Makuladegeneration, AREDS2-NĂ€hrstoffe

Makuladegeneration: AREDS2-NĂ€hrstoffe senken das Risiko um 25 Prozent

Veröffentlicht am: 01.11.2026 um 03:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Trockene und feuchte AMD unterscheiden sich im Verlauf; Therapien können das Fortschreiten bremsen, aber die Erkrankung nicht heilen.
Nahaufnahme einer menschlichen Iris mit detaillierten Strukturen bei diffusem, natĂŒrlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Altersbedingte VerĂ€nderungen der Makula gehören zu den hĂ€ufigsten Auslösern fĂŒr schwere SeheinschrĂ€nkungen bei Ă€lteren Menschen. Nach Angaben des National Eye Institute zĂ€hlt die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) zu den Hauptursachen fĂŒr irreversiblen Sehverlust bei Personen ab 50 Jahren.

Die chronische Augenerkrankung betrifft die Makula lutea, die sogenannte Stelle des schÀrfsten Sehens auf der Netzhaut. WÀhrend das periphere Gesichtsfeld im Krankheitsverlauf meist erhalten bleibt, wird die zentrale SehschÀrfe zunehmend beeintrÀchtigt.

Betroffenen fÀllt es dadurch schwer, Gesichter zu erkennen, zu lesen oder feine Details wahrzunehmen. Da eine vollstÀndige Heilung bislang nicht möglich ist, kommt der rechtzeitigen Erkennung und fachÀrztlichen Behandlung zentrale Bedeutung zu.

Unterschiede zwischen trockener und feuchter Form

Mediziner unterscheiden grundsĂ€tzlich zwei Verlaufsformen der Makuladegeneration: die trockene und die feuchte AMD. Die trockene Variante stellt laut National Eye Institute mit einem Anteil von rund 85 bis 90 Prozent aller FĂ€lle die deutlich hĂ€ufigere Form dar. Sie schreitet in der Regel langsam ĂŒber mehrere Jahre voran und ist durch charakteristische Ablagerungen von Stoffwechselabfallprodukten, sogenannte Drusen, unter der Netzhaut gekennzeichnet. Etwa jeder zehnte Fall einer trockenen Erkrankung geht im weiteren Verlauf in eine feuchte Form ĂŒber.

Die feuchte AMD tritt zwar nur bei etwa 10 bis 15 Prozent der Betroffenen auf, gilt jedoch als weitaus aggressiver. Sie entsteht durch ein unkontrolliertes Einsprießen neuer, instabiler BlutgefĂ€ĂŸe unter die Netzhaut. Aus diesen GefĂ€ĂŸen tritt FlĂŒssigkeit oder Blut aus, was zu Netzhautschwellungen fĂŒhrt und den Sehverlust binnen weniger Wochen oder Monate stark beschleunigen kann.

Bekannte Risikofaktoren und genetische EinflĂŒsse

Das Risiko fĂŒr MakulaverĂ€nderungen steigt mit zunehmendem Lebensalter, wobei Diagnosen vor allem bei Personen ĂŒber 60 Jahren gestellt werden. Neben dem Alter spielen genetische Faktoren eine wesentliche Rolle. Die Genvarianten CFH und ARMS2 stehen in engem Zusammenhang mit dem Auftreten der Erkrankung, und eine familiĂ€re Vorbelastung kann das persönliche Erkrankungsrisiko um das bis zu Vierfache erhöhen.

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ZusÀtzlich beeinflussen modifizierbare Lebensgewohnheiten und Vorerkrankungen die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung:
- Tabakkonsum: Rauchen verdoppelt bis verdreifacht das AMD-Risiko im Vergleich zu Personen, die nicht rauchen.
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Chronischer Bluthochdruck belastet die GefĂ€ĂŸe und begĂŒnstigt SchĂ€digungen an der Netzhaut.
- Stoffwechsel und Umwelt: Adipositas sowie eine ĂŒbermĂ€ĂŸige Exposition gegenĂŒber ultraviolettem Licht gelten ebenfalls als begĂŒnstigende Faktoren.

Typische Warnsignale und moderne Diagnostik

Ein klassisches Alarmsignal fĂŒr VerĂ€nderungen an der Makula ist das verzerrte Sehen, auch bekannt als Metamorphopsie. Betroffene nehmen gerade Konturen – beispielsweise Fensterrahmen oder Kachellinien – als verbogen oder wellig wahr. Neben der Makuladegeneration kann dieses PhĂ€nomen auch auf ein Makulaödem oder eine epiretinale Membran hinweisen.

FĂŒr die genaue Beurteilung gilt die Optische KohĂ€renztomographie (OCT) als diagnostischer Goldstandard. Dieses bildgebende Verfahren erstellt hochauflösende Querschnittsbilder der Netzhautschichten und macht Ablagerungen sowie FlĂŒssigkeitsansammlungen schmerzfrei und prĂ€zise sichtbar.

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Medizinische BehandlungsansÀtze und Verlaufskontrolle

Da es keine Methode gibt, das abgestorbene Gewebe vollstÀndig wiederherzustellen, zielen medizinische Therapien darauf ab, das Fortschreiten zu verlangsamen. Bei der trockenen Form werden hÀufig spezielle NÀhrstoffkombinationen eingesetzt.

Die AREDS2-Studie des National Eye Institute belegt, dass eine zielgerichtete NahrungsergĂ€nzung das Risiko eines Übergangs in fortgeschrittene Krankheitsstadien bei intermediĂ€rer oder fortgeschrittener AMD um 25 Prozent senken kann.

Bei der feuchten Form stehen sogenannte Anti-VEGF-PrĂ€parate wie Ranibizumab oder Aflibercept im Vordergrund. Diese Wirkstoffe hemmen den Botenstoff, der fĂŒr das GefĂ€ĂŸwachstum verantwortlich ist, und werden in der Regel alle vier bis acht Wochen per Injektion in den Glaskörper des Auges verabreicht.

Wie das Institut fĂŒr QualitĂ€t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hervorhebt, fĂŒhren diese Injektionen zwar zu keiner endgĂŒltigen Heilung, können das Fortschreiten der Erblindung jedoch wirksam bremsen und die SehschĂ€rfe stabilisieren.

Nach der verabreichung können fĂŒr ein bis zwei Tage leichte Beschwerden wie DruckgefĂŒhl oder kleine BlĂ€schen im Sichtfeld auftreten. Um den Behandlungserfolg langfristig zu sichern, sind engmaschige Kontrollen durch AugenĂ€rzte unerlĂ€sslich.

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