Magnesiumpräparate: Ökotest findet jedes zweite überdosiert
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 13:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Muskelkrämpfe in den Waden plagen Millionen Menschen – doch Magnesiummangel ist seltener die Ursache als gedacht. Aktuelle Untersuchungen zeigen ein differenzierteres Bild.
Magnesium: Der Bedarf und die besten Quellen
Der Körper kann Magnesium nicht selbst herstellen, benötigt den Mineralstoff aber dringend für Muskel- und Nervenfunktion. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Männern 350 Milligramm täglich, Frauen 300 Milligramm. Gesunde Erwachsene decken diesen Bedarf in der Regel problemlos über eine ausgewogene Ernährung ab.
Vollkornprodukte, Nüsse, Hülsenfrüchte und grünes Gemüse gehören zu den magnesiumreichsten Lebensmitteln. Bei Obst punkten getrocknete Feigen und Aprikosen, bei frischen Sorten liefern Avocados mit etwa 58 Milligramm pro Stück am meisten. Auch bestimmte Mineralwassermarken enthalten über 100 Milligramm pro Liter.
Ein echter Magnesiummangel, medizinisch Hypomagnesiämie genannt, kommt in Deutschland selten vor. Diagnostiziert wird er ab einem Serumwert unter 0,5 mmol/l. Erste Anzeichen sind Appetitlosigkeit, Übelkeit und Müdigkeit, schwere Verläufe können Taubheitsgefühle und Herzrhythmusstörungen auslösen. Die VERA-Studie beziffert den Anteil Erwachsener mit schwerem Mangel auf etwa 10 Prozent.
Ökotest: Jedes zweite Magnesiumpräparat überdosiert
Eine Untersuchung von 28 Magnesiumprodukten durch Ökotest im Juli 2026 sorgte für Aufsehen. Die Tester fanden keinen eindeutigen Sieger – jedes zweite Präparat war schlicht überdosiert. Gut schnitten ESN Magnesium Bisglycinate, Raab Vitalfood Magnesium Citrat und Abtei Magnesium 240 mg ab. Handelsmarken wie Altapharma (Rossmann), Vitalis (Aldi) und Doc Morris (Rewe) fielen wegen umstrittener Inhaltsstoffe durch.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt maximal 250 Milligramm Magnesium täglich aus Nahrungsergänzungsmitteln. Ab dieser Dosis drohen Durchfälle. Extrem hoch dosierte Präparate ab 2500 Milligramm pro Tag können Blutdruckabfall und Muskelschwäche verursachen. Besonders gefährdet sind Menschen mit Niereninsuffizienz.
Ökotest hat 28 Magnesiumpräparate geprüft – jedes zweite war überdosiert. Bevor Sie weiterhin ein risikoreiches Produkt einnehmen, sollten Sie wissen, worauf es ankommt. Unser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie sichere Präparate erkennen und richtig dosieren. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern
Die richtige Einnahme: Darauf kommt es an
Die chemische Verbindung entscheidet über die Bioverfügbarkeit. Magnesiumcitrat nimmt der Körper besser auf als Magnesiumoxid, wirkt aber in hohen Dosen abführend. Magnesiumbisglycinat gilt als magenfreundlichste Variante.
Wer Magnesium supplementiert, sollte auf zeitliche Abstände zu anderen Präparaten achten. Eisen und Kalzium behindern die Aufnahme, ebenso können Antibiotika und Magensäureblocker die Wirkung beeinträchtigen. Bei einem nachgewiesenen Mangel an Magnesium und Vitamin D empfiehlt sich eine zeitlich versetzte Einnahme – der Körper benötigt Magnesium, um Vitamin D zu aktivieren.
Wadenkrämpfe: Mehr als nur ein Mineralstoffproblem
Nächtliche Krämpfe oder Beschwerden nach Belastung haben viele Ursachen. Neben Elektrolytmangel – auch Natrium, Kalium und Kalzium spielen eine Rolle – kommen Durchblutungsstörungen, Schwangerschaft und Medikamente wie Statine, Blutdrucksenker oder Asthmamittel infrage. Stress, Alkohol und starkes Schwitzen entziehen dem Körper zusätzlich Mineralstoffe.
Muskelkrämpfe trotz Magnesium? Oft liegt es an der falschen Dosierung oder der falschen Verbindung. Erfahren Sie, wie Sie Überdosierung vermeiden und die Bioverfügbarkeit verbessern – mit konkreten Tipps zur Einnahme. Ratgeber zur sicheren Magnesium-Einnahme sichern
Eine Studie aus dem Jahr 2024 überraschte: Bei älteren Menschen zeigte Magnesiumsubstitution gegen nächtliche Krämpfe oft keine messbare Wirkung. Akute Krämpfe lassen sich dagegen zuverlässig mit Dehnübungen, Massagen und Wärme behandeln.
Wer regelmäßig unter Krämpfen leidet, sollte ärztlichen Rat suchen – besonders bei Begleitsymptomen wie Kribbeln oder Lähmungserscheinungen. Auch das Restless-Legs-Syndrom, das etwa 10 Prozent der Bevölkerung betrifft, gehört in ärztliche Hände. Es ist oft genetisch bedingt oder mit Eisenmangel verbunden. Das Medikament Chinin verschreiben Ärzte nur in schweren, klinisch gesicherten Fällen – die Nebenwirkungen sind erheblich.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
