Malaysia sperrt Social Media für unter 16-Jährige ab Juni
02.06.2026 - 00:30:34 | boerse-global.deMalaysia sperrt den Zugang, Großbritannien zieht nach, und die USA verschärfen Regeln: Weltweit gerät die Nutzung von Smartphones und sozialen Netzwerken durch Kinder und Jugendliche ins Visier der Gesetzgeber. Am 1. Juni 2026 trat in Malaysia ein bahnbrechendes Gesetz in Kraft, das Kindern unter 16 Jahren die Registrierung auf Plattformen mit mehr als acht Millionen Nutzern verbietet. Betroffen sind unter anderem Facebook, Instagram, TikTok und YouTube. Die Plattformen müssen künftig offizielle Ausweise wie den MyKad, Reisepässe oder die digitale ID MyDigitalID zur Altersprüfung verwenden. Bei Verstößen drohen Geldstrafen von bis zu zehn Millionen Malaysische Ringgit – umgerechnet rund 2,3 Millionen Euro.
Großbritannien erwägt radikale Schritte
Die britische Technologieministerin Liz Kendall hat angekündigt, dass ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige ernsthaft geprüft wird. Eine nationale Konsultation mit über 81.000 Rückmeldungen ergab: Rund 90 Prozent der teilnehmenden Eltern unterstützen Einschränkungen nach australischem Vorbild. Eine endgültige Entscheidung wird in den kommenden Wochen erwartet, eine Umsetzung könnte noch Ende 2026 erfolgen. Bereits Ende Mai endete eine separate Konsultation zu Gaming-Plattformen wie Roblox und Fortnite. Online-Sicherheitsminister Kanishka Narayan erwägt dort Beschränkungen, um zu verhindern, dass Fremde über Chat-Funktionen Kontakt zu Minderjährigen aufnehmen.
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USA: Vom Klassenzimmer bis zum Algorithmus
In den USA hat der Bundesstaat Illinois am 1. Juni 2026 mit dem Senate Bill 2427 ein weitreichendes Gesetzespaket verabschiedet. Es führt ein striktes Handyverbot in Klassenzimmern ein – von der ersten bis zur letzten Schulstunde. Zudem verbietet das sogenannte Children's Online Safety Act den Plattformen, suchterzeugende Algorithmen für Minderjährige einzusetzen oder deren Standortdaten weiterzugeben.
Experten warnen vor Sicherheitslücken auf dem iPhone
Doch nicht nur die Gesetzgeber handeln. Cybersicherheitsexperten raten Eltern dringend, nach Software-Updates bestimmte Einstellungen auf Apple-Geräten zu überprüfen. Beobachtungen zufolge setzen sich AirPlay- und Handoff-Einstellungen nach Updates manchmal automatisch zurück. Die Empfehlung: Diese Funktionen manuell auf „Nie“ oder „Nachfragen“ stellen, um ungewollte Verbindungen zu verhindern.
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Plattformen reagieren mit neuen Schutzfunktionen
Der Druck zeigt Wirkung: Roblox führt im Juni 2026 spezielle „Kids“- und „Select“-Konten für Kinder zwischen fünf und acht Jahren ein. Der Chat ist dort standardmäßig deaktiviert. Bereits im Januar hatte die Plattform eine verpflichtende Altersschätzung per Gesichtserkennung für Chat-Funktionen eingeführt.
TikTok hat in Singapur einen „Family Digital Check-In Guide“ veröffentlicht – ein Toolkit für Eltern zur Steuerung der digitalen Gewohnheiten ihrer Kinder. Ab Juli plant die Plattform zudem Community-Workshops für Eltern und Teenager. Die bestehenden „Teen Accounts“ verfügen bereits über mehr als 50 vorinstallierte Sicherheitsfunktionen, darunter eine tägliche Bildschirmzeitbegrenzung von 60 Minuten und standardmäßig private Profile.
Spezielle Kinder-Hardware als Alternative
Für Eltern, die ihren Kindern ein Smartphone ohne unkontrollierten Internetzugang geben wollen, hat sich der Markt für spezielle Geräte erheblich erweitert. Die Optionen im Überblick:
- Gabb Phone 4: rund 135 Euro, monatliche Gebühr etwa 22 Euro
- Bark Phone: rund 215 Euro, monatlich etwa 26 Euro
- Gabb Watch 3e und Garmin Bounce: rund 135 Euro, monatlich 9 bis 13 Euro
- Nokia Flip 2780 und Troomi Phone: einfache Kommunikationsgeräte ohne unregulierten App-Zugriff
Die Forschung hinkt hinterher
Während Politik und Technikbranche längst handeln, läuft die wissenschaftliche Untermauerung noch. Forscher der University of Cambridge und des Projekts „Born In Bradford“ untersuchen derzeit an 200 Schülern die Auswirkungen eingeschränkter Social-Media-Nutzung auf Angstzustände und Schlafverhalten. Erste belastbare Ergebnisse werden für Anfang 2027 erwartet.
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