Malaria Frankfurt, Flughafen-Malaria

Malaria Frankfurt Flughafen: Gesundheitsamt ruft zu MĂŒckenschutz und Aufmerksamkeit auf

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 04:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Nach zwei weiteren Malaria-FĂ€llen in FlughafennĂ€he ruft das Frankfurter Gesundheitsamt zu konsequentem MĂŒckenschutz auf, betont aber zugleich ein weiterhin sehr geringes Risiko fĂŒr die Stadtbevölkerung. Die Behörden prĂŒfen einen möglichen Zusammenhang mit frĂŒheren Erkrankungen am Airport.

  • Erneut erkrankten Menschen in Umgebung des Frankfurter Flughafens an Malaria. (Symbolbild) - Bild: Boris Roessler/dpa
    Erneut erkrankten Menschen in Umgebung des Frankfurter Flughafens an Malaria. (Symbolbild) - Bild: Boris Roessler/dpa
  • Bereits Ende August waren insgesamt sechs FĂ€lle von Malariainfektionen bei Mitarbeitern des Flughafens bekanntgeworden. (Symbolbild) - Bild: Andreas Arnold/dpa
    Bereits Ende August waren insgesamt sechs FĂ€lle von Malariainfektionen bei Mitarbeitern des Flughafens bekanntgeworden. (Symbolbild) - Bild: Andreas Arnold/dpa
  • Malaria wird durch bestimmte MĂŒcken ĂŒbertragen. (Symbolbild) - Bild: James Gathany/AP/dpa
    Malaria wird durch bestimmte MĂŒcken ĂŒbertragen. (Symbolbild) - Bild: James Gathany/AP/dpa
Erneut erkrankten Menschen in Umgebung des Frankfurter Flughafens an Malaria. (Symbolbild) - Bild: Boris Roessler/dpa Bereits Ende August waren insgesamt sechs FĂ€lle von Malariainfektionen bei Mitarbeitern des Flughafens bekanntgeworden. (Symbolbild) - Bild: Andreas Arnold/dpa Malaria wird durch bestimmte MĂŒcken ĂŒbertragen. (Symbolbild) - Bild: James Gathany/AP/dpa

Nach zwei neuen Malaria-FĂ€llen im Umfeld des Frankfurter Flughafens ruft das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt am Main die Bevölkerung zu verstĂ€rktem MĂŒckenschutz auf.

Gesundheitsamt empfiehlt Schutz vor MĂŒckenstichen

Die Behörde rĂ€t BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern, sich mit MĂŒckenschutzmitteln und bedeckender Kleidung vor Stichen zu schĂŒtzen. Genannt werden sogenannte Repellentien, also Mittel mit Duftstoffen, die MĂŒcken fernhalten und etwa als Sprays erhĂ€ltlich sind. In WohnrĂ€umen könne der Einsatz von Fliegengittern das Risiko eines Stichs zusĂ€tzlich verringern.

Behörde sieht nur geringes Risiko fĂŒr Bevölkerung

Nach EinschĂ€tzung des Gesundheitsamts ist die Gefahr einer Malaria-Infektion fĂŒr die Stadtbevölkerung derzeit als sehr gering anzusehen. Die klimatischen Bedingungen in Deutschland gelten demnach als ungĂŒnstig fĂŒr den kompletten Entwicklungszyklus von MĂŒcke und Erreger. Trotzdem mahnt die Behörde zu Aufmerksamkeit und verweist auf gezielte Vorsichtsmaßnahmen.

Zwei neue FÀlle in FlughafennÀhe

Bereits am Dienstag hatte das Amt mitgeteilt, dass zwei Anwohner aus dem nahe am Flughafen gelegenen Stadtteil Schwanheim an Malaria erkrankt sind. Es geht davon aus, dass eine infizierte MĂŒcke in einem Flugzeug nach Frankfurt gelangte und dort die Übertragung erfolgte. Die beiden Betroffenen werden stationĂ€r behandelt, weitere Angaben zu ihrem Gesundheitszustand machte die Behörde nicht.

Vorbelastung durch FĂ€lle im Sommer

Im Sommer waren bereits sechs BeschÀftigte des Frankfurter Flughafens an der sogenannten Flughafen-Malaria erkrankt, zwei dieser FÀlle endeten tödlich. Die nÀheren UmstÀnde der neuen Erkrankungen werden nun untersucht. Dabei soll auch geklÀrt werden, ob ein Zusammenhang mit den zuvor bekannten FÀllen besteht.

Seltene Flughafen-Malaria in Europa

Flughafen-Malaria bezeichnet Malaria-Infektionen, die im Umfeld eines Flughafens auftreten. Fachleute verweisen auf eine Studie im Fachjournal „Eurosurveillance“, nach der solche FĂ€lle in Europa insgesamt sehr selten sind. Im Jahr 2022 waren demnach mehr als 99 Prozent der 6.131 registrierten MalariafĂ€lle aus Regionen importiert, in denen die Krankheit regelmĂ€ĂŸig vorkommt. Von 1969 bis Anfang 2024 wurden in europĂ€ischen Datenbanken 145 FĂ€lle verzeichnet, bei denen sich Betroffene innerhalb Europas ansteckten.

Deutschland bisher selten betroffen

Mindestens 105 dieser Erkrankungen gelten in der Auswertung als Flughafen-Malaria. Am stĂ€rksten betroffen waren Frankreich, Belgien und Deutschland. Aus Deutschland werden neun FĂ€lle genannt, acht davon in Frankfurt und einer in MĂŒnchen. Viele Betroffene wohnten oder arbeiteten in der NĂ€he großer internationaler FlughĂ€fen.

Weitere besondere Malariaformen

Neben der Flughafen-Malaria nennt die Auswertung 32 FĂ€lle von sogenannter GepĂ€ck-Malaria. Hier wurde eine infizierte MĂŒcke im GepĂ€ck transportiert, der Infektionsort lag weit entfernt von einem Flughafen. Drei dieser FĂ€lle betrafen Deutschland. Bei acht Erkrankungen blieb die Zuordnung zu Flughafen- oder GepĂ€ck-Malaria unklar.

Meiste FĂ€lle in den Sommermonaten

Die meisten registrierten FĂ€lle von Flughafen-Malaria traten in Europa in den Sommermonaten auf. Fachleute betonen, dass Umweltbedingungen eine SchlĂŒsselrolle spielen, da die eingeschleppte MĂŒcke am Zielflughafen ĂŒberleben können muss. In Deutschland wurden nach Angaben des Robert Koch-Instituts im Jahr 2024 insgesamt 934 MalariafĂ€lle gemeldet, darunter vier TodesfĂ€lle.

Appell an Bevölkerung und Ärzteschaft

Die beiden neu Erkrankten in Frankfurt aus Schwanheim liegen im Krankenhaus. Die Stadt weitet ihr bestehendes MĂŒcken-Monitoring nun auf diesen Stadtteil aus. BĂŒrgerinnen und BĂŒrger sowie Ärztinnen und Ärzte werden aufgefordert, bei entsprechenden Symptomen auch an Flughafen-Malaria zu denken.

Lebensbedrohliche Krankheit

Malaria gilt als lebensbedrohliche Erkrankung, die durch bestimmte MĂŒcken ĂŒbertragen wird. Besonders fĂŒr Risikogruppen kann sie zu schweren VerlĂ€ufen mit Koma und Tod fĂŒhren. Vorbeugende Maßnahmen wie Schutz vor MĂŒckenstichen und gegebenenfalls die Einnahme prophylaktischer Medikamente können eine Infektion verhindern.

Seltene Erkrankungen, hohe Aufmerksamkeit

Die neuen Malaria-FĂ€lle im Umfeld des Frankfurter Flughafens treffen auf eine Stadt, die bereits seit dem Sommer besonders sensibel auf das Thema reagiert. Dass nun zwei weitere Anwohner im Stadtteil Schwanheim stationĂ€r behandelt werden, verstĂ€rkt den Blick auf sogenannte Flughafen-Malaria, die bislang in Deutschland nur in EinzelfĂ€llen dokumentiert ist. Zugleich betont das Gesundheitsamt, dass das Risiko fĂŒr die breite Bevölkerung weiterhin sehr gering sei.

Flughafen-Malaria als Ausnahmekonstellation

Flughafen-Malaria entsteht, wenn mit Malaria infizierte MĂŒcken im Flugzeug oder im GepĂ€ck aus Endemiegebieten eingeschleppt werden und Menschen in der NĂ€he eines Airports stechen. Studien zu Europa zeigen, dass fast alle MalariafĂ€lle importiert sind, wĂ€hrend direkte Übertragungen auf dem Kontinent, wie im Umfeld von FlughĂ€fen, eine statistische Ausnahme darstellen. Dass der Frankfurter Flughafen mehrfach betroffen ist, hĂ€ngt mit seinem Status als internationales Drehkreuz und den vielen Verbindungen in tropische und subtropische Regionen zusammen.

Bedeutung fĂŒr Bevölkerung und Medizin

FĂŒr die Menschen in Frankfurt bedeuten die aktuellen FĂ€lle vor allem erhöhte Aufmerksamkeit: Das Gesundheitsamt ruft ausdrĂŒcklich dazu auf, bei Fieber, SchĂŒttelfrost oder grippeĂ€hnlichen Beschwerden nach einem Aufenthalt in FlughafennĂ€he auch an Malaria zu denken. FĂŒr Ärztinnen und Ärzte ist der Hinweis wichtig, um die Erkrankung frĂŒhzeitig zu erkennen und zu behandeln. Die Empfehlung zu einfachem MĂŒckenschutz mit Repellentien, Kleidung und Fliegengittern richtet sich vor allem an Anwohner betroffener Stadtteile, wĂ€hrend gleichzeitig ein MĂŒcken-Monitoring ausgebaut wird, um mögliche Risiken frĂŒh zu erkennen und weitere FĂ€lle möglichst zu verhindern.

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