Malware-Abo für 5 Dollar: Hunderttausende Gamer durch WeedHack gefährdet
09.06.2026 - 23:25:57 | boerse-global.de
Hunderttausende Geräte weltweit sind durch infizierte Raubkopien und manipulierten Spiele-Downloads gefährdet. Sicherheitsforscher haben mehrere neue Schadsoftware-Kampagnen aufgedeckt, die Gamer ins Visier nehmen.
Die Bedrohungslage für Spieler hat sich in den vergangenen Monaten massiv verschärft. Analysten von Kaspersky, McAfee und PolySwarm haben neue Trojaner und Schadsoftware-Dienste identifiziert, die über vermeintliche Raubkopien und Spiele-Installationen verbreitet werden. Besonders betroffen: Nutzer von gecrackten Versionen und Modifikationen für beliebte Titel.
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Argamal RAT: Trojaner mit Verzögerungstaktik
Seit April 2026 ist eine als Argamal RAT bekannte Schadsoftware aktiv. Kaspersky-Forscher entdeckten, dass der Trojaner über manipulierte Installationsprogramme für erotische Spiele verbreitet wird – hauptsächlich auf Torrent-Seiten und spezialisierten Webseiten.
Die Tücke des Angriffs: Argamal wartet drei Tage, bevor er aktiv wird. So umgeht er Sicherheitssandboxen und virtuelle Maschinen, die verdächtige Dateien nur kurz analysieren. Nach der Verzögerung lädt der Trojaner ein zweites Schadmodul von GitHub nach. Die Software kann dann:
- Remote-Befehle ausführen
- Passwörter und sensible Dateien stehlen
- Bildschirmaufnahmen machen
- Sämtliche Benutzeraktivitäten überwachen
WeedHack: Schadsoftware als Abo-Modell
Noch professioneller geht die WeedHack-Kampagne vor, die seit Januar 2026 aktiv ist und sich speziell an die riesige Minecraft-Community richtet. McAfee und PolySwarm beschreiben das Modell als Malware-as-a-Service (MaaS) – Schadsoftware zur Miete.
Die Verbreitung erfolgt über mehrere Kanäle: täuschend echte YouTube-Videos, manipulierte Google-Suchergebnisse und gefälschte Modifikationsseiten. Das Ergebnis ist alarmierend: Über 116.000 Downloads wurden bereits registriert, täglich kommen Tausende neue Infektionen hinzu.
WeedHack arbeitet mit modernster Technik:
- Blockchain-Steuerung: Die Kommandozentrale läuft über die Ethereum-Blockchain, was die Rückverfolgung erschwert
- Windows Defender wird deaktiviert
- Datenklau in großem Stil: Die Software greift auf Zugangsdaten von 36 verschiedenen Browsern, 56 Browser-basierten Krypto-Wallets und 12 Desktop-Wallets zu
- Webcam-Zugriff und Keylogging sind ebenfalls möglich
Die Entwickler vermieten ihre Schadsoftware bereits ab fünf Dollar pro Monat. Mehr als 3.820 schädliche JAR-Dateien und 240 URLs wurden mit der Kampagne in Verbindung gebracht.
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Hunderttausende Geräte betroffen
Die neuen Trojaner sind Teil eines größeren Trends. Malwarebytes berichtet, dass aktuell über 400.000 Geräte weltweit mit Passwortdiebstahl-Software infiziert sind, die über gecrackte Spiele verbreitet wurde.
Ein bekanntes Beispiel ist Crackonosh – ein Krypto-Mining-Trojaner, der seit Juni 2018 aktiv ist. Laut Avast-Daten hat er über 222.000 Systeme befallen und den Angreifern mehr als zwei Millionen Dollar in der Kryptowährung Monero eingebracht. Crackonosh versteckt sich in gecrackten Versionen von Blockbustern wie Grand Theft Auto V und Far Cry 5. Einmal installiert, deaktiviert die Malware Sicherheitssoftware und Windows-Updates, um dauerhaft auf dem System zu bleiben.
Für Spieler bedeutet das: Raubkopien sind nicht nur illegal, sondern inzwischen auch ein massives Sicherheitsrisiko. Die professionelle Vermarktung von Schadsoftware als Abo-Modell zeigt, dass Cyberkriminelle die Gaming-Community als lukratives Ziel entdeckt haben.
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