MÀrkischer Kreis: BauantrÀge laufen mit Prosoz Elan Comfort komplett digital
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 15:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deIm MĂ€rkischen Kreis in Nordrhein-Westfalen können BauantrĂ€ge kĂŒnftig vollstĂ€ndig digital eingereicht und bearbeitet werden. Gemeinsam mit dem Softwarehaus Prosoz und weiteren Pilotkommunen hat der Kreis das neue Bauportal âProsoz Elan Comfortâ entwickelt. Wie aus regionalen Berichten hervorgeht, soll das System die Verfahren deutlich vereinfachen und beschleunigen.
Neuanfang nach Sicherheitsvorfall und Ende des Altsystems
Mit dem neuen Portal zieht die Verwaltung im MĂ€rkischen Kreis einen Schlussstrich unter die bisherige IT-Infrastruktur im Bauwesen. Die VorgĂ€ngerlösung âProsoz XML Serviceâ war bereits seit 2006 im Einsatz gewesen. Nach einem schwerwiegenden Hackerangriff auf den kommunalen Dienstleister SĂŒdwestfalen-IT Ende 2023 wurde das alte System jedoch gestoppt und im FrĂŒhjahr 2024 nicht wieder ans Netz genommen.
Das nun freigeschaltete Portal setzt auf zeitgemĂ€Ăe Zugangswege: Private Bauherren melden sich ĂŒber das zentrale Nutzerkonto BundID an, wĂ€hrend Unternehmen und ArchitekturbĂŒros den Zugang ĂŒber âMein Unternehmenskontoâ auf Basis des ELSTER-Zertifikats nutzen. Zur UnterstĂŒtzung der Nutzer erklĂ€rt zudem eine Videoanleitung die Bedienung des neuen Portals.
Zwar bleibt die Einreichung von BauantrĂ€gen in Papierform weiterhin zulĂ€ssig, eingehende Dokumente werden in der Verwaltung jedoch direkt gescannt. Die anschlieĂende Sachbearbeitung erfolgt laut Kreisverwaltung ausnahmslos digital. Landrat Ralf Schwarzkopf erklĂ€rte hierzu, dass insbesondere der Wegfall interner Postwege sowie das Ende doppelter Datenerfassungen zu einer spĂŒrbaren Beschleunigung der Prozesse fĂŒhren werden.
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Fortschritte bei der Digitalisierung der Verwaltung
Die EinfĂŒhrung des digitalen Bauantrags reiht sich in diverse Bestrebungen auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene ein, bĂŒrokratische Verfahren nach den Vorgaben des Onlinezugangsgesetzes elektronisch bereitzustellen. Erst kĂŒrzlich beschloss das Bundeskabinett einen verbindlichen Standard fĂŒr die bundesweite elektronische Wohnsitzanmeldung ĂŒber eine einheitliche Internetadresse.
Ăber das Portal wohnsitzanmeldung.gov.de, das von der Hamburger Senatsverwaltung gemeinsam mit dem Bundesinnenministerium entwickelt wurde, entfĂ€llt der persönliche Behördengang. Bundesdigitalminister Wildberger bezeichnete dieses Verfahren als Durchbruch fĂŒr die digitale Verwaltung.
Parallel dazu meldeten auch andere BundeslÀnder und Kommunen Fortschritte bei der Umstellung ihrer Fachverfahren:
* In Bayern können Aufenthaltstitel mittlerweile flĂ€chendeckend bei allen AuslĂ€nderbehörden digital beantragt werden. Der ursprĂŒnglich in Brandenburg entwickelte Dienst âAufenthalt Digitalâ umfasst zehn mehrsprachige Online-Angebote.
Nach Angaben der Anstalt fĂŒr Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) wurde der Roll-out mehr als zwei Monate vor der gesetzten Frist abgeschlossen; zudem kommt bei 160 AuslĂ€nderbehörden bundesweit der KI-Assistent iva.AT zum Einsatz.
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- Beim Mess- und Eichwesen Niedersachsen können EichantrĂ€ge fĂŒr einzelne MessgerĂ€te ĂŒber ein zentrales OZG-Portal eingereicht werden, wĂ€hrend das bisherige System ĂŒbergangsweise aktiv bleibt.
- Die Stadt Husum im Kreis Nordfriesland erweiterte ihr BĂŒrgerportal um Dienste zur Meldung verlorener Ausweise und AntrĂ€ge auf Befreiung von der Ausweispflicht.
- Hamburg plant unterdessen, einzelne Behördendienste ab dem kommenden Jahr per Verordnung vollstĂ€ndig auf digitalem Weg abzuwickeln; bis zum Sommer mĂŒssen dort alle Behörden elektronische Ăbermittlungswege bereitstellen.
Die Umstellung im MĂ€rkischen Kreis unterstreicht, wie nach technischen RĂŒckschlĂ€gen der Wiederaufbau kommunaler IT-Dienste fĂŒr die Modernisierung und Beschleunigung der Bauverwaltung genutzt wird.
