Magenmittel-Risiko, Protonenpumpenhemmer

Magenmittel-Risiko: Protonenpumpenhemmer erhöhen Demenzrisiko um 44%

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 03:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neue Forschung belegt 44 Prozent höheres Demenzrisiko durch Protonenpumpenhemmer. Auch Glucosamin und Anticholinergika stehen unter Verdacht.

Magenmittel-Studie: Deutlich erhöhtes Demenzrisiko durch PPI
Eine Nahaufnahme der Hand einer Ă€lteren Person, die eine weiße Pille hĂ€lt, mit einem unscharfen medizinischen Hintergrund. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die im Juni in „Nature Metabolism“ veröffentlichte Untersuchung wertete Daten von rund 66.000 Probanden aus. Das Ergebnis: Wer Protonenpumpenhemmer (PPI) dauerhaft einnimmt, hat ein 44 Prozent höheres Demenzrisiko.

Je lÀnger die Einnahme, desto höher das Risiko

Die Dauer der Medikamenteneinnahme spielt eine entscheidende Rolle. Bei Patienten, die PPI ĂŒber mehr als zehn Jahre nehmen, steigt das Risiko sogar um 47 Prozent. Daten der University of California, San Diego, bestĂ€tigen den Trend: Ältere Patienten haben ein um 47 Prozent höheres Risiko fĂŒr kognitive BeeintrĂ€chtigungen.

Doch die Probleme beschrĂ€nken sich nicht auf das Gehirn. Eine Analyse in der Fachzeitschrift „Chest“ mit ĂŒber 932.000 Erwachsenen zeigt: PPI-Patienten haben ein 18 Prozent höheres Risiko fĂŒr Verschlechterungen bei Asthma oder COPD. Bei Hochdosis-Therapien liegt der Wert bei 25 Prozent.

Auch andere Mittel unter Verdacht

Die Forscher identifizierten weitere Substanzen mit negativen Auswirkungen auf die kognitive Gesundheit. Eine retrospektive Analyse der University of Florida (2012 bis 2024) untersuchte Glucosamin. Bei Patienten mit leichten kognitiven EinschrĂ€nkungen stieg das Alzheimer- und Demenzrisiko um 25 Prozent – ebenso wie das Sterberisiko.

Anticholinergika erhöhen das Risiko fĂŒr leichte kognitive BeeintrĂ€chtigungen bei Ă€lteren Probanden ebenfalls um 47 Prozent. Bei Personen mit spezifischen Alzheimer-Biomarkern oder genetischer Veranlagung könnte sich dieser Wert vervielfachen.

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Diabetes-Medikamente als Schutzfaktor?

Nicht alle Wirkstoffe sind problematisch. Aktuelle Daten des National Institutes of Health (NIH) vom Juli 2026 liefern positive Nachrichten. Eine Auswertung bei 112.000 Àlteren Erwachsenen ergab: SGLT2-Inhibitoren senken das Alzheimer-Risiko um 43 Prozent, GLP-1-Agonisten um 33 Prozent.

Auch die ErnĂ€hrung spielt eine Rolle. Laut einer Untersuchung in „JAMA Neurology“ mit rund 160.000 Teilnehmern kann die DASH-DiĂ€t den kognitiven Abbau um 41 Prozent verringern. Experten schĂ€tzen, dass insgesamt 14 modifizierbare Risikofaktoren fĂŒr etwa 45 Prozent aller DemenzfĂ€lle verantwortlich sind.

Neue Bluttests erkennen Alzheimer Jahre im Voraus

Die Diagnostik macht große Fortschritte. Ein am 1. Juli in „Nature Medicine“ vorgestellter Bluttest nutzt circRNA-Marker. Er sagt Alzheimer-Symptome innerhalb von fĂŒnf Jahren mit ĂŒber 97 Prozent Genauigkeit voraus. Der pTau217-Bluttest erreicht mehr als 90 Prozent Genauigkeit – bereits mehrere Jahre vor Symptombeginn.

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KI-gestĂŒtzte Analysen von Netzhautaufnahmen identifizieren Risikofaktoren bis zu achteinhalb Jahre im Voraus. In Deutschland sind seit Juni 2026 die Wirkstoffe Lecanemab und Donanemab verfĂŒgbar – fĂŒr schĂ€tzungsweise 120.000 Patienten.

Die University of Utah Health veröffentlichte Ende Juni 2026 Erkenntnisse zum Hirnprotein Arc, das den Transport von schÀdlichem Tau-Protein zwischen Neuronen vermittelt. Die Forscher arbeiten daran, diese Transportwege zu blockieren, um die Ausbreitung der Krankheit zu verlangsamen.

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