zu riskantem Verhalten neigen, etwa beim Verzicht auf Kondome. Gleichzeitig werde eine Abnahme der zwischenmenschlichen NÀhe beobachtet.

Methodische Kritik und die Rolle sozialer Medien

Trotz der deutlichen Tendenzen weist die University of British Columbia auf EinschrĂ€nkungen in der Datenlage hin. So stammen 26 der 38 untersuchten Experimente aus den USA, was die globale Übertragbarkeit erschweren könnte. Zudem wurden bei ĂŒber 75 Prozent der berĂŒcksichtigten Studien methodische SchwĂ€chen identifiziert. Die Effekte der sogenannten MĂ€nnlichkeitsbedrohung variieren zudem in ihrer AusprĂ€gung.

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Neben klassischen Rollenbildern rĂŒcken verstĂ€rkt digitale EinflĂŒsse in den Fokus. Experten wie Tamara Wernli beobachten eine Zunahme der Muskeldysmorphie, auch als Adonis-Komplex bezeichnet. Diese Störung betreffe demnach besonders MĂ€nner im Alter zwischen 18 und 25 Jahren.

Plattformen wie TikTok verstĂ€rken laut EinschĂ€tzungen unrealistische Körperideale, was dazu fĂŒhre, dass Betroffene vermehrt zu Steroiden und gesundheitsgefĂ€hrdenden NahrungsergĂ€nzungsmitteln greifen. Ein Beispiel hierfĂŒr ist die öffentliche Bekanntgabe des Testosteron-Konsums durch Jonas DrĂ€ger im Jahr 2025, der damit eine Debatte ĂŒber den Missbrauch von HormonprĂ€paraten im Freizeitsport auslöste.

Transgenerationale Muster und Beratungsangebote

Die Ursachen fĂŒr belastende MĂ€nnlichkeitsbilder liegen oft in der familiĂ€ren PrĂ€gung. Der Coach Torsten Nassall beschreibt in diesem Zusammenhang die transgenerationale Weitergabe von Vater-Mustern.

Dazu zĂ€hlen Verhaltensweisen wie emotionale Nichterreichbarkeit, HĂ€rte, Schweigen oder die Kopplung von Zuneigung an Leistung. Um diese KreislĂ€ufe zu durchbrechen, wird ein Drei-Schritte-Modell empfohlen, das ĂŒber das Benennen der Muster und eine bewusste Pause hin zu verĂ€ndertem Handeln fĂŒhrt.

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Ein bewusster Umgang mit der eigenen Gesundheit bedeutet auch, die biologischen Prozesse des Körpers besser zu verstehen und gezielt zu unterstĂŒtzen. Erfahren Sie in diesem Ratgeber, welche alltĂ€glichen Faktoren die mĂ€nnliche Gesundheit belasten und wie Sie Prostataproblemen ohne Operation natĂŒrlich vorbeugen. Kostenlosen Sicherheits-Report fĂŒr MĂ€nner herunterladen

In der Praxis zeigt sich ein hoher Bedarf an UnterstĂŒtzung und Austauschmöglichkeiten. Die Beratungsstelle „MĂ€nnersache“ in Oldenburg berichtet, dass ihre Angebote seit dem Start im Jahr 2020 durchgehend ausgebucht sind. Der Leiter JĂŒrgen Rauch erklĂ€rt, dass many MĂ€nner Schwierigkeiten hĂ€tten, ihre eigenen GefĂŒhle und BedĂŒrfnisse wahrzunehmen oder zu beschreiben.

Ein regionales Forum fĂŒr diese Thematik bietet zudem der vierte Essener MĂ€nnertag am 26. September 2026 in der Villa RĂŒ. Unter dem Motto „Mann, was begrenzt dich?“ soll die Veranstaltung Raum fĂŒr Reflexion bieten. Ein Impulsreferat von Andreas Moorkamp bildet den fachlichen Rahmen fĂŒr den Austausch ĂŒber einschrĂ€nkende Rollenbilder und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten.

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